Lebensgefährliche Arbeiten in Mischtrommeln von Fahrmischern: Dank neuer Technik vermeidbar!

Betonreste in Fahrmischertrommeln lassen sich trotz sorgfältiger Spülung nicht ganz vermeiden. Um den harten Restbeton zu entfernen und damit die mögliche Zuladung zu erhöhen, werden die Reste üblicherweise mit Drucklufthämmern ausgestemmt, indem Mitarbeiter in die Mischtrommel einsteigen.

Diese Arbeiten gehören zu den gefährlichsten, am meisten belastenden und unangenehmsten Tätigkeiten in der Transportbetonbranche.

Ein tödlicher Arbeitsunfall Anfang 2010 verdeutlicht die besondere Gefährdung: Beim Einsteigen in die Trommel durch das Mannloch, um Ausstemmarbeiten auszuführen, drehte sich die Trommel und der Mitarbeiter wurde zwischen Trommel und Fahrzeugrahmen tödlich verletzt.

Eine ausführliche, dokumentierte Gefährdungsbeurteilung für derartige Arbeiten ist unerlässlich. Hierbei sind insbesondere folgende Gefährdungen und Belastungen zu beachten:

Beim Einsteigen in die Mischtrommel:

Bei Stemmarbeiten in der Mischtrommel:

Vor Beginn der Arbeiten ist organisatorisch sicherzustellen:

Durch geeignete Maßnahmen ist sicherzustellen, dass das Risiko für Leib und Leben bei solchen Arbeiten weitgehend reduziert wird. Hierbei müssen technische Maßnahmen Vorrang haben vor Verhaltensmaßnahmen und persönlicher Schutzausrüstung.

Eine neuartige Technik, mit der Restbeton durch einen Hochdruck- Wasserstrahl gelöst werden kann, ohne dass ein Mitarbeiter in die Trommel einsteigen muss, steht etwa seit Anfang 2009 zur Verfügung. Über diese soll im Folgenden ein kurzer Erfahrungsbericht informieren:

Das Unternehmen Blascon Industrielle Reinigungen GmbH aus Nordhorn bietet die Mischtrommel-Reinigung mittels eines mobilen Hochdruck-Aggregats als Serviceleistung an. Ein Strahlkopf wird dabei über eine Lafette durch die hintere Trommelöffnung eingefahren und der Restbeton mit Hochdruck-Wasserstrahl bis 1600 bar und 70° Temperatur nach und nach gelöst, so dass die Brocken anschließend mit dem Spülwasser über die Schnecke ausgetragen werden.

Der Einsatz wird von einem Maschinenführer der Anlage gefahren, wobei der Fahrmischerfahrer unterstützend mitwirkt. Für eine mittelstark verschmutzte Trommel – etwa 0,75 m3 Restbeton – war die Reinigung nach 75 Minuten abgeschlossen. Im Werk musste zuvor der Einfülltrichter demontiert werden sowie Frischwasser bereitgestellt werden. Nach Abschluss wird die Dichtung des Mannlochs erneuert und das Fahrzeug ist wieder einsatzbereit.

Diese Art der Restbeton-Beseitigung vermeidet die genannten Gefahren, Belastungen und Risiken bei Stemmarbeiten in der Fahrmischer-Trommel vollständig und ist ein wesentlicher Beitrag zum Arbeitsschutz in der Transportbetonindustrie.

Weitere Einzelheiten für einen Einsatz und die Bedingungen dieses Reinigungsservices sind zu erfahren unter www.blascon.com, hier sind auch der Einsatz und die Funktion in einem Videofilm anzusehen.

Uwe Pätzold, BG RCI

Hochdruck-Aggregat mit Strahlkopf vor dem Einfahren in die Trommel
Hochdruck-Aggregat mit Strahlkopf vor dem Einfahren in die Trommel
Strahl-Lafette in die Mischtrommel eingefahren
Strahl-Lafette in die Mischtrommel eingefahren
gelöste Betonreste
gelöste Betonreste