Modernes Schlackenmanagement braucht Wägedaten

Radlader bei Thyssen Krupp Mill Services & Systems nutzen mobile Wägetechnik

Rund zwei Millionen Tonnen Stahlwerksschlacke bewegt Thyssen Krupp Mill Services & Systems im HKM-Stahlwerk Duisburg-Huckingen. Die Schlacke ist ein begehrter Grundstoff vor allem für den Straßen- und Wegebau. Für die Er-fassung der Stoffströme implementiert die Thyssen Krupp-Tochtergesellschaft ein modernes Schlackenmanagement-system, das u.a. auf den Wägedaten von knapp 25 Radladern basiert, die auf dem Werksgelände unterwegs sind. Sie sind mit mobilen Pfreundt-Wägesystemen ausgerüstet und senden die Wägedaten per GSM an eine zentrale Leitwarte.

Begehrter Rohstoff für die Bauindustrie

Stahlwerks- und Hochofenschlacke wird vor allem als Baumaterial im Straßenbau geschätzt. Die Vermarktung der Schlacke übernimmt der Stahlwerksbetreiber. Das gesamte Handling hat HKM aber delegiert: Den Transport der verschiedenen Schlackearten, die Lagerung und die Aufbereitung der Schlacke zu normgerechten Produkten übernimmt die Thyssen Krupp Mill Services & Systems. Unter dieser Bezeichnung wurden kürzlich die Servicegesellschaften der Stahlsparte von Thyssen Krupp zusammengefasst.

Der Dienstleister ist in Huckingen mit modernen Aufbereitungsanlagen sowie einem großen Park von Lkw und mobilen Arbeitsmaschinen präsent, um die Schlacke am Entstehungsort abzuholen, zu lagern und aus dem „Beiprodukt“ durch Abscheiden der metallischen Bestandteile, Brechen, Klassieren und Mischen einen verkaufsfähigen Rohstoff zu machen, den HKM bis ins Ausland verkauft. Auf diese Weise wird nicht nur Depo-nieraum gespart, sondern man benötigt auch weniger Ressourcen.

Radlader übernehmen Schlüsselfunktionen

Zu den Aufgaben von Thyssen Krupp Mill Services & System gehört es, die bestellten Mengen vorzuhalten und die Lkw mit den entsprechenden Qualitäten zu beladen. Dies erledigen in der Regel Radlader, von denen knapp 30 im Einsatz sind. Die Mehrzahl davon – aktuell 25 – ist mit einer mobilen Radladerwaage von Pfreundt ausgerüstet. In der Regel baut der Service des Südlohner Herstellers eine solche Waage direkt vor Ort in einen neu angeschafften Lader ein.

Die Waage wird benötigt, um das zulässige Gesamtgewicht der Lkw möglichst gut auszunutzen, aber keinesfalls zu überschreiten. Hier leistet die Summenfunktion der Wägeelektronik WK 50 gute Dienste – und man spart Zeit, weil die Arbeitsmaschinen nicht den Umweg über eine stationäre Waage nehmen müssen.

Fast noch wichtiger ist aber eine zweite Aufgabe, die die Waagen erfüllen. Dipl.-Ing. Andreas Rollfinke, Betriebsleiter Aufbereitung von Thyssen Krupp Mill Services & Systems in Huckingen: „Die Wägedaten sind Bestandteil eines modernen Schlackenmanagementsystems, das wir zur Zeit aufbauen.“ Zudem werden über die Waagen die Gesamtmengen erfasst, die an den verschiedenen Lagern auf dem weitläufigen Stahlwerksgelände bewegt und den einzelnen Aufbereitungsschritten zugeführt werden. Für die Übertragung der Wägedaten nutzt Thyssen Krupp das GSM-Modul des Waagenherstellers, das den Verzicht auf physische Datenträger erlaubt.

Die WK 50, die die Wägedaten auswertet, anzeigt und per GSM-Modul weiterleitet, ist im Fahrercockpit angebracht. Der Fahrer kann über die unempfindliche Tastatur die Auftragsnummer eingeben, die er gerade bearbeitet. Das große, gut ablesbare Display zeigt ihm den Inhalt jeder Schaufel an – und auch die Gesamtmenge, mit der z.B. ein Lkw beladen oder eine Aufbereitungsanlage beschickt wird.

Ein großer Pluspunkt der WK 50-Systeme ist aus der Sicht von Thyssen Krupp ihre Robustheit: Auch bei sehr rauen Umge-bungsbedingungen zeichnen sich Wägesensorik und -elektronik durch Langlebigkeit und nahezu störungsfreien Betrieb aus. Andreas Rollfinke: „Und wenn es doch mal ein Problem oder eine Störung geben sollte, ist der Service von Pfreundt schnell vor Ort.“

Einschließlich der Vorgängermodelle der WK 50 sind bei Thyssen Krupp Mill Services & Systems weltweit in 30 Jahren rund 20.000 mobile Wägesysteme von Pfreundt installiert worden. Radlader in der Gewinnung und Entsorgung bilden das Haupteinsatzfeld. Seit der Einführung der WK 50-Elektronik werden die Waagen aber zunehmend auch in Baggern, Dumpern, Förderbändern, in Absetzkippern und verschie-densten Entsorgungsfahrzeugen eingesetzt. Die Anwendungen, in denen Pfreundt-Wägetechnik zum Einsatz kommt, gehen bis hin zu „exotischen“ Spezialfahrzeugen wie z.B. Surface Miner in Chile und Kokillentransporter in südafrikanischen Erzminen.

www.pfreundt.de

Beladen von Lkw mit verkaufsfertiger Schlacke
Zu den Aufgaben der Radlader gehört das Beladen von Lkw mit verkaufsfertiger Schlacke, die u.a. im Straßen- und Wegebau zum Einsatz kommt
Radladerbediener mit Waagenelement
Die Wägeelektronik erfasst zuverlässig das Gewicht des Schaufelinhalts. Über die Summenfunktion kann man z.B. Lkw mit der gewünschten Schlackenmenge beladen