Der Fels in der Brandung

Helmut Ehnes

Manch einer spricht schon vom finanzpolitischen Tsunami, wenn von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise die Rede ist. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung summieren sich die bisherigen Staatshilfen auf 4850 Milliarden Dollar in den USA und auf 511 Milliarden Euro in Deutschland. Bei vielen Bürgern löst die Krise Reflexhandlungen aus: die Werke von Karl Marx haben plötzlich Sonderkonjunktur und sind in den Buchläden vergriffen. Was aber ist falsch gelaufen? Gier, schlechtes Risikomanagement, Rating-Agenturen, die von dem bezahlt werden, den sie bewerten sollen, und, und, und ... Wer Risiken mied, galt als beschränkt. 25 Prozent Rendite – versüßt durch fette Boni und Aktienoptionen, selbst bei mieser Geschäftslage.

Und nun? Guter Rat ist teuer. Bundespräsident Köhler verlangt den Wandel vom „Banker“ mit den Dollarzeichen in den Augen zurück zum altehrwürdigen „Bankier“. Die Politik verlangt einen globalen Ordnungsrahmen und die Rückbesinnung auf die soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards. Die Banker und Manager verlangen die Steuermilliarden des kleinen Mannes, da ihre Geschäfte ja schließlich „systemrelevant“ seien und bekommen sie auch – auf Pump natürlich. Die Manager der ins Schleudern geratenen Großkonzerne benötigen ebenfalls staatliche Unterstützung, weil sonst Tausende Arbeitsplätze verloren gehen. Jeder findet sein Argument, warum die Verluste – im Gegensatz zu den Gewinnen – solidarisch getragen werden müssen.

Und wer redet in dieser Zeit eigentlich über den Fels in der Brandung? Über diejenige Säule unserer Wirtschaft, die Deutschland zu dem gemacht hat, was es heute ist? Über den Teil, der am innovativsten ist und die meisten Arbeitsplätze schafft? Über den Teil, der 70 Prozent der Arbeitsplätze und mehr als 80 Prozent der Ausbildungsplätze anbietet? Wer spricht eigentlich über die mehr als 3 Millionen kleinen und mittelständischen Unternehmen? Muss sich die Politik nicht die Frage stellen, ob die Relationen in unserem Land noch stimmen? Wo zieht man eigentlich die Grenze staatlicher Rettungsschirme und medienwirksamer Wohltaten?

Die „Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“ setzt sich für den Mittelstand ein, um die Erfolgsaussichten des Mittelstandes nachhaltig zu verbessern. In der Offensive haben sich bereits mehr als 50 Partner, z.B. Sozialpartner, Fachverbände, Ministerien, Institute, Unfallversicherungsträger, Krankenkassen und natürlich Unternehmen zusammengefunden, um sich für den deutschen Mittelstand einzusetzen. Auch die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft beteiligt sich an dieser Initiative im Interesse ihrer Mitglieder.

Die „Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“ unterstützt mittelständische Unternehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie hilft dabei, Prozesse präventiv und innovativ zu gestalten und die Herausforderungen der demographischen Entwicklung zu meistern. Der Leitfaden „Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall“ fasst erstmals als Standard kurz und prägnant zusammen, was Mittelständler erfolgreich macht und beschreibt das Modell einer systematischen Arbeits- und Organisationsgestaltung. Der „Mittelstands-Check“ erlaubt es Mittelständlern schnell und einfach, für ihr Unternehmen Verbesserungspotenziale zu erkennen und Prioritäten festzulegen. Die Ziele, Arbeitsprogramme und den kompletten Leitfaden werden wir in der nächsten Ausgabe der „Industrie der Steine und Erden“ umfassend darstellen. Für alle, die jetzt schon mehr wissen wollen, lohnt sich ein Blick auf die Website www.guter-mittelstand.de  schon heute.

Ihr
Helmut Ehnes