, Steine + Erden, Ausgabe 3/08: Komatsu erwartet Umsatzsteigerung auf 19 Milliarden US-Dollar

Komatsu erwartet Umsatzsteigerung auf 19 Milliarden US-Dollar

3100 Maschinen in Deutschland verkauft

Der Baumaschinenhersteller Komatsu erwartet für das noch bis März laufende Geschäftsjahr im Bereich Bau- und Industriemaschinen eine Umsatzsteigerung von 19 Prozent auf dann 19 Milliarden US-Dollar. Wie Wilfried Tschich, Vorstandsmitglied von Komatsu Europe, vor Journalisten in Hannover sagte,  sind im vergangenen Geschäftsjahr in Deutschland 3100 Maschinen verkauft worden. Der Umsatz konnte um 10 Prozentpunkte auf 280 Millionen Euro erhöht werden. Davon entfallen 60 Millionen Euro auf das Ersatzteilgeschäft.

Zugelegt hat Komatsu auch beim Marktanteil. Nach Mitteilung von Tschich stieg er, bezogen auf die gesamte Produktpalette, um 0,5 Prozent auf 10,6 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr wird, wie auch beim Umsatz, mit weiter kräftigem Wachstum in Deutschland gerechnet. Europaweit verbuchte der Hersteller in den letzten drei Quartalen vergangenen Jahres ein Plus von 38 Prozent. Die mit 98 Prozent größten Zuwächse gab es in den Ländern der ehemaligen UdSSR. Weltweit stiegen die Umsätze um 23 Prozent.

Als Gründe für das starke Wachstum nannte Tschich, der auch Geschäftsführer der Verkaufs- und Serviceorganisation in Deutschland der Komatsu Deutschland GmbH ist, vor allem die nicht so starke Abhängigkeit vom US-Markt, der im vergangenen Jahr um 16 Prozent eingebrochen sei. Er verwies auf das weltweit dicht gespannte Verkaufs- und Servicenetz sowie Fabrikationsstätten in vielen Ländern der Erde. Tschich: "Wir liefern Spitzenqualität und sind global aufgestellt." In China verfügt der Hersteller über vier Werke. In Japan wird gerade in der Nähe von Tokio eine neue Fabrik  für Großmaschinen eröffnet und der Bau eines weiteren Werkes ist geplant. Ebenfalls in Planung ist eine neue Fabrikationsstätte in Russland.

Von Marktwachstum überrascht

Überrascht worden ist Komatsu, wie auch die gesamte Branche, vom Wachstum in Deutschland. Mit einem Plus von 33 Prozent im Jahr 2006 habe, so Tschich, "keiner in der Branche gerechnet". Ähnliches gelte auch für 2007. Man sei von 5 bis 8 Prozent ausgegangen. Geworden seien es aber 18 Prozent. Diese überraschende Entwicklung habe bei Herstellern und Zulieferern zu Material- und Lieferengpässen geführt. Wegen der hohen Fertigungstiefe und den Möglichkeiten der Arbeitsflexibilisierung sei es Komatsu gelungen, die Engpässe auf ein Minimum zu begrenzen und das, so Tschich, "hat uns einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb gebracht". Man arbeite daran, die durchschnittlichen Lieferfristen von 6 bis 8 Wochen weiter auf 3 Wochen zu verkürzen.

Für Mai kündigte Tschich den Verkaufsstart einer neuen Serie von Kompaktradladern mit Schaufelinhalten zwischen 0,7 und 1,8 m3 an. Außerdem wird auf der Baumaschinenmesse Samoter im italienischen Verona eine ebenfalls neue Serie von Minibaggern mit Einsatzgewichten von 2 bis 5 t vorgestellt. Noch in diesem Jahr sollen weitere neue Modelle folgen.

Von einer "überwältigenden Nachfrage" sprach Tschich in Zusammenhang mit Komatsu Finance. Seit Januar vergangenen Jahres wickelt der Hersteller Kundenfinanzierungen nicht mehr über einen externen Dienstleister, sondern in eigener Regie ab. "Aus dem Stand", so Tschich, habe man im vergangenen Jahr einen Finanzierungsumsatz von 70 Millionen Euro erreicht. Bei der Bonitätsprüfung spielten, anders als bei Banken, die ausschließlich auf die Bilanzen sähen, die Werthaltigkeit der einzelnen Maschine und unsere Erfahrung mit und Beziehung zu den Kunden eine große Rolle. Durch eine Finanzierung über Komatsu Finance sei es den Kunden möglich, ihre Kreditlinie bei der Hausbank zu schonen. Dieses Geld stehe dann für andere Investitionen zur Verfügung.

www.komatsu.de

Komatsu-Europe-Vorstandsmitglied Wilfried Tschich
Komatsu-Europe-Vorstandsmitglied Wilfried Tschich: "Wir liefern Spitzenqualität und sind global aufgestellt."