Monatlich 23.000 offene Ingenieurstellen

Die aktuelle Zahl an offenen Ingenieurstellen ist auf monatlich 23.000 angestiegen. Das ist eine rund 30-prozentige Steigerung zu 2006.

Die größten Schwierigkeiten bei der Einstellung von Ingenieur-Fachkräften gab es laut einer vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) erstellten Studie im Maschinenbau (35%), in der Elektroindustrie (31%) sowie in der Forschung & Entwicklung (30%). „Die Entwicklung der Studierendenzahlen in den Ingenieurwissenschaften geben wenig Hoffnung auf baldige Änderung. Wir müssen den Nachwuchs viel stärker für Technik begeistern, wenn wir unseren Technologiestandort nachhaltig stärken wollen“, bilanzierte VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs die Ergebnisse. „Der tatsächliche Ingenieurmangel liegt über die Jahresbetrachtung sogar um ein vielfaches höher als die offenen Stellen. Ausgeschriebene Stellen, die nicht besetzt werden können, haben Projektausfälle zu Folge. Diese unbesetzten Ingenieurstellen tauchen auf dem Arbeitsmarkt anschließend nicht wieder auf.“

Laut der vom VDI beauftragten Umfrage, an der mehr als 3.300 Unternehmen teilnahmen, mussten deutschlandweit im gesamten Jahr 2006 demnach sogar 48.000 Ingenieurstellen unbesetzt bleiben. In Baden-Württemberg konnten über 12.000 Ingenieurstellen nicht besetzt werden, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 10.500 und Bayern mit rund 7.500 nicht zu besetzenden Ingenieurstellen.

Auf Grund der durchschnittlichen Wertschöpfung pro Erwerbstätigem einer Branche lässt sich ein gutes Bild über die entgangene volkswirtschaftliche Wertschöpfung machen: „In Summe entgingen der deutschen Volkswirtschaft im vergangen Jahr rund 3,5 Milliarden Euro an Wertschöpfung einzig auf Grund der nicht-realisierten Produktivität der nicht zu besetzenden Ingenieurstellen.“, erklärte IW-Geschäftsführer Klos.

Die Mehrzahl der befragten Unternehmen (68%) investiert in Weiterbildungsmaßnahmen, um der entsprechenden Knappheit kurz- und mittelfristig vorzubeugen. Annährend jedes zweite Unternehmen (48%) rekrutiert ältere Ingenieure, und nur 15 Prozent stellt die benötigten Ingenieure aus dem Ausland ein.

Weitere Verbesserungen forderte Fuchs in der Bildungspolitik, die zu einer höheren Studierbereitschaft zugunsten der Ingenieur- und Naturwissenschaften führen sollten.

„Junge Menschen müssen bereits im frühen Kindesalter, später in Schulen bis hin zur Berufswahl technikfreundlich begleitet werden. Und zwar von der Politik, von der Wirtschaft und von Initiativen wie SACHEN MACHEN.“