Gute Nachbarn auf dem Schafberg

Der Ibbenbürener Schafberg, gelegen zwischen nassem Dreieck im Westen und A 1 im Osten, zwischen Mittellandkanal im Norden und A 30 im Süden, ist schon etwas Besonderes. Sowie die Natur hier an der Grenze zu Niedersachsen das Karbongebirge ca. 100 km nördlich des Ruhrgebiets wieder ans Tageslicht gebracht hat, so sind die Menschen hier in der eher ländlich strukturierten Umgebung noch näher beieinander. Man kennt sich, man trifft sich, man arbeitet zusammen, man pflegt gute Nachbarschaft.

Das Karbon gibt einen Großteil der Nachbarn Arbeit und Brot. So baut der größte Arbeitgeber der Region, die DSK Anthrazit Ibbenbüren GmbH, mit ca. 2.600 Mitarbeitern hochwertige Anthrazit-Kohlen ca. 1.500 m unter der Oberfläche des Schafbergs ab. Die Gesteine zwischen den Steinkohlenflözen, die für die Steinkohlenbergleute taub sind und von denen sie möglichst wenig mitgewinnen wollen, die hochwertigen Sandstein- und Schiefertone, die werden in den tagesnahen Bereichen des Schafbergs von verschiedenen Unternehmen gewonnen und ver- bzw. bearbeitet. Sie finden ihren Einsatz als hochwertige Werksteine. Wer durch Ibbenbüren fährt, sieht sie, die typischen Sandsteinfassaden. Außerdem kommen die Produkte der Steinbrüche im Garten-, Landschafts-, Wasser- und Straßenbau sowie in der Ziegelindustrie zum Einsatz.

....und gelegentlich „gräbt“ man auch in den Steinbrüchen Kohle, die dem Bergwerk gehört. Denn die Kohlen gehören im Gegensatz zu dem Gestein nicht dem Grundeigentümer. Man ist also Nachbar nebeneinander und übereinander dank des Schafbergs und seiner Geologie, auf dem man gemeinsam Rohstoffe gewinnt.

Unfallversichert ist man dagegen bis heute bei zwei Berufsgenossenschaften, der Bergbau-Berufsgenossenschaft und der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft. Die beiden Berufsgenossenschaften haben seit Jahren aufgrund ihrer Branchennähe eine Verwaltungsgemeinschaft mit einem gemeinsamen Geschäftsbereich Prävention. Was liegt da näher, als die Präventionsaktivitäten der Berufsgenossenschaften zu bündeln und die bestehende gute Nachbarschaft auch auf das Gebiet von Arbeits- und Gesundheitsschutz auszudehnen?

Die DSK Anthrazit Ibbenbüren GmbH erklärte ihre grundsätzliche Bereitschaft, an diesem bislang in Deutschland beispiellosen Projekt mitzuarbeiten. Daraufhin bekam im Sommer vorigen Jahres eine Arbeitsgruppe den Auftrag, Nachbarn zu finden, die bereit sind, an einer Konzeption mitzuarbeiten, wie die Arbeits- und Gesundheitsschutzstrukturen und Initiativen des Großstandortes auch den Nachbarn zugänglich gemacht werden können. Dazu wurden die Bedürfnisse der „Kleinen“ und die Angebotsmöglichkeiten und Kapazitäten des „großen“ Nachbarn ermittelt und abgeglichen.

Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe, an der sich neben der DSK Anthrazit Ibbenbüren GmbH und den beiden Berufsgenossenschaften die Firmen HKC, Hollweg, Kümpers und Comp. KG, Manfred Woitzel GmbH & Co KG, Natursteinbetrieb Egon und Günter Woitzel GmbH & Co KG, Westermann & Co KG sowie der Natursteinbetrieb Friedhelm Schwabe GmbH, die in Summe rd. 200 Mitarbeiter beschäftigen, beteiligten, fand verschiedenste Ansatzpunkte für eine sinnvolle Zusammenarbeit. Diese Ansatzpunkte reichen von der Einbindung in die tägliche Arbeit, wie die Durchführung gemeinsamer Unterweisungen, Sicherheitstrainings, Erste-Hilfe-Maßnahmen, arbeitsmedizinische Vorsorge und Betreuung, Erfahrungsaustausch und gemeinsamer Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote bis hin zur Öffnung von Großkampagnen.

Ein breites tragfähiges Fundament für gemeinsame harte Arbeit und gemeinsame frohe Feste – natürlich mit Bezug zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, so wie es Bergmannsart ist. Denn es ist längst kein Geheimnis mehr, Arbeitsschutz hat sich weiterentwickelt und er kann, darf und muss auch Spaß machen.

Zur Eröffnungsveranstaltung des Jahres der Gesundheit, die in ein Familienfest eingebunden ist, sind die Nachbarn herzlich eingeladen. An diesem Tag wird durch die Geschäftsführer der beteiligten Unternehmen eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit öffentlich unterzeichnet werden.

Auf gute Nachbarschaft!

Hans-Georg Beyer, BBG

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