Pilotprojekt über Nachhaltigkeitsindikatoren in Brüssel vorgestellt

Im Rahmen einer Tagung der Arbeitsgruppe „Sustainable Development Indicators“ stellte Dr. Michael Rademacher, Biologe bei HeidelbergCement, Zwischenergebnisse eines derzeit laufenden Projekts „Nachhaltigkeitsindikatoren in der Zementindustrie“ bei der Europäischen Kommission in Brüssel vor. Das Pilotprojekt wird vom HeidelbergCement Technology Center (HTC), dem Bundesverband der Deutschen Zementindustrie, der AG.L.N. – Dr. Ulrich Tränkle und der Sozialpolitischen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zementindustrie (SPADZ) durchgeführt und vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Bisher fehlten geeignete und vor allem allgemein anerkannte Instrumente, mit denen der Naturschutzwert von Abbaustätten gemessen werden kann: Während bei der Gestaltung von Naturschutzmaßnahmen mit Vertragsnaturschutz und ökokonten erste Ansätze existieren und Praxiserfahrungen (z.B. aus Baden-Württemberg und der Schweiz) vorliegen, wird unter anderem auf europäischer Ebene an der Entwicklung so genannter Sustainable Development Indicators (SDIs| gearbeitet.

Die dort diskutierten Indikatoren werden bisher jedoch den spezifischen Anforderungen in den Abbaustätten der Zementindustrie nur bedingt gerecht. Deshalb wurde das Pilotprojekt in einem Steinbruch des Zementwerks Schelklingen, Baden-Württemberg, gestartet, das erstmals konkret messbare Ergebnisse für die Zementindustrie bringen soll. Ziel ist es, den Ausgleich von Rohstoffgewinnung und Naturschutz zu optimieren. Die Vorstellung des Projekts stieß bei der EU-Arbeitsgruppe auf große Resonanz. Die Studie zur Biodiversität ist eine der ersten, die aktuelles und historisches Datenmaterial miteinander vergleicht. So können erstmals Erkenntnisse gewonnen werden, welchen konkreten Einfluss der Gesteinsabbau und die anschließende Renaturierung oder Rekultivierung auf Flora und Fauna eines Standorts hat.

www.hzag.de

Steinbruch Schelklingen
Im Steinbruch Schelklingen wurde das Pilotprojekt gestartet
Gesteinsabbau und landwirtschaftliche Nutzung in enger Nachbarschaft
Gesteinsabbau und landwirtschaftliche Nutzung in enger Nachbarschaft