Ein positives Signal: Der Beitrag sinkt deutlich

Ulrich Schmidt

Briefe der Berufsgenossenschaft an ihre Mitgliedsunternehmen werden vor allem dann aufmerksam gelesen, wenn sie finanzielle Angelegenheiten betreffen. Ende April dieses Jahres haben alle der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zugehörigen Unternehmer ihre Beitragsbescheide bekommen, die eine Abrechnung über den für das abgelaufene Geschäftsjahr 2006 zu zahlenden BG-Beitrag enthalten. In diesen Bescheiden sind auch die Beiträge für die Insolvenzgeldumlage aufgeführt, welche die Unternehmen aufzubringen haben und die  von der Berufsgenossenschaft an die Bundesagentur für Arbeit durchgeleitet werden. Die Empfänger dieser Bescheide stellen sich natürlich die Frage: Wie haben sich die Beiträge im Vergleich zum Vorjahr entwickelt?

Grundsätzlich hängt der zu zahlende BG-Beitrag maßgeblich von der Höhe der jeweiligen Entgeltsumme sowie von den für das Unternehmen einschlägigen Gefahrklassen ab. Daneben aber kommt einer dritten Einflussgröße besondere Bedeutung zu: dem jährlich vom Vorstand der Berufsgenossenschaft neu festzusetzenden Beitragsfuß. Auch wenn es sich dabei um eine Rechengröße handelt, die isoliert betrachtet noch nichts über die Höhe des von den Unternehmern zu zahlenden Beitrags aussagt, lässt ein Vergleich mit den entsprechenden Zahlenwerten der Vorjahre doch Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Situation in der Steine und Erden-Industrie sowie die Anstrengungen des Vorstands der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zu, ihre Mitgliedsunternehmen so wenig wie nur irgend möglich finanziell in Anspruch zu nehmen. Dem Beitragsfuß kommt für unsere Mitglieder diesmal auch deshalb eine ganz besondere Bedeutung zu, weil er  -  und dies sehe ich als ein sehr positives Signal  -  von 7,20  um rd.15 Prozent auf 6,11 gesenkt werden konnte! 

Dieses erfreuliche Ergebnis stellt sich indessen weniger als eine Folge sinkender Entschädigungslasten dar  -  auch wenn hier nachweislich spürbare Kostensenkungen vorliegen - , sondern vielmehr als ein Ergebnis vorausschauender Finanzplanung. Hier kommt vor allem der vor einigen Jahren bei unserer Berufsgenossenschaft aus Rücklageüberschüssen eingerichteten Stabilitätsreserve entscheidende Bedeutung zu. Diese Reserve wird jetzt  auch im Hinblick auf die erfolgreiche  Präventionsarbeit, die eine weitere Ausgabenreduzierung erwarten lässt, eingesetzt, um den Beitragsfuß für unsere Mitgliedsunternehmen wirkungsvoll abzusenken. In diese Entscheidung des Vorstands ist aber auch eingeflossen, dass die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft  auf Grund einer gesetzlichen Neuregelung  keinen Umlageanteil am Lastenausgleich mehr aufbringen muss, sondern selbst Ausgleichberechtigung erlangt hat. Nähere Informationen finden Sie dazu in dem Beitrag „Umlage 2006“ dieses Heftes. 

Eine positive Entwicklung ist auch bei der Umlage für das Insolvenzgeld eingetreten. Hier konnte der Beitragssatz infolge deutlich verminderter Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit gegenüber dem letzten Jahr sogar um rund ein Drittel gesenkt werden, was eine erfreuliche Verminderung dieses  von unseren Mitgliedsunternehmen aufzubringenden  Umlageanteils zur Folge hat. 

Vor kurzem haben die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für die Konjunktur in Deutschland angehoben. Ich wünsche uns allen, dass sich die geschäftlichen Aktivitäten in der Steine und Erden-Industrie noch verstärken, der seit Monaten spürbare Aufwärtstrend weiter anhält und dies auch zu einer Erhöhung der Beschäftigtenzahlen führt. 

Ihr Ulrich Schmidt