Bauwirtschaft in Aufbruchstimmung

87 Prozent der Bauunternehmen melden gute oder befriedigende Geschäftslage

„Alles spricht dafür, dass der Bauaufschwung des Jahres 2006 nicht nur ein vorübergehendes Zwischenhoch sein wird. Die deutsche Bauwirtschaft hat nach zehn Jahren der Baukrise erstmals wieder die Chance, zumindest auf einen moderaten Wachstumspfad einzuschwenken.“ Diese Auffassung vertrat der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dr. Hans-Peter Keitel, in Mainz. Die konjunkturelle Aufwärtsentwicklung werde sich fortsetzen. Für das Baujahr 2007 erwarte der Hauptverband – dank eines weiterhin florierenden Wirtschaftsbaus – ein deutliches Umsatzplus von nominal 3,5 Prozent.

Impulse erwartet Keitel vor allem aus den Sektoren Logistik, Energie und Verkehr. Der Energiesektor stehe vor einer Welle von Erneuerungs- und Ausbauinvestitionen: Bis zum Jahr 2020 wolle die Energiewirtschaft 40 Mrd. Euro in den Ausbau und den Erhalt der Netze, weitere 40 Mrd. Euro in die Ausweitung der Kraftwerkskapazitäten bzw. in den Ersatz von Altanlagen investieren.

Für die Unternehmen der deutschen Bauindustrie sei dies bei einem Bauanteil von 40 Prozent eine interessante Perspektive. Ebenso dringlich sei die Auflösung des öffentlichen Investitionsstaus: 15 % der Brücken im Bundesfernstraßennetz befänden sich in einem nicht mehr zufriedenstellenden oder bereits kritischen Zustand. Mehr noch: Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels müssten viele Kommunen heute eine Antwort auf Abwanderung und Schrumpfung finden. Dies bedeute nicht allein den Rückbau von Wohnungskapazitäten, sondern auch die Modernisierung und Anpassung der ober- und unterirdischen Infrastruktur. Allein in die Sanierung maroder Kanalnetze müssen schätzungsweise 80 Mrd. Euro investiert werden. 

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