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„Schlema V“ – Symposium Gefahrstoffe 2006

Vom 28. Februar bis 2. März 2006 haben die Bergbau- und die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die traditionsreiche Veranstaltungsreihe „Schlema“ mit einem Symposium in Mecklenburg-Vorpommern fortgesetzt. Die Reihe hat inzwischen alle neuen Bundesländer besucht, nachdem von Schlema (Sachsen) über Gera (Thüringen), Wernigerode (Sachsen-Anhalt) und Potsdam (Brandenburg) der Kreis nunmehr geschlossen ist.

Erneut fanden über 170 Sachverständige den Weg zu dieser wichtigen Veranstaltung. Sie stand diesmal unter dem Motto „Ein Jahr neue Gefahrstoff-Verordnung“ und hatte daher einen besonders aktuellen Bezug. Die Teilnehmerschaft kam zu etwa einem Drittel aus Betrieben der Bergbau-Berufsgenossenschaft und zu einem weiteren Drittel aus solchen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft. Das letzte Drittel setzte sich aus Behördenvertretern, Vertretern anderer Berufsgenossenschaften und externen Unternehmensvertretern zusammen. Insgesamt ist erneut das Ziel erreicht worden, Praktiker des technischen Bereiches und Betriebsmediziner zu einer gemeinsamen Diskussion zusammenzubringen.

Die Veranstaltung gliederte sich in drei Themenblöcke, die jeweils durch Vorträge abgedeckt wurden. Am ersten Tag wurden die Strukturen der neuen Gefahrstoff-Verordnung diskutiert. Am Vormittag des zweiten Tages stand die Arbeitsmedizin als Schwerpunkt auf dem Programm, und am letzten Tag wurde über aktuelle Probleme und Lösungen aus der betrieblichen Praxis berichtet. Traditionell ist der Nachmittag des zweiten Tages einer Podiumsdiskussion mit Fachleuten aus dem Kreis der Referenten vorbehalten. Motto der Diskussion war in diesem Jahr: „Leben mit der Verordnung – wo hakt es?“ Erfreulich rege war hier die Beteiligung des Auditoriums, was die Relevanz des gewählten Themas unterstreicht.

Insgesamt zog sich die Kritik an der neuen Verordnung, insbesondere aus betrieblicher Sicht, wie ein roter Faden durch das Programm. Dabei ist es jedoch gelungen, die Probleme mit der neuen Verordnung konstruktiv auf den Tisch zu bringen und sachdienliche Lösungen zu erarbeiten. Viele solcher Ansätze wurden im Verlauf der drei Tage gefunden. Fazit: Die Verordnung ist zwar in vielen Fällen nachbesserungsbedürftig, doch bestehen bei gutem Willen aller Beteiligten auch jetzt schon große Gestaltungsmöglichkeiten. Insbesondere in der Branche der mineralgewinnenden Industrie zeichnet sich klar ab, dass technische Regeln, Branchenlösungen oder Empfehlungen von Berufsgenossenschaften und Behörden viele der aufgetretenen Unklarheiten und Probleme lösen können. Dies scheint auch dringend erforderlich, denn die drei Tage gaben doch eine Vielzahl Hinweise auf durch die Verordnung neu geschaffene und nicht gelöste Probleme beim Umgang mit Gefahrstoffen in der betrieblichen Praxis.

Sämtliche Vortragsunterlagen sind mittlerweile auf der Web-Seite des Instituts für Gefahrstoff-Forschung, das auch diesmal für die fachliche Ausrichtung der Veranstaltung verantwortlich war (www.igf-bbg.de), oder auf den verlinkten Web-Seiten der beiden Berufsgenossenschaften (www.bergbau-bg.de; www.stbg.de) herunterladbar. Wichtige Einzelbeiträge werden in schriftlicher Form und damit zitierfähig in den Mitteilungsblättern der beiden Berufsgenossenschaften erscheinen.

„Schlema V“ kann nur als voller Erfolg gewertet werden. Dazu trugen nicht nur die Vortragenden und die Moderatoren bei, sondern in erster Linie das rege Auditorium. Ebenso ist es gelungen, mit dem Tagungsort an der Müritz eine kreative Atmosphäre zu erzeugen. Auch aus dieser Hinsicht kann der Erfolg der Veranstaltung nur betont werden.

Nachdem, wie anfangs erwähnt, alle neuen Bundesländer einmal besucht worden sind, stellt sich nicht die Frage danach, ob es ein „Schlema VI“ geben wird,–  denn offensichtlich ist die Veranstaltungsreihe nicht nur gut etabliert, sondern unverzichtbar. Zu fragen ist lediglich, wo „Schlema VI“ stattfinden wird. Lassen Sie sich überraschen!

 

Norbert Ulitzka, BBG



Schloss Fleesensee an der Müritz
Schloss Fleesensee an der Müritz war Tagungsort des Symposiums „Schlema V“


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