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[Die Industrie der Steine + Erden]






Prüfer nehmen Rheinkalk Lengerich unter die Lupe

Seit knapp zwei Jahren produziert die Wülfrather Rheinkalk GmbH auf dem Dyckerhoff-Werksgelände Kalk. Unfallfrei. Jetzt hat das Unternehmen von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) das Gütesiegel „Sicher mit System“ bekommen. Mit der Aushändigung der Urkunden wird den Unternehmen Rheinkalk Middel GmbH & Co. KG (Rheine) und Rheinkalk Lengerich (GmbH) bestätigt, dass in den Betriebsstätten die grundlegenden rechtlichen und organisatorischen Anforderungen für die systematische Einbindung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in die Unternehmensstruktur erfüllt sind.

Durch den Gütesiegel-Bewertungsprozess optimieren die Unternehmen ihre gesamte Arbeitsschutzorganisation. Schwachstellen werden erkannt, beseitigt und somit das Risiko von Unfällen und Betriebsstörungen deutlich reduziert. Die betriebliche Effektivität steigt. Unnötige Kosten werden vermieden. „Die Mitarbeiter profitieren davon“, meinte Dipl.-Ing. Jürgen Koch von der StBG anlässlich der Übergabe des Siegels.

Bei der Belegschaft bedankte sich Michael Meyer-Waluszek, Geschäftsführer von Rheinkalk Middel (Rheine), und wies darauf hin, dass unfallfreies Arbeiten wenig mit Glück zu tun habe. Vielmehr müsse man dafür hart arbeiten. Im Namen der Stadt Lengerich gratulierte Bürgermeister Friedrich Prigge.

Um das Gütesiegel zu erhalten, muss-te Rheinkalk Lengerich einen langen Maßnahmen- und Fragenkatalog durchackern. Alle Arbeitsabläufe im Betrieb sind dokumentiert und transparent dargestellt worden. Gleichzeitig sind sämtliche Geräte und technische Anlagen  ins Visier genommen worden. Welche Gefahren gehen von einem Förderband oder einem Gesteinsbunker aus? Wie lassen sich Gefahren bei Reparaturen ausschalten? Fragen, die auch die 13-köpfige Mannschaft beschäftigen.

„Ausfallzeiten bei unserer kleinen Mannschaft sind zu teuer“, weist Betriebsleiter Per Wasner auf einen weiteren Aspekt hin. Daher sind im Vorfeld der Prüfung an vielen Stellen im Kalkwerk Verbesserungen erfolgt.

Am 1. Januar 2004 hat Rheinkalk das Kalkwerk von Dyckerhoff übernommen. Anfang der 60er Jahre ist die Anlage errichtet worden. Den Steinbruch betreibt nach wie vor Dyckerhoff. Ab Brecher ist Rheinkalk im Geschäft. Jährlich sind 250 000 Tonnen Rohstein erforderlich. Das Material bildet die obere Schicht und muss ohnehin abgetragen werden. Die unteren Schichten verwendet Dyckerhoff für die Zementherstellung.

Die vier bis zwölf Zentimeter großen Kalksteine werden in einem der insgesamt vier Ringschachtöfen zu Graukalk gebrannt. Nach dem Mahlen gehen 80 Prozent der Produktion an die umliegende Kalksandsteinindustrie. Das Einzugsgebiet ist 200 Kilometer groß und reicht bis nach Holland. Die restlichen 20 Prozent werden zu Weißkalkhydrat veredelt. Dieses Produkt wird zum einen in der Abwasserreinigung und der Entschwefelung und zum anderen als Mischprodukt bei Dyckerhoff eingesetzt. In einer großen Mischanlage fertigt Rheinkalk im Auftrag von Dyckerhoff Putz- und Mauermörtel, ein Gemisch aus Zement, Steinmehl und Kalkhydrat.

"Wir arbeiten eng zusammen", erklärt Per Wasner. Gearbeitet wird im Kalkwerk im Vier-Schicht-Betrieb. Neben dem Betriebsleiter und einem Außendienstler sorgen zwölf Beschäftigte dafür, dass die Produktion reibungslos läuft. Tag für Tag.

Christian Claus, StBG



Auf dem Dyckerhoff-Werksgelände befindet sich das Kalkwerk der Rheinkalk Lengerich
Auf dem Dyckerhoff-Werksgelände befindet
sich das Kalkwerk der Rheinkalk Lengerich


Betriebsleiter Per Wasner
Betriebsleiter Per Wasner sorgt sich um die Sicherheit
der Mitarbeiter. Er freut sich über das Gütesiegel "Sicher mit System".





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