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Förderpreis Arbeit – Sicherheit – Gesundheit 2006 - Zum neunten Mal: Branche mit Ideen

Am 31. März 2006 zeichneten Bergbau-und Steinbruchs-Berufsgenossenschaft in der Yachthafenresidenz „Hohe Düne“ vor rund 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Preisträger der aktuellen Ausschreibung des Förderpreises Arbeit – Sicherheit – Gesundheit aus. Bereits zum neunten Mal wurden jetzt die besten Ideen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz belohnt.

 

Der mit 100.000 Euro dotierte Ideenwettbewerb hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Insgesamt haben sich bis zur jetzt abgeschlossenen neunten Ausschreibung schon mehr als 5400 Menschen mit fast 2750 Beiträgen beteiligt. Die über Jahre konstant hohe Beteiligung macht deutlich, dass der Förderpreis nicht an Attraktivität verloren hat und zu einer festen Größe in der Baustoff- und Rohstoff-Industrie geworden ist.

„Über 2750 Ideen, das sind rund 300 pro Jahr, wurden in den vergangenen neun Jahren eingereicht, eine Fülle von Anregungen, basierend auf innovativen Überlegungen und Ausarbeitungen. Frauen und Männer machen sich Gedanken um mehr Sicherheit am Arbeitsplatz und über den Gesundheitsschutz. Sie identifizieren sich mit ihrer Arbeit, ihrem Betrieb, den Belangen der Kolleginnen und Kollegen, und tragen somit zur Zukunftssicherung ihrer Arbeitsplätze und des gesamten Unternehmens bei“, so Dieter Lasar, Vorsitzender des Vorstandes der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft bei seiner Eröffungsrede während der Preisverleihung. „Die Teilnehmer am Förderpreis-Wettbewerb verwirklichen genau das, was Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache so ausdrückte: ‚Deutschland ist das Land der Ideen. Aber von unseren Ideen leben – das können wir nur, wenn wir sie auch in die Tat umsetzen.’ Die Preisträger können natürlich nicht von ihrer Inspiration leben, aber sie helfen sich und anderen, sicherer und gesünder zu leben. Und wahrscheinlich hat auch schon so manche Idee geholfen, Leben zu retten.“




Das Hotel   Dr. med. Thomas Wessinghage bei seinem Vortrag
Yachthafenresidenz „Hohe Düne“   Dr. med. Thomas Wessinghage bei seinem Vortrag




Die Idee des Förderpreises

„Der Förderpreis ist ein wesentlicher Teil unserer Präventionsarbeit", betonte Helmut Ehnes, Leiter des Geschäftsbereichs Prävention der BBG und StBG. „Das Streben nach Sicherheit und Gesundheit muss in die Unternehmensziele, in die Unternehmenskultur, integriert werden. Das versuchen wir zu vermitteln. Die Berufsgenossenschaft kann aber nicht die Verantwortung für sichere Arbeitsplätze übernehmen – das ist Aufgabe aller Menschen in den Betrieben!“

Der Ideenwettbewerb „Arbeit – Sicherheit – Gesundheit“ geht von der Überlegung aus, dass in vielen Unternehmen eine gute und innovative Sicherheitsarbeit geleistet wird, intelligente Einzellösungen aber nur in den seltensten Fällen über die Grenzen des Unternehmens hinaus bekannt werden, obwohl es in vielen anderen Betrieben gleich gelagerte Probleme gibt. Unternehmer und Beschäftigte sollen motiviert werden, sich nicht darauf zu verlassen, dass andere sich um die Sicherheit an ihren Arbeitsplätzen kümmern, sondern selbst und eigenverantwortlich Ideen entwickeln, das Notwendige zu unternehmen und zu handeln!

Dieses Konzept ist inzwischen beispielgebend auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Wie Hans-Horst Konkolewsky, Direktor der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, in seinem Grußwort versicherte, hat sich die Agentur bei ihrer Entscheidung, in eigener Regie einen Europäischen Preis für gute Praxislösungen zur Verbesserung der Arbeitsumwelt einzurichten, maßgeblich am Erfolg des deutschen Förderpreises orientiert.

Konkolewsky: „Die enge Verbindung zwischen diesen beiden Preiskonzepten kam deutlich im letzten Jahr zum Ausdruck, als einer der Gewinner des Deutschen Förderpreises 2005, die F.C. Nüdling Betonelemente GmbH & Co.KG, auch Preisträger im Europäischen Wettbewerb der Agentur wurde.“




Gruppenbild der Preisträger   Pressekonferenz
Gruppenbild der Preisträger   Pressekonferenz




Die Preisträger 2006

Die Jurys der beiden Berufsgenossenschaften hatten in diesem Jahr erneut die Qual der Wahl, aus den qualitativ hochwertigen Beiträgen die Preisträger zu bestimmen. Einen gemeinsamen Förderpreis von BBG und StBG erhielt Jörg Even von der ExxonMobil Production Deutschland GmbH für seine Entwicklung eines neuen „Schutzsystems zur Befahrung von Behältern“. Das System integriert Atemschutz mit Notluftversorgung, Absturzsicherung und Sprechverbindung; es leistet einen wertvollen Beitrag für die Sicherheit von Personen, die in Behälter einsteigen müssen.

In der Kategorie „Sicherheitstechnik“ wurden von der Steinbruchs-BG fünf Mitarbeiter der Bayerischen Asphalt-Mischwerke GmbH  & Co. KG für ihre technische Lösung ausgezeichnet, mit der sie Instandhaltungsarbeiten an Verladesilos sicherer gemacht haben. Mitarbeiter der Deutschen Steinkohle AG haben eine Methode zur „Früherkennung von Gurtlängsrissen“ entwickelt und damit einen wertvollen Beitrag zur Vermeidung von Unfällen geleistet. Dafür erhielten sie den Förderpreis in der Kategorie „Sicherheitstechnik“ von der Bergbau-Berufsgenossenschaft .

Preisträgerin in der Kategorie „Organisation – Motivation“ sind – auf Seiten der StBG – Wiebke Suter-Blume von der Holcim (Schweiz) AG für ihre Idee eines computerunterstützten, internetbasierten Schulungsinstruments, das zur Ersteinweisung von Fremdfirmen-Mitarbeitern dient, sowie – auf Seiten der BBG – ein Team der K+S Kali GmbH, Werk Werra, für die Einführung ihres ganzheitlichen Unterweisungskonzeptes.

In der Kategorie „Gesundheitsschutz“ ging der Förderpreis der StBG schon zum zweiten Mal an Ewald Beulting von Hollweg, Kümpers & Comp. KG. Beulting entwickelte ein Verfahren, mit dem der Siebwechsel an Vorbrechern ohne körperliche Belastung gefahrlos und schnell durchgeführt werden kann. Die Bergbau-BG zeichnete in dieser Kategorie Reimund Paulik und Robert Lehrian von der Deutsche Steinkohle AG aus für ihren „Reinigungsadapter“, der die Freisetzung der gefährlichen lungengängigen Dieselrußpartikel deutlich reduziert.

Die Steinbruchs-BG lobte zusätzlich zwei Sonderpreise in der Kategorie „Verkehrssicherheit“ aus: Mitarbeiter der Bell GmbH erhielten einen Preis für „Sicheren Transport von Natursteinblöcken“ sowie ein Team der Meyer Rohr + Schacht GmbH und der Spedition Lutz Pieper für „Ladungssicherung bei Schachtsonderbauwerken“.

Last but not least zeichnete die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die Jungheinrich Moosburg GmbH für die Entwicklung eines „Gabelstaplers mit Drehkabine“ mit einem Herstellerpreis aus. Die komplette Kabine kann bei eingeschränkter Sicht bis zu 180° gedreht werden. Dem Fahrer bietet sich damit ein völlig freies Blickfeld und die Last kann sicher in einer entspannten Körperhaltung transportiert werden.




Dieter Lasar   Skulptur
Dieter Lasar   Skulptur




Es geht wieder los

Klar ist bereits heute, dass der Förderpreis „Arbeit – Sicherheit – Gesundheit“ für das Jahr 2007 erneut ausgeschrieben wird – wieder mit der Chance für „kluge Köpfe“ und „starke Teams“, insgesamt 100.000 Euro zu gewinnen. Einsendeschluss ist der 15. Dezember 2006. Mit neuen Plakaten werden die Betriebe im zweiten Quartal 2006 über die Einzelheiten informiert. Nichts hindert aber daran, schon jetzt Ideen und Praxislösungen zu entwickeln, aufzuschreiben und für die nächste Runde des Förderpreises einzureichen!



Theodor Bülhoff im Gespräch mit Karin Kuschik Eward Beulting mit Karin Kuschik Musikalisches Intermezzo
Theodor Bülhoff im Gespräch mit Karin Kuschik Eward Beulting mit Karin Kuschik Musikalisches Intermezzo






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