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Emissionshandel überschattet Perspektiven für Aufschwung

Deutsche Zementindustrie erwartet für 2006 leichte Absatzsteigerung

Die deutsche Zementindustrie ist zuversichtlich, dass 2006 die seit Jahren rückläufige Entwicklung beim Inlandsabsatz ihres Baustoffs endlich zum Stillstand kommt. Positive Signale für eine Stabilisierung der Baukonjunktur geben sogar Anlass zur Hoffnung auf eine Trendumkehr. Die Perspektiven für eine Erholung der energieintensiven Zementbranche werden jedoch von den drastisch gestiegenen Energiekosten und der Gefahr eines weiteren Anziehens der Strompreise überschattet, so Andreas Kern, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie, auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Berlin.

Besondere Belastungen für die Zementbranche gingen vom Emissionshandel aus, der in seiner jetzigen Form eine Fehlkonstruktion darstelle, unter der die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Grundstoffindustrie leide. In der Praxis habe die überhastete Einführung des Handels mit CO2-Zertifikaten zu Folgen geführt, die seine „Erfinder“ trotz deutlicher Warnungen nicht bedacht hätten, kritisierte Kern. Dies gelte auch für die so genannten Opportunitätskosten, mit denen die Energiewirtschaft den Wert kostenlos zugeteilter Emissionsrechte in die Strompreise „eingepreist“ und damit die Energiekosten für die Industrie in die Höhe getrieben hätte. Allein durch den Emissionshandel sei der Strompreis seit Anfang 2005 um 30 Prozent gestiegen. In der Zementindustrie entspreche dies über 45 Mio. Euro oder einer jährlichen Belastung von rund 10.000 Euro je gewerblichem Arbeitsplatz.

Die Zementindustrie geht angesichts der erwarteten Belebung der Nachfrage in allen Baubereichen für das laufende Jahr von einem leichten Anstieg des Zementabsatzes um ein bis zwei Prozent aus. In 2005 musste die Branche allerdings noch einmal einen Rückgang des Zementverbrauchs um 7,5 Prozent auf knapp 27 Mio. Tonnen verkraften. Auch die Zementausfuhren, die mit 6,2 Mio. Tonnen einen neuen Spitzenwert erreichten (Exportquote: 19,6 %), konnten die Absatzverluste im Inland nicht kompensieren. Der Umsatz der Branche stieg trotz hoher Energiekosten in 2005 nur um gut 5 Prozent auf knapp 1,8 Mrd. Euro.





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