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[Die Industrie der Steine + Erden]






Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft auf der stone+tec 2005: Import von Naturstein Container im Blickpunkt

Importierte Gefahr Der Kostendruck macht sich auch bei den Bearbeitern von Natursteinen bemerkbar. Deshalb werden vermehrt Natursteinprodukte in fertiger und halbfertiger Form aus Fernost vornehmlich aus China und Indien eingekauft und in Deutschland weiter vermarktet. Die Ware wird in der Regel im Seecontainer vom Schiff direkt auf das Betriebsgelände geliefert.
Dabei haben sich Risikobereiche herauskristallisiert, die zu Arbeitsunfällen und Gesundheitsgefährdungen bei den Mitarbeitern geführt haben: Die Betriebe sind nicht darauf eingerichtet, die großformatigen Platten fachgerecht zu entladen. Beim Öffnen der Container kommt es zu Vergiftungen durch Einatmen giftiger Gase.
Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft und die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft stellen diese Gefahrenschwerpunkte in den Mittelpunkt ihrer Präsentationen auf der Natursteinmesse "stone+tec 2005", die vom 25. bis 28. Mai 2005 auf dem Nürnberger Messegelände stattfindet. Am Stand 125 in Halle 1 erfahren interessierte Besucher alles über die mit der Entladung von Containern verbundenen Gefahren, was man dabei beachten sollte und wie man sich wirksam schützen kann. Der Messestand ist dazu in verschiedene Stationen unterteilt, die sich mit den Schwerpunktthemen Ladungssicherung und Einsatz von Pestiziden beschäftigen sowie zu einer interaktiven Gefährungsbeurteilung im Rahmen eines Gewinnspiels einladen ein Besuch lohnt sich also.


Welche Gefahren gibt es?

Die Containerentladung lässt sich nur gefahrlos durchführen, wenn die Arbeits-abläufe koordiniert sind und wenn das Natursteinprodukt "entladefreundlich" verpackt ist. Doch die Realität sieht anders aus.
Der Zugriff zu den Platten ist äußerst risikoreich, da Mitarbeiter den Container betreten und dort verschiedene Arbeitsvorgänge ausführen müssen Wegnahme der Transportsicherung mittels Kettensäge, Lösen vernagelter Verschalungen mittels Brecheisen, Einführen von Zugseilen, etc.
Die Entladung zerstörter Steintafeln stellt die Mitarbeiter vor nicht kalkulierbare Probleme. Da es für diese Fälle keine standardisierten Entnahmeausrüstungen gibt, wird zwangsläufig improvisiert und das Unfallrisiko nimmt weiter zu.
Die Einzelentnahme von Steintafeln aus einem freistehenden Holzverschlag ohne zusätzliche Sicherung muss in jedem Fall verhindert werden. Hier haben sich in jüngster Zeit Unfälle mit schweren Verletzungsfolgen ereignet.


Risiko durch begaste Container

Seecontainer werden, wenn sie Verpackungsmaterial aus Holz (Kisten, Paletten, Stauholz usw.) beinhalten, mit Chemikalien begast, um Pilze oder Schädlinge zu bekämpfen. Diese Begasungen werden in den exportierenden Ländern an Land durchgeführt und die Container sollten danach wieder gelüftet werden. Eine Nachprüfung von "angeblich" belüfteten Containern in verschiedenen Ankunftshäfen hat jedoch bestätigt, dass diese z. T. noch sehr giftige Begasungsmittel in einer gesundheitlich bedenklichen Menge und / oder Pilzsporen enthielten. Die Mehrzahl der Container passiert die Häfen ungeöffnet. Die Gefahren beim Öffnen und Entladen der Container liegt damit beim Entlader im Inland.
Entladevorgänge dürfen aus den genannten Gründen nicht dem Zufall überlassen werden. Hier ist unternehmerisches Handeln zwingend erforderlich. Auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung hat die verantwortliche Person im Betrieb technische und organisatorische Maßnahmen festzulegen, um eine sichere, gefahrlose Entladung der Container zu gewährleisten. Der verantwortungsvolle Unternehmer stellt sich diesen neuen Aufgaben. Bei Fragen beraten und informieren die Sicherheitsingenieure, Betriebsärzte und Technischen Aufsichtspersonen der StBG über fachgerechte und sichere Entlademöglichkeiten.

Besuchen Sie uns: Halle 1, Stand 125


Entladen aus einem "Open-Top"-Container
Entladen aus einem
"Open-Top"-Container




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