www.steine-und-erden.net > 2005 > Ausgabe 3/05 > Positive Signale auf dem Beitragssektor

[Die Industrie der Steine + Erden]






Positive Signale auf dem Beitragssektor

Willi Lange Im April dieses Jahres sind den Mitgliedsunternehmen unserer Berufsgenossenschaft ihre Beitragsbescheide für das Geschäftsjahr 2004 übersandt worden. Diese Bescheide enthalten nicht nur eine Abrechnung über den zu zahlenden BG-Beitrag, sondern geben auch Auskunft über die Beiträge für die Fremdumlagen, also zum Lastenausgleich sowie zum Insolvenzgeld.
Bei genauer Betrachtung der Bemessungsgrundlagen für die genannten drei Abrechnungsposten dürfte diesmal ein gewisser Überraschungseffekt eingetreten sein. Dies gilt zunächst für den größten Rechnungsposten, den Beitrag zur Deckung der Ausgaben der Berufsgenossenschaft. Die Deutsche Bauwirtschaft und mit ihr der größte Teil unserer Mitgliedsfirmen, die meist als Zulieferer für die Bauindustrie fungieren, befinden sich nach wie vor in einer konjunkturellen Krise, die maßgeblich durch rückläufige Aufträge, Schwarzarbeit, Lohndumping und ausländische Billiganbieter hervorgerufen worden ist. Die daraus resultierende Verringerung der inländisch Beschäftigten hatte natürlich einen weiteren beträchtlichen Rückgang der Entgeltsummen, welche der berufsgenossenschaftlichen Beitragsberechnung zugrunde gelegt werden, zur Folge.
Dagegen waren die Auswirkungen dieses Rückgangs der Beschäftigtenzahlen auf die finanzielle Belastung der Berufsgenossenschaft noch relativ gering, weil zwar die aktuellen Unfallzahlen und damit auch die Kosten im Bereich der medizinischen und sozialen Rehabilitation spürbar gesunken sind, Leistungen für Versicherungsfälle aus früheren Jahren, vor allem Unfallrenten, aber nahezu in gleicher Höhe weitergezahlt werden müssen. Dass der Beitragsfuß gleichwohl stabil geblieben ist und ebenso wie im Vorjahr auf 8,75 festgesetzt werden konnte, spiegelt daher nicht die weiterhin schlechte Wirtschaftslage in der Steine und Erden-Industrie wieder, sondern ist erneut und überwiegend ein Ergebnis vorausschauender Finanzpolitik. Nähere Informationen dazu finden Sie unter der Rubrik "Umlage 2004" dieses Heftes.
Beim Abrechnungsposten "Lastenausgleich" ist erfreulicherweise eine rund 5-prozentige Senkung des Beitragssatzes erfolgt. Ursächlich dafür war im wesentlichen, dass den ausgleichsberechtigten Berufsgenossenschaften maßgeblich der Bergbau-BG sowie den Bau-BGen ein etwas geringerer (Gesamt-)Betrag als im Vorjahr zu zahlen war.
Die größte Überraschung dürfte allerdings bei der Umlage für das Insolvenzgeld eingetreten sein. Hier konnte der Beitragssatz gegenüber dem letzten Jahr sogar um rund 14 Prozent gesenkt werden. Vor dem Hintergrund des im Vorjahr erfolgten starken Anstiegs in der Insolvenz-Statistik wäre auf den ersten Blick eine erneute Kostensteigerung bei der Umlage für das Insolvenzgeld plausibel gewesen. Zu dem hohen Plus bei der Gesamtzahl der Pleiten hat allerdings ganz entscheidend die dramatisch angestiegene Zahl überschuldeter Verbraucher beigetragen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist dagegen im Jahr 2004 um rund 6 Prozent gesunken, was auch in Anbetracht der Größe dieser Unternehmen eine deutliche Verminderung des zu zahlenden Insolvenzgeldes zur Folge gehabt hat.



Ihr
Willi Lange




Inhaltsverzeichnis Ausgabe 3/05 | Zurück zu unserer Homepage