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Unfallbericht: Bohrgerät durch abrutschende Wand verschüttet

In Steinbrüchen mit bankig gelagertem Kalkstein sind die Vorkommen häufig durch Karsterscheinungen gestört. Dies zeigt sich durch tiefe Auswaschungen in Form von Löchern oder ausgedehnten Spalten. Diese Hohlräume sind oft mit eiszeitlichen Geschiebelehmen verfüllt. Beim Aufschließen der Steinbrüche werden diese Hohlräume angeschnitten. Durch Erosion verschwindet die Lehmfüllung und die ursprünglich bankige Lagerstätte stellt sich als Vorkommen aus Blöcken unterschiedlichster Größe dar.
Die Unterbrechung des festen Gebirgsverbandes durch diese Abgänge ist von der Steinbruchsohle her schwer feststellbar. Wegen der Destabilisierung durch den fortschreitenden Abbau sowie die Erosion kann es zu Gesteinsfall und zum Abrutschen von Wandabschnitten kommen.
Der folgende Unfall ist ein typisches Beispiel für Gefahren, die sich aus den Erosionserscheinungen ergeben:
Im März 2004 wurde im Steinbruch eines Mitgliedsunternehmens eine Sprengung abgetan. Das vor Ort eingesetzte Bohrgerät wurde vor der Sprengung an eine abseits gelegene Steinbruchwand gefahren. Nach der Sprengung, die in etwa 200 m Entfernung abgetan wurde, löste sich ein ca. 1,50 m breiter und 23 m hoher Streifen auf einer Länge von 3 bis 4 m aus der hinter dem Bohrgerät befindlichen Wand. Die abkippenden Gesteinsmassen trafen das Bohrgerät und verursachten hierbei einen Totalschaden.
Nach Angaben des Sprengberechtigten war an der Unfallstelle die Wand zuvor begutachtet und keinerlei Hinweise auf möglichen Steinfall festgestellt worden.

Dipl.-Ing. Martin Böttcher, StBG


Bohrgerät
Das Bohrgerät wurde an der linken Seite
durch die umkippende Wand getroffen


Abbauwand
Vor dieser ruhenden Abbauwand wurde
das Bohrgerät vor der Sprengung abgestellt





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