www.steine-und-erden.net > 2004 > Ausgabe 3/04 > Innovative Ideen für sichere und gesunde Arbeitsplätze > Asbesthaltige Dichtstoffe ohne Gesundheitsrisiko entfernen

[Die Industrie der Steine + Erden]






Förderpreis-Logo   Prof. Eberhard Künzel, Barbara Leydolph
IFF Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau, Weimar

Forschungspreis


Asbesthaltige Dichtstoffe ohne Gesundheitsrisiko entfernen

Bis 1990 wurden in den neuen Bundesländern mehr als zwei Millionen Wohnungen in Fertigbauweise erstellt. Als Dichtstoff für die Fugen zwischen den einzelnen Betonelementen ist dabei Morinol, ein asbesthaltiges Material, verwendet worden. Im Rahmen von Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen muss dieser asbesthaltige Fugendichtstoff unter Beachtung der gültigen Arbeitsschutzbestimmungen jetzt entfernt werden. Da ein sicheres Arbeitsverfahren bisher nicht zur Verfügung stand, wurden die Fugen in der Vergangenheit zumeist manuell, z. B. mit Bohrhämmern, entfernt.
Am Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau in Weimar wurde jetzt ein neues Verfahren für den gefahrlosen Ausbau solcher asbesthaltiger Fugendichtstoffe entwickelt. Beim Einsatz des neuen hydraulischen Fugenausdrückgerätes wird der Fugenkitt nach und nach aus der Fuge herausgedrückt. Das Gerät hängt dabei an einer elektrischen Seilwinde. Hierdurch wird ein ermüdungs- und staubfreies Arbeiten - auch über einen längeren Zeitraum - ermöglicht. Asbestfaseremissionen sind nicht mehr nachweisbar.
Die Jury verleiht den Mitarbeitern des Instituts den Forschungspreis, weil es dieser
Arbeitsgruppe gelungen ist, ein neues Verfahren zu entwickeln, bei dem Asbestfaseremissionen und damit Gesundheitsrisiken für die Beschäftigten sicher vermieden werden.


Dr. Christoph Hommertgen (links) überreicht die Urkunden an die Preisträger des IFF.
Dr. Christoph Hommertgen (links) überreicht die
Urkunden an die Preisträger des IFF.


Das Fugenausdrückgerät arbeitet hydraulisch.
Das Fugenausdrückgerät
arbeitet hydraulisch.




Zurück zum Beitrag über die Verleihung




Inhaltsverzeichnis Ausgabe 3/04 | Zurück zu unserer Homepage