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[Die Industrie der Steine + Erden]






Gütesiegel "Sicher mit System":

Quarzwerke GmbH für "zielgerichtetes Gesamtkonzept" ausgezeichnet

Bereits Anfang des Jahres 2004 verlieh die Steinbruchs-Beufsgenossenschaft den Werken der Quarzwerke GmbH das StBG-Gütesiegel "Sicher mit System"; ausgezeichnet wurden die Betriebe in Frechen, Gambach, Haltern, Flaesheim, Weferlingen und Hohenbocka sowie die Betriebsbereiche Pilotproduktion, Zentrallabor und Produktentwicklung/Anwendungstechnik. Die Urkunden wurden während einer kleinen Feierstunde in der Hauptverwaltung in Frechen durch Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, Leiter des Geschäftsbereichs Prävention der Steinbruchs-BG, an die Betriebsleiter der Werke überreicht.
Die für das Gütesiegel erforderlichen Audits, die bis Ende des Jahres 2003 in allen Betriebsstellen durchgeführt wurden, waren überaus erfolgreich. Zu Tage kam ein Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement, das in relativ kurzer Zeit umgesetzt wurde. Durch ein zielgerichtetes Gesamtkonzept, das durch die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft gefördert und unterstützt wurde, konnten bemerkenswerte Ergebnisse erreicht werden, die sich auch in Euro und Cent niederschlugen.



Historie der Quarzwerke GmbH

Die Quarzwerke GmbH ist ein mittelständisches, international tätiges Unternehmen, das auf dem Gebiet der Gewinnung und Aufbereitung mineralischer Rohstoffe tätig ist. Sie beschäftigt im 120. Jahr ihres Bestehens rund 2.000 Mitarbeiter/innen an zahlreichen Standorten in der ganzen Welt. In Deutschland sind allein sieben Standorte zu verzeichnen.
Das seit 1884 tätige Unternehmen befasst sich mit Industrie-Mineralien - vorwiegend mit dem Abbau und der Aufbereitung von Quarz, Kaolin und Feldspat. Die gewonnenen Rohstoffe sind in den ursprünglichen Anwendungsgebieten noch immer unverzichtbar. Sie kommen in der Glasindustrie, in Gießereien, in der Bauchemie, in der Keramikindustrie und in der chemischen Industrie zur Anwendung.


Luftbild Quarzwerke GmbH, Werk Frechen
Luftbild Quarzwerke GmbH, Werk Frechen





Die Entwicklung und Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzsystems

Bereits 1974 wurde eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellt. Seit dieser Zeit werden regelmäßig Arbeitssicherheitsbegehungen, Arbeitsschutz-Ausschusssitzungen, Sicherheitsunterweisungen und Staubmessungen an den Arbeitsplätzen durchgeführt.
Besondere Aktivitäten entstanden in den folgenden Jahren durch die von der StBG ins Leben gerufenen Schwerpunktthemen, wie "Sicherheit am laufenden Band" und "BAUZ". Als weitere Schwerpunkte sind zu nennen:
  • die Durchführung von Gefährdungsanalysen an sämtlichen Bildschirmarbeitsplätzen einschließlich der erforderlichen Optimierungsmaßnahmen,
  • die Aufstellung von Unfalltafeln an den Zufahrten der Werke, damit die Mitarbeiter jederzeit über den aktuellen Stand der Unfälle informiert sind und das Bewusstsein zum sicheren Arbeiten täglich aufs Neue geweckt wird,
  • der Abschluss von Betriebsvereinbarungen zum Nichtraucherschutz,
  • die Erarbeitung geeigneter Ladungssicherungsmaßnahmen zur Gewährleistung sicherer Transporte für alle Produkte.
Das heutige Arbeits- und Gesundheitsschutzkonzept der Quarzwerke GmbH besteht - neben den oben dargestellten Maßnahmen - aus drei weiteren wichtigen Bausteinen:

1. Zielgruppenorientierte Schulungsmaßnahmen - Seminare für alle Mitarbeiter
Bereits im Jahre 2000 wurden erste Motivationsseminare für Produktionsmitarbeiter mit Hilfe eines externen Trainers durchgeführt. Auch zukünftig sollen diese Seminare fortgeführt werden. Ziel dieser Seminare ist es, sichere Verhaltensweisen bei der täglichen Arbeit zu fördern bzw. zu festigen.
Erweitert wurde dieses Seminarangebot zwischenzeitlich durch die Schulungsmaßnahmen "Arbeitssicherheit für Führungskräfte und Sicherheit unterweisen" für Meister und Vorarbeiter. Auch hier wurde mit einem externen Trainer zusammengearbeitet. Das Ziel, dieser Schulungen war es, dass die Vorgesetzten die Mitarbeiter für Arbeitssicherheit mit geeigneten Unterweisungsmethoden motivieren können.
Zwischenzeitlich wurde ein Workshop für Betriebs- und Werksleiter durchgeführt. Unter dem Motto "Arbeitssicherheit als Unternehmensstrategie" wurden dabei folgende Schwerpunkte nähergebracht:
  • Unterweisungen optimieren,
  • Nachhaltigkeit der angeordneten Maßnahmen organisieren,
  • Vorbildverhalten der Führungskräfte verbessern,
  • Einhaltung der Regeln intensiver kontrollieren.

2. Neue Gesamtbetriebsvereinbarung - Neue Arbeitssicherheitsprämie
Um das Bewusstsein der Mitarbeiter zu sicheren Verhaltensweisen zu fördern, wurde die seit 1976 bestehende Betriebsvereinbarung "Unfallprämie" komplett überarbeitet. Die neue Betriebsvereinbarung hat nun den Namen "Arbeitssicherheitsprämie" und bietet den Mitarbeitern noch größere Anreize. Gemäß dem Motto "Alle für Einen - Einer für Alle" kommen alle Mitarbeiter des jeweiligen Standortes in den Genuss der Prämie, wenn sich dort im Betrachtungszeitraum von 3 Monaten kein meldepflichtiger Unfall ereignet hat. Wegeunfälle werden bei der Berechnung der Prämie ausgenommen.

Plakataktion zur Betriebssicherheit


3. Interne Kommunikation und Information
Bei diesem letzten Baustein ist die Plakataktion "Sicher ist sicher" zu nennen, bei der in monatlichem Wechsel unterschiedliche Plakatmotive in allen Werken ausgehängt werden.
Außerdem werden in der hauseigenen Zeitschrift der Quarzwerke GmbH "Unser Blatt" regelmäßig Beiträge zum Arbeits- und Gesundheitsschutz veröffentlicht. Hierzu gehörte auch die Verleihung des Gütesiegels an die Quarzwerke GmbH, die am 15. Januar 2004 in der Hauptverwaltung Frechen durchgeführt wurde.



Unfallzahlen und aktuelle Entwicklungen

Die neuesten Zahlen bestätigen den Erfolg der durchgeführten Maßnahmen: Im vergangenen Jahr betrug die Unfallhäufigkeit bei der Quarzwerke GmbH nur noch 10,6 Arbeitsunfälle je 1 Million Arbeitsstunden, eine Senkung um 47 Prozent.
Noch deutlicher ist die Zahl der Ausfallstunden durch meldepflichtige Arbeitsunfälle gesunken. Fielen im Jahr 2000 noch 2.763 Arbeitsstunden im Nachgang zu meldepflichtigen Arbeitsunfällen aus, lag die Zahl im Jahr 2003 gerade noch bei 319 Arbeitsstunden - also ein Rückgang um 88 Prozent. Der Erfolg der Maßnahmen liegt also nicht nur im deutlichen Rückgang der Arbeitsunfälle, sondern auch im Rückgang der Unfallschwere.
Bemerkenswert ist außerdem, dass sich allein im Hauptwerk Frechen mit rund 75 Beschäftigten seit 20 Monaten kein meldepflichtiger Arbeitsunfall mehr ereignete.


Unfallstatistik der Quarzwerke GmbH über die vergangenen sechs Jahre

Unfallstatistik der Quarzwerke GmbH
über die vergangenen sechs Jahre





Ausblick

Das im Jahre 2000 begonnene Arbeitsschutzkonzept der Quarzwerke GmbH trägt nach erst dreijähriger Laufzeit bereits deutlich erkennbare Früchte. Mit Fortführung dieses Konzeptes und Ausweitung auch auf andere Unternehmensbereiche ist damit zu rechnen, dass die Unfallzahlen noch weiter sinken. Auch sind das Betriebsklima und das "Miteinander" im betrieblichen Alltag durch die begleitenden Maßnahmen deutlich verbessert worden.
Was 1884 begann, wird sich noch viele Jahre erfolgreich fortsetzen: Der Abbau der ungewöhnlich reinen Quarzsandvorkommen in allen Betrieben der Quarzwerke GmbH. Allein die Lagerstätte in Frechen gehört zu den größten Europas.
Neben der besonderen Qualität des Rohstoffs ist es eine ganz einfache Philosophie, auf die der Erfolg der Quarzwerke baut: Zufriedene Kunden durch fehlerfreie Produkte und gleichberechtigt zufriedene, gesunde Mitarbeiter durch gelebten Arbeits- und Gesundheitsschutz. Nur ein entsprechendes Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter gewährleistet langfristig einen hohen Standard in der betrieblichen Arbeitssicherheit.
Um den Unternehmenserfolg auch künftig zu sichern, werden die Qualität der Produkte, die Dienstleistungen und das Arbeits- und Gesundheitsschutz-Management ständig weiterentwickelt. Auch im Bereich des Umweltschutzes kommen die Quarzwerke GmbH ihrer Verantwortung nach. Der Abbau von Quarzsand führt direkt wieder zum Aufbau der Natur.


Übergabe der Gütesiegel-Urkunden an die Betriebsleiter durch Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, StBG (re.)
Übergabe der Gütesiegel-Urkunden an die
Betriebsleiter durch Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, StBG (re.)


Dipl.-Ing. Alwin Königsmann, StBG





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