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[Die Industrie der Steine + Erden]






Personenrettung auf Tiefbohranlagen

Kontakt: Erdöl Erdgas Workover GmbH, D-29410 Salzwedel
Kurt Schmedemann, Tel.: (0 39 01) 8 35 20




Problem
Der Turmsteiger auf einer Bohranlage arbeitet in einer Höhe von 30 bis 40 Metern auf der sogenannten Aushängebühne. Dort wird er beim Ein- bzw. Ausbau des Bohrgestänges eingesetzt. Dieser Arbeitsplatz ist gefährdet durch einen möglichen Ausbruch von Lagerstättenmedien sowie durch unvorhergesehene Explosionen und Brände von unkontrolliert ausgetretenen Bohrlochmedien wie Erdöl und Erdgas. In einer solchen Situation muss der Turmsteiger seinen Arbeitsplatz einfach, schnell und gefahrlos verlassen können. Erschwerend kommt hinzu, dass im Ernstfall die Sicht eingeschränkt und der Lärmpegel sehr hoch ist. Außerdem wird der Turmsteiger durch eine nicht zu unterschätzende Absturzgefahr bedroht. Insgesamt steht der Mitarbeiter in einer solchen Gefahrensituation unter höchster Stressbelastung.


Praxislösung
Um ein schnelles und sicheres Verlassen dieses hochgelegenen Arbeitsplatzes im Gefahrenfall zu ermöglichen, werden von den Bohranlagenherstellern Personenrettungsgeräte mitgeliefert. Diese bestehen häufig aus einem Stahlseil, welches an der Aushängebühne zu einem im Erdboden befestigten Erdanker führt. An diesem Stahlseil ist ein Personenrettungsgerät installiert, welches im wesentlichen aus zwei Seilrollen, einer daran befestigten T-förmigen Sitzmöglichkeit und einem Bremshebel besteht. In einer Gefahrensituation muss der Turmsteiger beim Abfahren bei vollem Bewusstsein sein und aktiv handeln, da sonst die Gefahr besteht, dass er ungebremst in die Betonbefestigung des Abfahrseiles fährt. Darüber hinaus besteht beim Benutzen dieses Rettungsgerätes eine erhöhte Absturzgefahr. In einem Unternehmen der Erdöl- und Erdgas-Industrie wurde ein Personenrettungsgerät so umgebaut, dass eine einfache und sichere Benutzung auch unter schwierigsten Bedingungen gegeben ist. So wurde das Gerät mit einem richtigen Sitz mit seitlichem Halt und Sicherungskette ausgerüstet. Eine automatische Bremseinrichtung verhindert bei auftretender Bewusstlosigkeit des Benutzers ein ungebremstes Abfahren. Nach intensiver Prüfung der eingereichten Konstruktionsunterlagen für das so umgestaltete Personenrettungsgerät wurde von dem zuständigen Bergamt eine Bauartzulassung erteilt.


Aushängebühne an einer Tiefbohranlage mit Personenrettungsgerät
Aushängebühne an einer
Tiefbohranlage mit Personenrettungsgerät


Komplettansicht des neu entwickelten Personenrettungsgerätes
Komplettansicht des neu entwickelten
Personenrettungsgerätes


Das "PRG“ im Einsatz: einfache Handhabung und sicheres Abfahren im Gefahrenfall
Das "PRG" im Einsatz: einfache Handhabung
und sicheres Abfahren im Gefahrenfall




Erfahrung
Alle Arbeitnehmer, die im Rahmen der regelmäßigen Sicherheitsunterweisungen das Personenrettungsgerät benutzen müssen, sind von der einfachen und sicheren Handhabung nach der Umgestaltung positiv beeindruckt. Müsste das Gerät im Gefahrenfall benutzt werden, so ist nach Ansicht der Mitarbeiter ein schnelles, sicheres und gefahrloses Verlassen des Arbeitsplatzes des Turmsteigers aus einer Höhe von etwa 30 Metern zuverlässig möglich.






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