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StBG-Pilotprojekt in der BG-Klinik Falkenstein: Motivation pur für Münchner Meisterschüler

Um angehende Steinmetzmeister - als zukünftige Führungskräfte in den Betrieben - für die Staubproblematik in ihrem beruflichen Umfeld zu sensibilisieren, hat die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft Schüler der Fachschule für Steintechnik München vom 28. bis 30. April 2004 zu einer Informationsveranstaltung mit dem Thema "Naturstein und Staub: Muss die Gesundheit auf der Strecke bleiben?" in die Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten Falkenstein eingeladen.
Diese Veranstaltung fand im Rahmen des "ILO World Day for Safety and Health at Work" statt, den die ILO (International Labour Organization), eine Organisation der UNO, jedes Jahr am 28. April ausruft.
Auf dem Programm standen - neben einer Führung durch die Klinik und einer Betriebsbesichtigung zum Abschluss der Veranstaltung - vor allem die für Steinmetze (über)lebenswichtigen Frage nach Silikoseerkrankungen. Die Fachleute von Steinbruchs-BG und der Bau-Berufsgenossenschaft Bayern und Sachsen informierten über grundsätzliche Themen wie
  • Wo kommt mineralischer Staub vor?
  • Warum ist mineralischer Staub gefährlich?
  • Wie funktioniert das Staubreinigungssystem der Lunge?
  • Was kann mineralischer Staub im Körper bewirken?
  • Welche Erkrankungen sind staubbedingt?
  • Berufskrankheiten durch Einwirkung von mineralischem Staub
Die Darstellung der Staubgrenzwerte und BG-Regeln sowie die möglichen Maßnahmen zum Schutz vor Staub schlossen sich an. Firmenvertreter stellten ihre Lösungen zur Vermeidung oder Bekämpfung von Staub am Arbeitsplatz vor.



"Staubfrei" - die Präventions-Kampagne der StBG

Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft greift das Thema "Staub am Arbeitsplatz" in ihrer aktuellen Präventionskampagne auf, zu der auch die Aktion in Falkenstein gehörte. Hier wird der heutige "Stand der Technik" der Staubbekämpfung bei unterschiedlichen Natursteingewinnungs- und -bearbeitungsverfahren bis hin zur besonderen Situation auf Baustellen zur Diskussion gestellt.
Neue medizinische und wissenschaftliche Erkenntnisse haben nämlich das Thema "Staub am Arbeitsplatz" in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt. Dabei geht es nicht nur um die Wirkung einatembarer mineralischer Stäube und daraus resultierende Erkrankungen der Atemwege, sondern auch um die lungenkrebserzeugende Wirkung quarzhaltiger, lungengängiger Stäube.
Der Gesetzgeber hat bereits die festgeschriebenen Grenzwerte verschärft und zusätzliche Schutzmaßnahmen gefordert. Im Rahmen der Überarbeitung der Gefahrstoffverordnung sind weitere Neuerungen zu erwarten. Auch wird Lungenkrebs inzwischen als Berufskrankheit anerkannt, wenn die Einwirkung von kristallinem Siliziumdioxid am Arbeitsplatz nachgewiesen ist und hieraus eine Quarzstaublungenerkrankung (Silikose) entstanden ist.
Die Ziele der StBG-Initiative sind eine Verbesserung des Informationsstandes über
  • die Wirkung von Stäuben auf den Menschen
  • technische, organisatorische und persönliche Staubschutzmaßnahmen und
  • deren Umsetzung im Betrieb,
  • eine höhere Motivation aller Beteiligten,
  • die Verringerung von Staubbelastungen an den Arbeitsplätzen,
  • die Verringerung der gesundheitlichen Gefährdung der Versicherten sowie
  • ein breiter Dialog zwischen Maschinenherstellern, Anlagenbetreibern und Unfallversicherungsträgern.

Auf die Frage "Was ist zu tun?" wird aufgezeigt, was Maschinenhersteller, Unternehmer und Unfallversicherungsträger auf dem Gebiet der Staubprävention zukünftig gemeinsam tun werden (und müssen), um die Staubsituation an den Arbeitsplätzen zu verbessern.
Die Kampagne will Unternehmer, Sicherheitsfachkräfte, Sicherheitsbeauftragte und Mitarbeiter jeweils zielgruppenspezifisch sensibilisieren. Dabei ist es der StBG wichtig, das Thema nicht "staubtrocken" zu behandeln, sondern Praxisnähe und zielgruppengerechte Sprache bei der Auswahl der Medien in den Vordergrund zu stellen.


"Was ist mineralischer Staub?" - Dipl.-Ing. Kurt Kolmsee, StBG, erläutert Entstehung und Wirkung von Feinststäuben Am Abschlusstag besichtigen die Meisterschüler einen Steinverarbeitungsbetrieb im Vogtland
"Was ist mineralischer Staub?" - Dipl.-Ing. Kurt Kolmsee, StBG, erläutert Entstehung und Wirkung von Feinststäuben Am Abschlusstag besichtigen die Meisterschüler einen Steinverarbeitungsbetrieb im Vogtland

Dr. Nicola Kotschy-Lang demonstriert die Folgen einer Silikose Dipl.-Ing. Josef Kraus, Bau-BG Bayern und Sachsen, stellte die Möglichkeiten zur Staubprävention vor
Dr. Nicola Kotschy-Lang demonstriert die Folgen einer Silikose Dipl.-Ing. Josef Kraus, Bau-BG Bayern und Sachsen, stellte die Möglichkeiten zur Staubprävention vor

Lebendige Diskussion mit engagierten Meisterschülern Logo des "ILO World Day for Safety and Health at Work"
Lebendige Diskussion mit engagierten Meisterschülern Logo des "ILO World Day for Safety and Health at Work"

Die Teilnehmer an der "Staubschutz"-Veranstaltung  in Falkenstein
Die Teilnehmer an der "Staubschutz"-Veranstaltung in Falkenstein




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