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Caterpillar und Zeppelin: 50 Jahre Baumaschinengeschichte

Untrennbar sind die Namen Caterpillar und Zeppelin seit nunmehr 50 Jahren miteinander verbunden. Sicherlich hat 1954 niemand ahnen können, dass sich der damalige Nachfolgebetrieb des Luftschiffbaus durch die Übernahme der Caterpillar-Generalvertretung zu einem der größten Cat-Händler weltweit und zu Europas größter Vertriebs- und Serviceorganisation entwickeln würde.
Der Beginn der bemerkenswerten Erfolgsgeschichte reicht weit zurück: Für Caterpillar erhielt der europäische Markt gleich nach dem 2. Weltkrieg große Bedeutung. Bis 1950 wurden Kunden weltweit jedoch ausschließlich über den Export beliefert. Wirtschaftliche Gründe und Importbeschränkungen wie in Großbritannien führten dazu, dass Caterpillar im Überseegeschäft Verluste verzeichnete. Deshalb wurde damals entschieden, auch außerhalb der Vereinigten Staaten Fertigungsstätten und Vertriebszentren zu gründen. Dazu gehörte als bedeutendes Überseezentrum in Genf die Caterpillar Overseas S.A. (COSA), zuständig für Europa, Afrika sowie den nahen und mittleren Osten.
Während des Automobil-Salons 1954 in Genf führte COSA-Vertriebsleiter Oskar v. Seeger mit dem damaligen Generaldirektor der Metallwerke Friedrichshafen GmbH Julius Oesterle erste Gespräche. Dies führte wenig später zur Gründung der "Abteilung Caterpillar" der Zeppelin-Metallwerke Friedrichshafen GmbH.



Ein halbes Jahrhundert Technikgeschichte

Während der 50 Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem größten Baumaschinenhersteller der Welt wandelten sich die Maschinen, die Märkte, die Baumethoden und die Industrie erheblich. Cat-Baumaschinen erbrachten oft extreme Leistungen, die man von anderen, auch heimischen Fabrikaten, in den 50er Jahren nicht gewohnt war. Zum Beispiel konnte der legendäre Kettendozer D9 ohne Motorprobleme bei bis zu 45° Schrägneigung planieren und reißen. Der 320 PS starke Cat-Turbodiesel hatte schon damals zwei Ölansaugpumpen, um die Ölzufuhr des Motors auch unter härtesten Bedingungen zu sichern.
1959 erschien der Urahn aller späteren Cat-Radlader. Tatsächlich unterschied sich der Cat 944 von den meisten anderen Radladern seiner Zeit, da sich seine Hubarme und Hydraulikzylinder vor dem Fahrerstand befanden. Bei Maschinen anderer Fabrikate bewegten sich die Hubarme noch als gefährliche "Halsabschneider" direkt seitlich neben dem Fahrer auf und nieder.



Bagger auf Erfolgskurs

Raupen, Scraper, Grader, Radlader und Muldenkipper - das waren in erster Linie die Maschinen, auf denen sich damals Caterpillars Weltruhm gründete. Als sich in den 60er Jahren abzeichnete, dass Hydraulikbagger zukünftig Seilbagger verdrängen würden, wurden bei Caterpillar die Zeichen der Zeit erkannt.
Als 1972 mit dem 225 der erste Cat-Hydraulikbagger auf den Markt kam, war dies ein gewagtes Projekt, da technisches Neuland betreten wurde und andere Hydraulikbagger-Entwicklungen amerikanischer Hersteller keinerlei Erfolge verbuchten. Wie richtig diese Entscheidung jedoch war, zeigten die folgenden Jahrzehnte.



Cat D9
Wer eine Cat D9 fuhr, war zu Recht stolz.
Eine D9 war auf der Baustelle die stärkste
und meist auch größte Maschine, so dass
nur ausreichend erfahrene Maschinisten auf ihrem
Sitz thronen durften.


Caterpillar 922
Gleichermaßen auf Baustellen wie in Gewinnungsbetrieben
beleibt waren die ersten Radlader von Caterpillar wie der 922.
Von Zeppelin zum Reifen schonenden Betrieb ausgestattet,
füllte er im Handumdrehen Lkw wie Mercedes-Oldtimer.


Caterpillar-Hydraulikbagger
Ab 1972 lieferte Zeppelin die ersten Caterpillar-Hydraulikbagger
auf deutsche Baustellen - mit großem Erfolg, zählten
die Bagger doch bald zu den Marktführern. Der 245 war eine
echte Hochleistungsmaschine und konnte Dreiachs-Lkw mit nur zwei
Ladespielen beladen.






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