www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 3/03 > Ideen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz > Gefahrlose Probenahme von Heißmehl bei der Zementherstellung

[Die Industrie der Steine + Erden]






Förderpreis-Logo   Jörg Kriege, Reinhard Machill, Dirk Schäpers, Hans Zimmer
Dyckerhoff Zement AG, Werk Lengerich

PREISTRÄGER "SICHERHEITSTECHNIK"


Gefahrlose Probenahme von Heißmehl bei der Zementherstellung

Zement entsteht durch das Brennen von Kalksteinmehl in Drehrohröfen. Bei Temperaturen von 1.500° C wird aus dem feinen Rohmaterial grobkörniger Zementklinker. Bevor das Kalksteinmehl in den Drehrohrofen gelangt, wird es mit den beim Brennprozess entstehenden Abgasen im Wärmetauscherturm auf 800° C vorgeheizt. Zur Qualitätssicherung müssen dort regelmäßig Materialproben entnommen werden. Die damit verbundenen Arbeiten sind nicht ungefährlich, weil Druckschwankungen dazu führen können, dass (800° C) heißes Kalksteinmehl unkontrolliert nach außen tritt. Aufgrund des mit Wasser vergleichbaren Fließverhaltens dieses Materials können dabei schwerste Verbrennungen entstehen.
Im Werk Lengerich der Dyckerhoff Zement AG wurde jetzt ein neues Probenahmesystem entwickelt, mit dessen Hilfe Materialproben sicher entnommen werden können. Das System arbeitet nach dem Prinzip einer Schleuse und ist fest mit dem Wärmetauscher verbunden. Der in einem geschlossenen Rohr befindliche Probenahmelöffel wird in den Materialstrom geführt und anschließend über ein Schleusensystem zurückgezogen. Danach kann die Probe sicher entnommen werden, weil keine offene Verbindung zum heißen Materialstrom mehr besteht.
Die Jury hat Jörg Kriege, Reinhard Machill, Dirk Schäpers und Hans Zimmer den Förderpreis Arbeit - Sicherheit - Gesundheit in der Kategorie "Sicherheitstechnik" zuerkannt, weil durch diese Idee eine´der risikoreichsten Arbeiten bei der Zementproduktion in Zukunft gefahrlos durchgeführt werden kann. Die Jury betont, dass dieses innovative Probenahmesystem in allen Zementwerken - auch über die Grenzen Deutschlands hinaus - eingesetzt werden kann, weil vergleichbare Probenahmeanforderungen weltweit bestehen.


Das mit dem Förderpreis ausgezeichnete Team Heute wird die Probe bei Dyckerhoff vom neu entwickelten Löffel "abgezapft"
Das mit dem Förderpreis ausgezeichnete Team

Heute wird die Probe bei Dyckerhoff vom neu entwickelten Löffel "abgezapft"

Die Entnahme der Materialproben war bisher eine - im wahrsten Sinne des Wortes - heiße Angelegenheit. Die Mitarbeiter mussten sich entsprechend umfangreich schützen. Werk Lengerich der Dyckerhoff AG
Die Entnahme der Materialproben war bisher eine - im wahrsten Sinne des Wortes - heiße Angelegenheit. Die Mitarbeiter mussten sich entsprechend umfangreich schützen. Werk Lengerich der Dyckerhoff AG


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