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Bilanz 2002: Unfallrisiko in der Baustoff-Industrie erreicht Tiefststand

Das Risiko, in der deutschen Baustoff- Industrie bei der Arbeit einen meldepflichtigen Unfall zu erleiden, war noch nie so gering wie im abgelaufenen Jahr. Mit 54,4 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter wurde ein historischer Tiefststand erreicht, der um 12,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres liegt. Damit ist das Unfallrisiko seit 1995 um mehr als 37 Prozent gesunken!
Auf weniger als die Hälfte ist seit 1995 die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle von 17.735 auf aktuell 8.078 Fälle zurückgegangen. Bezogen auf das Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 19,4 Prozent, welcher natürlich auch auf die um sieben Prozent rückläufigen Versichertenzahlen zurückzuführen ist. Bei den schweren Arbeitsunfällen, die zu Rentenleistungen führen, waren im letzten Jahr 280 Fälle zu entschädigen. Der aktuelle Wert liegt damit weiterhin auf dem niedrigen Niveau von 2001 (279 Fälle) und um mehr als 46 Prozent unter dem des Jahres 1995. Ungünstig ist die Entwicklung bei den tödlichen Arbeitsunfällen. Im Gegensatz zum Jahr 2001, in dem 15 tödliche Arbeitsunfälle zu beklagen waren, hatten im letzten Jahr leider 21 Arbeitsunfälle tödliche Folgen.
Wertet man die Arbeitsunfälle, die zu Rentenzahlungen führten, nach dem Arbeitsbereich aus, so wird deutlich, dass die Bereiche "Betonsteinwerk" und "Fertigteilwerk" mit zusammen 60 Fällen an der Spitze der Statistik liegen. Hinsichtlich des Unfallmerkmales "Tätigkeit des Verletzten" sind auch im Jahr 2002 mehr als 36 Prozent der Rentenfälle auf Unfälle, die sich beim "Gehen, Laufen oder Steigen" ereignet haben, zurückzuführen.
Damit sind die Stolper- und Sturzunfälle nach wie vor an der Spitze der Rentenstatistik. Die Anstrengungen der Berufsgenossenschaften, durch geeignete Kampagnen gerade diesen Unfallschwerpunkt zu beeinflussen, sind vor diesem Hintergrund sicherlich notwendig und gerechtfertigt.
Auch bei den Wegeunfällen kann eine positive Bilanz gezogen werden.
Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle ist von 763 im Vorjahr auf 635 Fälle zurückgegangen (minus 16,8 Prozent). Erfreulicherweise sind bei den Wegeunfällen auch die durch Rentenleistung zu entschädigenden Unfälle von 47 auf 39 um 17 Prozent gesunken, wobei im Berichtsjahr nur ein Wegeunfall tödliche Folgen hatte (2001: 4 tödliche Wegeunfälle).
Im Zeitraum seit 1995 ist damit auch das Wegeunfallrisiko um mehr als 26 Prozent gesunken. Neben einer Verbesserung der technischen Sicherheit der Fahrzeuge dürften hierfür sicherlich auch die umfangreichen Präventionsanstrengungen von Unternehmen und Berufsgenossenschaft ursächlich sein, die darauf zielen, auf das Verhalten der Versicherten im Straßenverkehr Einfluss zu nehmen.
Im Bereich der Berufskrankheiten sind die angezeigten Verdachtsmeldungen von 644 im Jahr 2001 auf 525 im Jahre 2002 um über 14 Prozent zurückgegangen. In 89 Fällen kam es dabei zu einer Anerkennung der Berufskrankheit mit Rentenzahlung. Damit liegen im Jahr 2002 auch die neuen Berufskrankheitenrentenfälle um 13,6 Prozent unter der Zahl des Vorjahres.
Im Zeitraum seit 1995 haben sich die Verdachtsanzeigen halbiert - die neuen Berufskrankheitenrenten sind um 27 Prozent zurückgegangen. Spitzenreiter bei den Berufskrankheitenrenten ist noch immer die Silikose, obwohl mit 33 neu zu entschädigenden Fällen der Wert deutlich unter dem des Vorjahres (42 Fälle) liegt.
Auf Rang 2 der BK-Rentenstatistik liegt die Lärmschwerhörigkeit mit 23 neuen Rentenfällen, gefolgt von Hauterkrankungen mit zwölf neuen Fällen.
Insgesamt lässt sich bilanzieren, dass die gemeinsamen Bemühungen von Betrieben und Berufsgenossenschaft für mehr Prävention seit Jahren Früchte tragen und durch deutliche Rückgänge in der Unfallstatistik belohnt werden. Hatte 1995 noch jeder zwölfte Versicherte in jedem Jahr einen meldepflichtigen Arbeitsunfall, so war es im Jahr 2002 nur noch jeder Zwanzigste.
Das Fazit lautet also: Investitionen in Prävention rechnen sich und machen sich für alle Beteiligten bezahlt!
Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, StBG


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