www.steine-und-erden.net > 2002 > Ausgabe 3/02 > Wägesysteme für die Baustoffindustrie

[Die Industrie der Steine + Erden]






Wägesysteme für die Baustoffindustrie

Die Wägetechnik hat den Informationsfluss und teilweise auch den Materialfluss in der Baustoff-Industrie verändert. Moderne Technologien der Vernetzung und Übertragung der Wägedaten in übergeordnete DV-Systeme wie z. B. Auftragsbearbeitung und Flottenmanagement erweitern das Optimierungspotential. Solchen integrierten Lösungen gehört die Zukunft, weil sie für einen verbesserten Informationsfluss sorgen und erheblichen Effizienzgewinn und damit Kosteneinsparung zur Folge haben. Dies schließt insbesondere auch den Einsatz von mobilen Wägesystemen ein.



Innovationen an Pfreundt

Bei der Entwicklung von mobilen Wägesystemen vor mehr als 20 Jahren war Pfreundt maßgeblich beteiligt. Heute bietet das Unternehmen Radladerwagen an, die über die Zulassung als selbsttätige Waage in Klasse IIII, Y(b) verfügen. Die Baggerwaagen haben die EG-Baumusterzulassung für Klasse III und IIII. Seit rund sieben Jahren bietet Pfreundt dynamische Systeme an, die das Gewicht beim Laden, ohne das Ladespiel zu unterbrechen, ermitteln.
Heute sind die Wägeeinrichtungen in der Regel neben der Anzeige mit einem Drucker ausgestattet. Aber es sind neue Speicher- und Übertragungsmedien hinzugekommen, die die Möglichkeiten der mobilen Wägetechnik deutlich erweitern. Hier sind zum einen die Speicherkarten zu nennen. Das sind scheckkartengroße Datenträger, die alle Wägedaten aufzeichnen und die z. B. am Ende einer Schicht im Büro "ausgelesen" und in der Datenverarbeitung des Unternehmens weiterverarbeitet werden. Über integrierte Barcodeleser können zu dem - ebenfalls "on board", direkt an der Wägeelektronik - kundenbezogene Daten ins System eingelesen werden.
Alternativ lassen sich die Wägedaten über beliebige Distanzen hinweg auch über Datenfunk oder das Mobilfunknetz (GSM) übertragen. Welche Vorteile dies bringt, lässt sich am besten an einem konkreten Beispiel aus der Praxis eines großen Baustoff-Unternehmens beschreiben: Dieses betreibt 26 Baustoffwerke in einem Gebiet von rund 350 x 100 km. Da das Unternehmen aus der Fusion von vier Beteiligungsunternehmen entstand, lag der Gedanke nahe, die Wägetechnik zu vereinheitlichen, um eine einheitliche Datenbasis zur Verfügung zu haben. Dies tat man, in dem man 29 Radlader mit mobilen Pfreundt-Wägesystemen ausrüstete.
Die Wägeelektronik dieser Radlader sind mit einem Mobilfunk-Modul ausgestattet, dass die Wägedaten an die Firmenzentrale überträgt. Über einen Barcodeleser kann der Laderfahrer die Kundenkarten der Stammkunden einlesen - die Fahrzeuge müssen dann nicht mehr über die stationäre Waage fahren. Die Speicherkapazität der Wägeelektronik ist so groß, dass theoretisch die Daten von 30 Tagen gespeichert werden können. In der Praxis senden die Wägesysteme aber mehrmals am Tag die Daten an die Zentrale. Die stationären Waagen, die in 14 Werken vorhanden sind, geben ihre Daten per ISDN-Leitung weiter. Mehr als 7.000 Datensätze werden auf diese Weise pro Tag übertragen.
Der Wunsch des Unternehmens, die Daten aller Werke in ein zentrales Warenwirtschaftssystem zu integrieren, wurde durch Einführung der Pfreundt Office Software (P.O.S.) realisiert. P.O.S. ist modular aufgebaut und läuft unter Windows, so dass dem Anwender die Bedienoberfläche vertraut ist. Mit diesem System können die Daten von mobilen Waagen und stationären Waagen eingelesen und weiterverarbeitet werden - sei es in Form von Statistiken oder für die Rechnungserstellung. Da der Anwender das System um eigene Kunden und Artikelstammdaten ergänzen kann, eignet sich P.O.S. auch als zentrale Unternehmens-DV zum Beispiel für Kies- und Sandgruben: Von der Abbauleistung bis zum Auftragsbestand und zum Rechnungswesen kann dieses Software alle Aufgaben abdecken.


Dynamische Gewichtsermittlung bei der Verladung mit dem Schaufellader
Dynamische Gewichtsermittlung bei der
Verladung mit dem Schaufellader


Ganz neu ist die Möglichkeit, die Wägedaten mit GPS, dem Global Positioning System, zu verknüpfen. Hierzu hat Pfreundt das Software-Modul P.O.S. Fleet entwickelt. Dieses Modul überträgt nicht nur die Wägedaten, sondern auch die aktuelle Fahrzeugposition an den Rechner in der Firmenzentrale - das erleichtert die Fahrzeugdisposition z. B. von Containerdiensten ganz erheblich. Aber auch für Gewinnungsbetriebe ist diese Lösung interessant, denn neben den üblichen vektorisierten Straßenkartensätzen kann man hier auch eigene Karten einscannen und als Basis für die GPS-Positionsbestimmung benutzen.


Verwiegung und Abrechnung von vernetzten Kieswerken in der Praxis
Verwiegung und Abrechnung von
vernetzten Kieswerken in der Praxis




Straßenfahrzeugwaagen von Dohmen

Gegründet 1924 kann Waagenbau Dohmen, Würselen, auf eine lange Tradition bei der Herstellung von Fahrzeugwaagen zurückblicken. Seit nunmehr 25 Jahren wird auch die schlüsselfertige Herstellung kompletter Wägeanlagen angeboten. Durch die eigene Produktion aller Betonfertigteile für Straßenfahrzeug- und Gleiswaagen verfügt das Unternehmen heute über eine umfangreiche Lieferpalette für alle Einbaubedingungen.
Elektromechanische Straßenfahrzeugwaagen werden in Überflur- bzw. Unterflurbauweise angeboten, wobei die örtlichen Gegebenheiten die Ausführung bestimmen. Fundamente und Waagenbrücken werden aus hochwertigen Stahlbeton-Fertigteilen hergestellt und zeichnen sich durch große Haltbarkeit und Wartungsfreiheit aus. Die Gehäuse der Kraftaufnehmer sind aus Edelstahl in Schutzart IP 68 ausgeführt. In der Regel werden die Waagen mit einem separatem Wägeterminal ausgestattet, so dass bei Ausfall der EDV ein Notbetrieb möglich ist. Softwarepflege und Bedienerhilfen können über ein Fernwartungsmodul getätigt werden. Die mit moderner EDV ausgestatteten Straßenfahrzeugwaagen ermöglichen eine ordnungsgemäße Verwiegung und Registrierung aller ein- und ausfahrenden Lkws. Diese werden identifiziert, verwogen, Stammdaten erfasst, Aufträge angelegt bzw. zugeordnet, Sorten bestimmt und als Wareneingang oder -ausgang registriert und statistisch ausgewertet. Die Wägesoftware ermöglicht ebenfalls mandantenabhängiges Wägen, unterschiedliche Formularausdrucke und das Führen eines Betriebstagebuchs.
Neben Straßenfahrzeugwaagen bietet Waagenbau Dohmen auch Klein-, Labor- und Industriewaagen an.


Waagenbau Dohmen hat umfangreiche Palette von Fahrzeugwaagen im Programm
Waagenbau Dohmen hat eine
umfangreiche Palette von Fahrzeugwaagen im Programm




Überwachungssysteme für Bagger

In enger Zusammenarbeit mit den namhaften Herstellern, Novatron, Prolec und 3B6 bietet die Ing. U. Gritzke GmbH, Lemgo, Anwendern eine komplette Systempalette zur Kontrolle und Überwachung von Mobil- oder Kettenbaggern. Diese Systeme beinhalten Überlastsicherungs-Einrichtungen, Systeme zur Höhen- und Seitenabschaltung sowie Tiefenkontroll- und Wägesysteme.
Die Bagger-Tiefenkontrolle Easy-Dig ist in der Lage, die Höhe der Schneidunterkante des Löffels in Bezug auf einer vorher vorgegebene Referenz oder einer vorgegebenen Neigung mit Hilfe einer Kontrollbox numerisch anzuzeigen. Dieses funktioniert laserunabhängig, da alle Bewegungen des Auslegers, des Stiels und auch des Löffels durch Beschleunigungssensoren kompensiert und automatisch umgerechnet werden. Zusätzlich hat der Bediener die Möglichkeit, der Adaption eines Laserempfängers am Ausleger. Durch einfaches Durchschwenken dieses Empfängers durch den Laserstrahl wird dem System die Referenzhöhe neu übermittelt. Dadurch werden Höhenfehler beim Versetzen oder Durchsacken der Maschine vermieden. Dieses System eignet sich ideal zur Höhen- oder Neigungskontrolle von jeglichen Aushub- oder Planumsarbeiten von Mobil- oder Kettenbagger.
Das System Easy-Dig-Vision beinhaltet eine farbige Graphikanzeige mit "Touch-Display". Somit erhält der Fahrer ständig eine grafische Anzeige, die ihm die Position seines Löffels in Bezug zu der vorgegebenen Grabtiefe bzw. -neigung darstellt. Auch hier kann ein Laserempfänger an das System adaptiert werden, um einen permanenten Abgleich bei evtl. geänderter Maschinenhöhe zu gewährleisten.
Bei dem LW-5 handelt es sich um ein System, dass zuverlässig den gefährlichen Kontakt mit Oberleitungen, Brücken, Tunnelwänden und passierenden Fahrzeugen verhindert. Dies geschieht durch aktive Unterbindung von Bewegungen der Maschine außerhalb des Sicherheitsbereiches. Hier wird sowohl der Schwenkradius, als auch die Höhe und Reichweite des Baggerarms kontrolliert. Führende Baggerhersteller bauen dieses System ab Werk in ihre Maschinen seit Jahren ein. Auch eine Nachrüstung an bereits ausgelieferte Geräte jeglichen Typs ist problemlos durchführbar.



Dynamisches Wägesystem für Bagger
Dynamisches Wägesystem für Bagger




Eichfähige Bandwaagen von Rembe

Die vielfach eingesetzte Edelstahlbandwaage Uniband hat jetzt von der Physikalisch Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTB) die eichfähige Zulassung für die Klassen 0,5 Prozent, ein Prozent und zwei Prozent erhalten. Die bewährte Mechanik aus Edelstahl mit der wartungsfreien Lagerung und den Überlastsicherungen bleibt dabei unverändert, lediglich die Auswerte-Elektronik und das Geschwindigkeitsmessrad musste im Hinblick auf die PTB/OIML-Richtlinien modifiziert werden. Die eichfähige Waage ist grundsätzlich als Zwei-Messrollen-Waage ausgeführt und lässt sich einfach in vorhandene Förderbänder integrieren.
Neu ist dabei, dass die von Rembe entwickelte, gravimetrische Bandspannstation nur noch einen Umschlingungswinkel von 10° benötigt und somit die meisten vorhandenen Förderbänder ohne viel Aufwand nachgerüstet werden können. Das Bandwaagenprogramm von Rembe bietet damit ab sofort:
  • Eichfähige Bandwaagen in den Klassen 0,5 Prozent, ein Prozent und zwei Prozent.
  • Kostengünstige Kontrollbandwaage in Ein- und Mehrkanalausführung.
  • Neue einfache Kalibriersoftware zum exakten Abgleich der Waagen ohne aufwendige Vergleichswiegungen.


Eichfähige Bandwaage
Eichfähige Bandwaage




Digitales Wägeterminal DWT 800

Von Pfister Waagen GmbH, Augsburg, wird jetzt das neue Wägeterminal DWT 800 vorgestellt. Dieses eignet sich für einen universellen Einsatz im Betrieb. Mit der DWT 800 können Wäge-, Dosier- und Steuerfunktionen ausgeführt werden.
An das Wägeterminal können sowohl analoge als auch digitale Wägezellen angeschlossen werden. Bei analoger Datenerfassung maximal 12 Wägezellen à 350 Ohm mit Sechs-Leitertechnik. Für den Anschluss an eine mit digitalen Wägezellen maximal 12 Wägezellen mit der Type CPD. Die DWT 800 ist handelseichfähig nach der Genauigkeitsklasse III.
Für die Dosierung steht eine eigene Software für die Verwaltung von Rezepturen, Produktkomponenten und aller erforderlichen Dosierparameter zur Verfügung.
Drei Schnittstelleneinschübe ermöglichen die Einbindung des Wägeterminals DWT 800 in andere Software-Systeme.
Ein hoher Bedienkomfort wird durch die alphanumerische Folientastatur bestehend aus 56 großen Tasten mit Druckpunkt ermöglicht. Ein hintergrundbeleuchtetes TFT-Grafikdisplay (115 x 86 mm) mit individuelle einstellbaren Zeichensätzen (in Größe und Form) gewährleisten eine gute Ablesbarkeit der Zahlenwerte. Das aus schlagzähem ABS-Kunststoff hergestellt Gehäuse kann entweder separat auf einem Tisch aufgestellt oder in einem Schallschrank eingebaut werden.


Das neue digitale Wägeterminal DWT 800
Das neue digitale Wägeterminal DWT 800






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