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Unfälle und Berufskrankheiten 2001: Die Zahlen sinken weiter

Die vorliegende Zusammenstellung statistischer Zahlen enthält die wichtigsten Ereignisse des Arbeitsunfall-, des Wegeunfall- sowie des Berufskrankheitengeschehens für das Jahr 2001 im Vergleich zu den Vorjahren, beginnend mit 1991. Durch die Einbeziehung der Vorjahre können Trends und Entwicklungen aufgezeigt werden. Darüber hinaus werden Schwerpunkte im Arbeits- und Wegeunfallgeschehen verdeutlicht.

Die jährliche Statistik der Unfälle und Berufskrankheiten in Mitgliedsunternehmen wird auf der Basis der von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) und dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) erfassten Zahlen zusammengestellt. Mit Hilfe dieser Statistik können einerseits Schwerpunkte des Unfall- und Berufskrankheitengeschehens im Berichtsjahr aufzeigt und andererseits durch einen Vergleich mit den Vorjahren Entwicklungstendenzen dargestellt werden.
Entsprechend den Bestimmungen des Einigungsvertrages hat die StBG ihre Zuständigkeit seit dem 1. Januar 1991 auf die neuen Bundesländer ausgedehnt. Es bietet sich daher an, diesen Zeitraum - der nunmehr elf Jahre umfasst - in die Betrachtung des Unfall- und Berufskrankheitengeschehens einzubeziehen.



Zahl der Versicherten sinkt weiter

Über die Änderung der Mitgliederzahlen sowie der Zahlen der Versicherten, Vollarbeiter und geleisteten Arbeitsstunden von 2000 nach 2001 gibt Abbildung 1 Aufschluss.

 

1999

2000

2001

Veränderung von 2000
nach 2001 in %

Unternehmen

6.330

6.231

6.080

-2,42

Versicherte

195.996

185.421

174.065

-6,12

Vollarbeiter

177.255

172.074

161.209

-6,31

geleistete Arbeitsstunden

276.518.475

264.993.536

246.649.770

-6,92


Abb. 1: Umfang der Versicherung 1999 bis 2001

Der Umfang der Versicherung bei einer Berufsgenossenschaft ergibt sich durch die Zahl der Versicherungsverhältnisse. Diese Zahl ist eine Größe, die von den Berufsgenossenschaften in den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen nachgewiesen wird; mehrfache Versicherungsverhältnisse zählen einzeln.
Demgegenüber wird die Versichertenzahl aus der gemeldeten Zahl der Versicherungsverhältnisse errechnet und um mehrfache Versicherungsverhältnisse bereinigt. Die Addition aller Versicherten ergibt die Zahl der versicherten Personen, die tatsächlich dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung unterliegen. Der Versichertenbestand für 2001 setzt sich zusammen aus Arbeitnehmern, die im Rahmen eines Arbeits-, Dienst- oder Lehrverhältnisses der allgemeinen Versicherungspflicht unterliegen und Personen, die freiwillig versichert sind; insgesamt sind dies 174.065 . Nach einem letztmaligen Anstieg im Jahre 1994 ist auch 2001 ein Rückgang der Versichertenzahlen - diesmal um 6,1 Prozent - zu verzeichnen (Abb. 2).


Abb. 2: Anzahl der Versicherten der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft
Abb. 2: Anzahl der Versicherten der
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft


Der Begriff "Vollarbeiter" ist eine statistische Größe mit variablem Richtwert und entspricht den durchschnittlichen, von einer vollbeschäftigten Person in der gewerblichen Wirtschaft geleisteten - nicht der tariflichen - Stundenzahl. Für das Jahr 2001 wurde von allen gewerblichen Berufsgenossenschaften ein einheitlicher Vollarbeiterrichtwert von 1.530 Arbeitsstunden festgesetzt; somit unterliegt dieser Wert einer Veränderung gegenüber dem Vorjahr (1.540/Jahr). Im Berichtsjahr ergibt sich eine Vollarbeiterzahl von 161.209; dies entspricht einer Reduzierung von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Abb. 1).
Die Arbeitsunfälle werden zur Arbeitszeit in Beziehung gesetzt, da die Unfallwahrscheinlichkeit zur Arbeitszeit direkt proportional ist. Die Häufigkeit der Arbeitsunfälle je 1 Millionen Arbeitsstunden ist eine solche Größe. Der Nachteil, der sich durch die veränderten Richtwerte bei den Vollarbeitern ergibt, liegt bei den geleisteten Arbeitsstunden nicht vor, so dass auch frühere Jahre in einen Vergleich einbezogen werden können. Im Berichtsjahr wurden 246.649.770 Arbeitsstunden geleistet. Hier zeigt sich eine Verminderung der Zahlen um 6,9 Prozent (Abb. 1).



Unfallrisiken zu Arbeits- und Wegeunfällen

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle ergibt sich durch die Unfallzahlen nach § 193 SGB VII. Jeder Unternehmer ist demnach verpflichtet, binnen drei Tagen jeden Unfall anzuzeigen, der in seinem Unternehmen eingetreten ist und bei dem ein Beschäftigter getötet oder so verletzt wird, dass er stirbt oder für mehr als drei Kalendertage - ohne den Unfalltag - arbeitsunfähig wird. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, so sind auch Anzeigen von Verletzten, Durchgangsarztberichte sowie durch Krankenkassen angezeigte Fälle zu zählen. Dies gilt für Arbeitsunfälle ebenso wie für Wegeunfälle. Hat ein Arbeits- oder Wegeunfall so schwere Folgen, dass er zu einer Entschädigung in Form einer Rente oder Abfindung kommt, so wird er zusätzlich als neue Arbeits- oder Wegeunfallrente ausgewiesen. Eine Entschädigungspflicht trifft ein, wenn der Unfall alleine oder zusammen mit einem früheren Arbeitsunfall zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent führt.
Als tödliche Arbeits- und Wegeunfälle sind alle registrierten Fälle mit Tod im Berichtsjahr zu zählen, bei denen der Tod innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall eingetreten ist. Eine Übersicht der anzeigepflichtigen und nicht anzeigepflichtigen sowie der tödlichen Unfälle und der neuen Unfallrenten im Vergleich der letzten Jahre vermittelt Abbildung 3.

  1999 2000 2001 Veränderung von 2000
nach 2001 in %
Anzeigepflichtige Arbeitsunfälle

14.365

12.156

10.024

-17,54

nicht anzeigepflichtige Arbeitsunfälle

9.061

8.881

9.158

3,12

Anzeigepflichtige Wegeunfälle

939

857

763

-10,97

nicht anzeigepflichtige Wegeunfälle

301

292

339

16,10

Tödliche Arbeitsunfälle

23

18

15

-16,67

Tödliche Wegeunfälle

4

8

4

-50,00

Neue Arbeitsunfall-Renten

343

301

279

-7,31

Neue Wegeunfall-Renten

47

41

47

14,63



Abb. 3: Arbeits- und Wegeunfälle (absolut) 1999 bis 2001

Zur Ermittlung des durchschnittlichen Unfallrisikos der Versicherten müssen die absoluten Unfallzahlen zu geeigneten Bezugsgrößen ins Verhältnis gesetzt und somit Unfallhäufigkeiten gebildet werden.

  1999 2000 2001 Veränderung von 2000
nach 2001 in %
Anzeigepflichtige Arbeitsunfälle

81,04

70,64

62,18

-11,98

Anzeigepflichtige Wegeunfälle

5,30

4,98

4,73

-4,97

Tödliche Arbeitsunfälle

0,13

0,10

0,09

-11,05

Tödliche Wegeunfälle

0,02

0,15

0,12

-46,43

Neue Arbeitsunfall-Renten

1,94

1,75

1,73

-1,06

Neue Wegeunfall-Renten

0,27

0,24

0,29

22,36



Abb. 4: Arbeits- und Wegeunfälle pro 1000 Vollarbeiter 1999 bis 2001

In Abbildung 4 sind die anzeigepflichtigen und die tödlichen Unfälle sowie die neuen Unfallrenten bezogen auf 1000 Vollarbeiter für die letzten Jahre mit den prozentualen Veränderungen dargestellt.



Neue Arbeitsunfallrenten wieder auf historischem Tiefstand

Im Jahre 2001 betrug die absolute Zahl der anzeigepflichtigen Arbeitsunfälle 10.024. Somit ergibt sich eine deutliche Reduzierung gegenüber dem Vorjahr (- 17,5 Prozent) (vgl. Abb. 3). Eine etwas weniger starke Verminderung zeigt sich bei den Zahlen bezogen auf 1000 Vollarbeiter (- 12,0 Prozent) (Abb. 4). Den Verlauf der anzeigepflichtigen Arbeitsunfälle der letzten 10 Jahre bezogen auf 1 Mio. Arbeitsstunden verdeutlicht Abbildung 5.


Abb. 5: Anzeigepflichtige Arbeitsunfälle pro 1 Million Arbeitsstunden
Abb. 5: Anzeigepflichtige Arbeitsunfälle
pro 1 Million Arbeitsstunden


Für 2001 ergibt sich eine Verminderung der tödlichen Arbeitsunfälle von 18 in 2000 auf 15 in 2001. Eine Analyse dieser Unfälle nach verschiedenen Merkmalen hat keine besonderen Schwerpunkte ergeben. Betroffen sind - bezogen auf den Arbeitsbereich - Baustellen, Gewinnung und Aufbereitung, Betonwerke und weitere Bereiche mit Einzelfällen. Allerdings stehen drei tödliche Arbeitsunfälle im Zusammenhang mit Radladern und vier sind Absturzunfälle.
Im Vergleich zu 2000 ist die absolute Zahl der neuen Arbeitsunfallrenten gefallen (Abb. 3); bezogen auf 1000 Vollarbeiter ergibt sich ebenfalls eine Minderung (Abb. 4).


Abb. 6: Neue Arbeitsunfallrenten pro 1 Million Arbeitsstunden
Abb. 6: Neue Arbeitsunfallrenten
pro 1 Million Arbeitsstunden


Die Arbeitsunfallrenten pro eine Million Arbeitsstunden der letzten elf Jahre sind in Abb. 6 zu erkennen. Seit 1996 ergeben sich ständig sinkende Zahlen. Bei der Analyse der neuen Arbeitsunfallrenten nach verschiedenen Merkmalen zeigen sich interessante Ergebnisse, die auf Unfallschwerpunkte hinweisen. Bezogen auf das Merkmal "Arbeitsbereich" führt die Beton- und Fertigteilindustrie die Rangfolge an (Abb. 7).

Rang-Nr. Arbeitsbereich Anzahl
1 Betonsteinwerk (z. B. für Platten, Steine, Rohre,
Betonwerksteine, auch Schleuderbeton)

39

2 Fertigteilwerk (z. B. für großformatige Fertigteile
für den Hoch-, Tief- und Brückenbau, etc.)

24

3 Nichtöffentliche Straßen im Freien, auch Betriebshof

18

4 Zerkleinerung

13

5 Öffentliche Straße (auch Autobahn)

10

6 Konventioneller Bau (Massivbau aus Mauerwerk
und/oder Beton)

9

Summe

123

StBG insgesamt

279



Abb. 7: Häufigkeit der Neuen AU-Renten 2001, aufgeschlüsselt nach dem Arbeitsbereich

Als Schwerpunkt des Unfallgeschehens für den "unfallauslösenden Gegenstand" ergeben sich insbesondere die in Abbildung 8 dargestellten Bereiche.

Rang-Nr. Unfallauslösender Gegenstand Anzahl
1 Fußböden, Gehwege, Plätze und deren
Teile (Rohbaudecken)

20

2 Fluförderzeuge (Stapler)

12

3 Lkw

11

4 Spezialmaschinen und Einichtungen zum
Verdichten und/oder Formen von Formsteinen

10

4 Anlegeleitern, Roll-, Steck- und Schiebeleitern

10

4 Band-, Gurt, Riemen- und Seilförderer,
Bandaufgeber

10

5 Betonfertigteile

9

6 Eis- und Schneeglätte

8

6 Laufstege, Rampen, Bühnen

8

Summe

98

StBG insgesamt

279



Abb. 8: Häufigkeit der Neuen AU-Renten 2001, aufgeschlüsselt nach dem unfallauslösenden Gegenstand

Werden die Rentenfälle nach der Tätigkeit des Verletzten aufgeschlüsselt, so ergibt sich das in Abbildung 9 aufgezeigte Ergebnis. 113 Fälle, das sind ca. 40 Prozent, stehen im Zusammenhang mit "Gehen, Laufen, Stolpern".

Rang-Nr. Tätigkeit des Verletzten Anzahl
1 Gehen, Laufen, Steigen

113

2 Betätigen, Ingangsetzen, Stillsetzen, Einrichten

52

3 Handhaben von / Umgehen mit maschinellen
Werkzeugen, Geräten, Hilfsmitteln

26

4 Handhaben von / Umgehen mit Werkzeugen,
Geräten oder Hilfsmitteln

25

5 Beaufsichtigen, Überwachen,
Kontrollieren, Beobachten

23

6 Heben, Tragen, Halten

16

7 Schieben, Ziehen, Festhalten, Zurückhalten

13

Summe

268

StBG insgesamt

279



Abb. 9: Häufigkeit der Neuen AU-Renten 2001, aufgeschlüsselt nach dem der Tätigkeit des Verletzten

Da Rentenfälle in aller Regel als schwere Unfälle einzustufen sind, ergibt sich somit ein gravierender Unfallschwerpunkt. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich die Angaben sowohl auf Verkehrswege als auch Fahrzeuge und Anlagen im weitesten Sinne beziehen. Gleichwohl werden in diesem Bereich von der StBG zahlreiche Aktionen durchgeführt mit der Zielsetzung, die Unfallzahlen zu mindern.
Eine Aufteilung der Arbeitsunfälle (anzeigepflichtige) und der Arbeitsunfallrenten nach Industriezweigen ist in den Abbildungen 10 und 11 dargestellt.

Abb. 10: Anzeigepflichtige Arbeitsunfälle 2001 pro 1 Million Arbeitsstunden
Abb. 10: Anzeigepflichtige Arbeitsunfälle 2001
pro 1 Million Arbeitsstunden


Abb. 11: Neue Arbeitsunfallrenten 2001 pro 1 Million Arbeitsstunden
Abb. 11: Neue Arbeitsunfallrenten 2001
pro 1 Million Arbeitsstunden


Bezüglich der anzeigepflichtigen Arbeitsunfälle zeigen die Industriezweige "Beton- und Fertigteile" und "Naturstein" die höchsten Unfallquoten; die in diesem Vergleich geringste Quote weist der Industriezweig "Zement" aus (Abb. 10). Bei den neuen Arbeitsunfallrenten ergeben die Industriezweige "Transportbeton" und "Beton- und Fertigteile" die größten Häufigkeiten auf (Abb. 11).
Erfreulich ist die Entwicklung im Bereich der Stetigförderer. Dort ist die Zahl der Renten auch im Jahr 2001 gefallen (Abb. 12).

Abb. 12: Häufigkeit der neuen Renten bei Stetigförderern
Abb. 12: Häufigkeit der neuen Renten bei Stetigförderern


Somit hält die Verminderung der Zahlen seit 1995 an.



Auf dem Weg zum Arbeitsplatz

Die Wegeunfälle unterscheiden sich insofern deutlich von den Arbeitsunfällen im Betrieb, als sie sich auf dem Weg von der Wohnung zum Arbeitsplatz, also außerhalb des Betriebes, ereignen. Sie entziehen sich somit weitgehend den Arbeitssicherheitsmaßnahmen der Unternehmen und Berufsgenossenschaften. Im Jahr 2001 wurden 736 anzeigepflichtige Wegeunfälle gemeldet (Abb. 3). Dies entspricht einer Reduzierung um 11,0 Prozent gegenüber 2000. Die meldepflichtigen Fälle je 1000 Vollarbeiter sind im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent gesunken (Abb. 4).



Zahl der Berufskrankheiten sinkt weiterhin

Die Berufskrankheitenliste, in der alle anerkannten Berufskrankheiten aufgeführt sind, ist von der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates erlassen worden. In dieser Liste werden nur solche gefährdenden Einwirkungen aufgenommen, die bestimmte Personengruppen durch ihre Arbeit in erheblich höherem Maße ausgesetzt sind, als die übrige Bevölkerung. Eine Erkrankung ist als Berufskrankheit anzuerkennen, wenn die versicherte Tätigkeit die Ursache für die schädigende Einwirkung und die Einwirkung wiederum ursächlich für die Erkrankung ist. Im Jahr 2001 ist die Anzeige auf Verdacht einer Berufskrankheit um 41 Fälle gesunken. Diese Reduzierung ist insbesondere auf die Verminderung der Berufskrankheiten BK 2108 (Lendenwirbelsäulenerkrankungen) (- 37) zurückzuführen (Abb. 13).

BK-Nr. Krankheiten
(Anlage 1 zur BeKV)
1999 2000 2001 Veränderung von 2000 nach 2001 absolut (Anzeigen)
    Anzeigen anerkannte
BKen
Anzeigen anerkannte
BKen
Anzeigen anerkannte
BKen
2102 Meniskusschäden

15

0

23

0

12

0

-11

2103 Erkrankungen durch Erschütterung (Druckluftwerkzeuge)

13

2

13

7

15

5

2

2108 Lendenwirbelsäule (Heben und Tragen schwerer Lasten oder extreme Rumpfbeugehaltung)

117

0

116

3

79

2

-37

2109 Halswirbelsäule (Tragen schwerer Lasten auf der Schulter)

13

0

15

0

15

0

0

2110 Lendenwirbelsäule (Vertikale Einwirkung)

42

1

46

3

39

0

-7

2301 Lärmschwerhörigkeit

255

160

247

203

238

194

-9

4101 Silikose

102

52

79

79

94

43

15

4102 Silikotuberkulose

3

0

3

1

2

2

-1

4103 Asbestose

24

6

15

5

22

8

7

4104 Asbestose mit Lungenkrebs

15

1

14

5

28

1

14

4105 Mesotheliom (Asbest)

4

1

6

4

5

0

-1

5101 Hauterkrankungen

30

8

27

21

19

10

-8

  Sonstige

90

9

81

7

76

3

-5

  Insgesamt

723

240

685

338

644

268

-41



Abb. 13: Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit und anerkannter Berufskrankheiten 1999 bis 2001




BK-Nr. Krankheiten
(Anlage 1 zur BeKV)
1999 2000 2001 Veränderung von 2000 nach 2001 absolut (Anzeigen)
    Neue
BK-Renten
Todesf. Berufs-
erkrankter
Neue
BK-Renten
Todesf. Berufs-
erkrankter
Neue
BK-Renten
Todesf. Berufs-
erkrankter
2102 Meniskusschäden

1

0

0

0

0

0

0

2103 Erkrankungen durch Erschütterung (Druckluftwerkzeuge)

3

0

2

0

5

1

3

2108 Lendenwirbelsäule (Heben und Tragen schwerer Lasten oder extreme Rumpfbeugehaltung)

2

0

2

0

2

0

0

2109 Halswirbelsäule (Tragen schwerer Lasten auf der Schulter)

0

0

0

0

0

0

0

2110 Lendenwirbelsäule (Vertikale Einwirkung)

1

0

1

0

0

0

-1

2301 Lärmschwerhörigkeit

36

0

31

0

23

0

-8

4101 Silikose

33

27

50

23

42

24

-8

4102 Silikotuberkulose

6

3

1

3

3

1

2

4103 Asbestose

1

0

2

0

3

1

1

4104 Asbestose mit Lungenkrebs

6

3

4

4

5

3

1

4105 Mesotheliom (Asbest)

3

0

4

3

4

0

0

5101 Hauterkrankungen

24

0

15

0

13

0

-2

  Sonstige

3

6

0

1

3

2

3

  Insgesamt

119

39

112

34

103

32

-9



Abb. 14: Neue Berufskrankheits-Renten und Todesfälle Berufserkrankter 1999 bis 2001

Die neuen Berufskrankheitenrenten haben sich im Jahre 2001 gegenüber 2000 um neun Fälle vermindert. Dies ist insbesondere auf Reduzierungen im Bereich BK 2301 (Lärmschwerhörigkeit) und BK 4101 (Silikose) zurückzuführen.
Insgesamt 238 Anzeigen auf Verdacht einer Lärmschwerhörigkeit wurden im Berichtsjahr abgegeben (Abb. 15); gegenüber dem Vorjahr ist somit eine weitere Reduzierung zu verzeichnen (neun Fälle).

Abb. 15: Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit - 1991 bis 2001 bei den häufigsten Berufskrankheiten
Abb. 15: Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit -
1991 bis 2001 bei den häufigsten Berufskrankheiten


Dies trifft auch für die Berufskrankheitenrenten zu, bei denen ebenfalls eine Verminderung gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen ist (Abb. 16).

Abb. 16: Neue Berufskrankheiten - 1991 bis 2001 bei den häufigsten Berufskrankheiten
Abb. 16: Neue Berufskrankheiten - 1991 bis 2001
bei den häufigsten Berufskrankheiten


Somit hält in beiden Bereichen der seit Jahren vorhandene Trend zu verminderten Zahlen an.
Die Anzahl der Anzeigen auf Verdacht einer Silikose hat sich 2001 gegenüber dem Vorjahr leider um 15 Fälle erhöht (Abb. 15); dies ist erstmals wieder eine Steigerung. Bei den neuen Berufskrankheitenrenten ergibt sich demgegenüber eine Verminderung um acht Fälle (Abb. 16).
Ein nicht unwesentlicher Faktor im Berufskrankheitengeschehen aller Berufsgenossenschaften stellen Hauterkrankungen dar. Bezüglich der Verdachtsanzeigen ist das Jahresniveau von 2000 mit 19 Fällen deutlich unterschritten (Abb. 15); die neuen Berufskrankheitenrenten sind ebenfalls um zwei Fälle gesunken (Abb. 16).
Mit dem Berichtsjahr 1993 wurde die BK 2108: Lendenwirbelsäulenerkrankungen (Heben und Tragen schwerer Lasten oder extreme Rumpfbeugehaltungen), BK 2109: Halswirbelsäulenerkrankungen (Heben und Tragen schwerer Lasten auf der Schulter) und BK 2110: Lendenwirbelsäulenerkrankungen (vertikale Einwirkungen von Ganzkörperschwingungen) als Berufskrankheiten eingeführt. In 1993 betrug die Anzahl der Anzeigen auf Lendenwirbelsäulenerkrankungen noch insgesamt 324 Fälle; in der Zwischenzeit hat sich diese Zahl auf 79 im Jahre 2001 reduziert (Abb. 15). Dadurch, dass der Gesetzgeber strenge Maßstäbe an die Entschädigung von Wirbelsäulenerkrankungen gestellt hat, ist die Zahl der neuen Berufskrankheitenrenten in diesem Bereich sehr gering.

Dipl.-Ing. Jürgen Koch, StBG




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