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Tödliche Arbeitsunfälle: Baubereich besonders gefährlich

Absturzunfälle und Transportunfälle sind noch immer charakteristische Schwerpunkte von tödlichen Arbeitsunfällen in der gewerblichen Wirtschaft. Das ist ein Ergebnis der Untersuchung von tödlichen Arbeitsunfällen durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
Der jetzt vorgestellte Bericht beschreibt Struktur und Ursachen von 1210 tödlichen Arbeitsunfällen, die sich zwischen 1998 und 2000 in Deutschland ereigneten. Dabei kommt er zu folgenden Ergebnissen:
  • Das Risiko, einen tödlichen Arbeitsunfall zu erleiden, steigt mit zunehmendem Lebensalter.
  • Jeder fünfte Verunglückte kannte seinen Arbeitsplatz höchstens ein Jahr.
  • Berufe im Hoch- und Tiefbau kristallisieren sich als besonders gefährlich heraus; mehr als jeder zweite tödliche Unfall ereignet sich auf einer Baustelle.
  • Beschäftigte in Klein- und Mittelbetrieben tragen ein höheres Risiko als Beschäftigte in Großbetrieben.

In den drei Arbeitsbereichen Baustellen, Transport/Förderung/Umschlag und Fahrzeuge/fahrbare Geräte kam es zu über zwei Dritteln aller tödlichen Unfälle. Unfallschwerpunkt Nummer eins bleibt mit 35 Prozent der Absturzunfall. Dies spiegelt sich auch in den besonders gefährdeten Arbeitsplätzen wider. Hier steht das Gerüst an erster Stelle.
Dachbau, Arbeitsstellen im Bereich von Hebezeugen und der Fahrerplatz von fahrenden Geräten folgen auf den nächsten Rängen. Fördermittel und Baumaschinen machen auch weit über die Hälfte der an Unfällen beteiligten GSG-Geräte aus. Jedes sechste am tödlichen Unfall beteiligte Gerät wies sicherheitstechnische Mängel auf.
Fast jeder zehnte Unfall wäre wahrscheinlich nicht tödlich verlaufen, wenn persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestanden hätte oder getragen worden wäre. Verhaltensfehler, auch von Dritten, stehen auf dem ersten Rang der Unfallursachen. Ihnen folgen Mängel in der Organisation, der Technik sowie der Arbeitsstätte.
Die Autoren analysieren tödliche Unfälle mit Erdbaumaschinen und Abstürze gesondert. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass viele Unfälle hätten verhindert werden können, wenn bestehende Vorschriften eingehalten worden wären.
Der gesamte Bericht befindet sich als pdf-Datei unter der Adresse http://baua.de/fors/fb01/fb936.pdf auf der Homepage der BAuA.




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