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[Die Industrie der Steine + Erden]






45. Ulmer Beton- und Fertigteil-Tage mit internationaler Beteiligung

„Die Zukunft gewinnen – Conquer the Future“ hatten die Veranstalter als Motto für den zentralen Branchentreff der Beton- und Fertigteilindustrie gewählt. Seine herausragende Stellung konnte der zunehmend international beachtete Kongress mit 1.500 Teilnehmern aus 21 Nationen erneut behaupten. Der verhaltenen Baukonjunktur zum Trotz behielt der dreitägige Kongress seine Attraktivität und hat in vielerlei Hinsicht zum grenzüberschreitenden Gedankenaustausch angeregt.
Auf die erweiterten Leistungsmerkmale neuer Betonsorten wiesen die Referate von Prof. Gerd Thielen, Verein Deutscher Zementwerke, Düsseldorf, Prof. Michael Schmidt, Universität GH Kassel, und Prof. Jochen Stark, Bauhaus-Universität Weimar, hin. Die Eignung für auch extreme Einsätze in der Umwelttechnik oder im Säurebau erhalten diese Hochleistungsbetone durch ihre speziell angepasste Zusammensetzung, die auf neuesten Erkenntnissen über die physiko-chemischen und mineralogischen Wechselwirkungen zwischen den fünf Betonkomponenten Zement, Zuschlag, Zusatzstoffe, organische Additive und Wasser beruht. Die Forschungsanstrengungen der letzten Jahre haben ein vertieftes Verständnis der Reaktionsmechanismen geschaffen, das eine treffsichere Einstellung der Betonzusammensetzung erlaubt.
Als eine der wichtigen Neuerungen in der Betontechnologie war die Herstellung und Verarbeitung selbstentlüftender Betone Gegenstand der Kurzreferate im Kolloquium „Selbstverdichtender Beton (SVB) in der Praxis“. Die Podiumsdiskussion unter der Leitung von Prof. Hans-Wolf Reinhardt, Universität Stuttgart, vermittelte den aktuellen Erkenntnisstand zu den Möglichkeiten und Grenzen dieser innovativen Betonart. SVB ist im Vergleich zu konventionellen Betonarten empfindlicher gegenüber Qualitätsschwankungen seiner Komponenten. Dies erfordert besonders angepasste Produktionsbedingungen, die in der Vorfertigung verhältnismäßig einfach zu realisieren sind.
Neben dem guten Zusammenspiel aller am Produktionsprozess Beteiligten bekommt die technische Ausstattung einen höheren Stellenwert. Dieses Themas nahm sich das zweite Kolloquium an, in dem neun Experten unter der Leitung von Prof. Harald Müller, Universität Karlsruhe, automatisierbare Messverfahren vorstellten, mit deren Hilfe die Herstellung anspruchsvoller Betonzusammensetzungen zielsicherer werden soll.
Alle Facetten der Betonfertigteilindustrie spiegelten sich an den Kongressnachmittagen wider, an denen jeder Tagungsteilnehmer sein individuelles Programm aus neun spartenbezogene Foren zusammenstellen konnte. Das Angebot fachspezifischer Vorträge reichte von Betonerzeugnissen des Straßen- und Landschaftsbaus über neue Baustoffe und Einsatzmöglichkeiten für Leichtbetonfertigteile sowie der Anwendung neuartiger Bauelemente mit Gitterträgern bis hin zum konstruktiven Fertigteilbau.
Die nächsten Ulmer Beton- und Fertigteiltage finden vom 26. bis 28. Februar 2002 statt.



In den Vortragspausen lud die den Kongress begleitende Fachausstellung zu Information und Diskussion
In den Vortragspausen lud die
den Kongress begleitende Fachausstellung
zu Information und Diskussion






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