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[Die Industrie der Steine + Erden]






Sicher arbeiten in Silos

Kontakt: Anneliese Zementwerke AG, Finkenweg 26 ,
D-59320 Enningerloh, Bernhard Thier, Tel.: (0 25 24) 2 91 63




Problem
In vielen Unternehmen der Baustoff-Industrie werden die Zwischen- oder Endprodukte in Silos gelagert. Dabei können Silos beachtliche Dimensionen erreichen. So beträgt das Fassungsvermögen von Stahlbetonsilos in der Zement-Industrie bis zu 10.000 t. Leider können solche Anlagen nicht gänzlich wartungsfrei betrieben werden. So fallen in unregelmäßigen Abständen Instandhaltungs- und Erneuerungsarbeiten an den Austragseinrichtungen an. Darüber hinaus müssen an den Innenwänden entstehende Anbackungen beseitigt werden oder das Silo muss nach einem Produktwechsel vollständig entleert werden. Auch bei einem entleerten Silo muss immer damit gerechnet werden, dass sich anhaftendes Material großflächig von den Wandungen löst und Personen, die sich im Silo unterhalb dieser Stellen aufhalten, gefährden. Daher ist eine restlose Beseitigung von Anhaftungen an den Wänden vor Aufnahme aller Arbeiten im
Silo zwingend erforderlich. Diese Arbeiten machen in vielen Fällen das Einfahren von Mitarbeitern in Silos unerlässlich. Arbeiten, die unter erhöhter Staubeinwirkung in Dunkelheit meist von einem „wackligen“ Arbeitsplatz ausgeführt werden müssen.


Praxislösung
In einem Zementwerk wurde nach einer Möglichkeit gesucht, die unvermeidlichen Produktanhaftungen an den Silowänden weniger umständlich, zeitsparender und insbesondere ohne Unfallgefahren zu beseitigen. Dazu wurde eine Ringbühne entwickelt und gebaut. Diese wird dauerhaft unter der Silodecke aufgehängt, wobei deren Grundrahmen auf der Silodecke an drei Punkten befestigt wird. Die Aufhängung ist so gestaltet, dass dort jeweils ein Hubzug angeschlagen werden kann, mit dem die Bühne bei Bedarf stufenlos ins Silo abgesenkt wird. Der Hubzug ist zusätzlich mit einem Blockstopfgerät ausgestattet, um zu verhindern, dass die Bühne mit einem Seilriss oder Versagen des Hubzugs in das Silo abstürzt. Die Bühne ist 800 mm breit und wird mit Distanzstücken in einem Abstand von maximal 300 mm von der Silowandung gehalten. Sie ist zum Siloinnenraum mit einem Geländer als Absturzsicherung ausgerüstet. Der Zugang zu dieser Ringbühne erfolgt über ein Mannloch in der Silodecke. Im Bereich unterhalb des Mannloches ist die Bühne zunächst nur auf einer Fläche von etwa zwei Quadratmetern mit Gitterrosten ausgelegt. Die restlichen Gitterroste lagern auf der Silodecke. Bei Bedarf beginnen zwei mit Anseilschutz gesicherte Personen damit, die gesamte Bühne mit Gitterrosten zu versehen. Sobald die Fläche begehbar ist, verlassen die Mitarbeiter das Silo. Die Bühne wird mit Hilfe der Hubzüge bis zum oberen Rand der Ansätze herabgelassen. Die Mitarbeiter fahren dann mit der Einfahrvorrichtung ein und beginnen mit der Reinigung.

Gitterroste
Gitterroste


Zwei Mitarbeiter verlegen Gitterroste
Zwei Mitarbeiter verlegen Gitterroste



Erfahrung
Mit Hilfe dieser Ringbühne können Anbackungen gefahrlos beseitigt werden. So wird durch die Konstruktion der Bühne verhindert, dass unterhalb von Anbackungen gearbeitet werden kann, da diese selbst das Verfahren der Bühne verhindern würden. Alles in allem bietet die Ringbühne den Mitarbeitern in einer wenig erfreulichen, ja häufig als bedrohlich empfundenen Umgebung ein sicheres Arbeitsumfeld.






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