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[Die Industrie der Steine + Erden]






Auch in diesem Jahr: Das leidige Thema „Beitrag...“

Willi Lange Vor wenigen Wochen haben die unserer Berufsgenossenschaft zugehörigen Unternehmer ihre Beitragsbescheide für das Jahr 2000 erhalten. Nun hatte ich gehofft, Ihnen auch in diesem Jahr, ebenso wie im letzten, eine Beitragssenkung mitteilen zu können. Sie werden aber bereits festgestellt haben, dass eine Erhöhung des Beitragsfußes, der neben Lohnsumme und Gefahrklasse den dritten maßgeblichen Faktor für die Beitragsberechnung darstellt, von zuletzt 7,40 DM auf 7,50 DM erfolgt ist. Das sind zwar „nur“ 1,35 Prozent Erhöhung, die nach den Erfordernissen einer soliden Haushaltsführung aber leider unvermeidbar waren.
Diese Beitragserhöhung hat natürlich eine ganz bestimmte Ursache: Die deutsche Bauwirtschaft befindet sich in einer Krise. Illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit sowie Verdrängung am Markt durch niedrig entlohnte Arbeitnehmer ausländischer Betriebe, die zum vorübergehenden Arbeitseinsatz ins Bundesgebiet entsandt werden, haben zur Folge, dass die Zahl der inländischen Beschäftigten stark abnimmt. Diese Entwicklung wirkt sich auch bei den für den Bausektor zuständigen Berufsgenossenschaften, insbesondere auf deren Beitragssituation, aus. Denn eine stark rückläufige Zahl der inländisch Beschäftigten bedeutet zwangsläufig einen Rückgang der Bruttolohnsumme, welche der berufsgenossenschaftlichen Beitragsberechnung zu Grunde gelegt wird. Stünden diese sinkenden Entgeltsummen mit entsprechend rückläufigen Aufwendungen der Berufsgenossenschaft im Einklang, wären die daraus resultierenden Auswirkungen gering. Kosten für Rehabilitation und vor allem Rentenleistungen wegen Unfällen aus zurückliegenden Jahren sind aber meist langfristig aufzubringen, so dass ein starker Rückgang bei den Lohnsummen auch bei stagnierenden oder nur leicht sinkenden Ausgaben steigende Beitragssätze der für den Bausektor zuständigen Berufsgenossenschaften zur Folge hat. Diese Situation in der Bauwirtschaft ist auch für die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft nicht ohne Auswirkungen geblieben. Immerhin hatten unsere Mitgliedsfirmen, die meist als Zulieferer für die Bauindustrie fungieren, im letzten Jahr einen Rückgang der Beschäftigtenzahl von rund fünf Prozent zu verzeichnen.
Andererseits – dies ist ebenfalls eine Folge des Rückgangs der Entgelte – muss dagegen von den unserer Berufsgenossenschaft zugehörigen Unternehmen nicht nur ein geringerer Betrag für Insolvenzgeld an die Bundesanstalt für Arbeit, sondern auch ein niedrigerer Umlageanteil am Lastenausgleich erbracht werden – vor dem Hintergrund der Beitragsentwicklung immerhin ein positiver Aspekt.
Nähere Informationen zu dem Thema „Beiträge“ finden Sie im Bericht „Umlage 2000“.




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