Neues Demo-Modell war der Renner am Messestand
Vom 2. bis 8. April 2001 fand die weltgrößte Bau- und Baumaschinenfachmesse Bauma mit 2262 Ausstellern
aus 42 Ländern in München statt. Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft ist traditionell seit Jahren auf
der Messe vertreten, in diesem Jahr wieder auf einem Gemeinschaftsstand zusammen mit der Arge der Bau-Berufsgenossenschaften
und der Tiefbau-Berufsgenossenschaft. Jeder der Partner versuchte auf dem Messestand ein zeitbezogenes Objekt vorzustellen.
Die Tiefbau-BG präsentierte Sicherheitstechnik an einem Minibagger. Die Arge der Bau-Berufsgenossenschaften
stellte Sicherheit rund um eine Gesimskappenschalung vor, ein Sehtest durch den Arbeitsmedizinischen Dienst ergänzte
das Dienstleistungsspektrum.Die Steinbruchs-BG geht einen besonderen Weg. Sie setzt bei der Verhütung von Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen erfolgreich auf interaktive Demonstrations- und Motivationsmodelle, wie das Förderbandmodell, den Parcours „Sicher gehen und stehen“ oder die Erlebniswelt „Hören“. Zur Bauma präsentierte die StBG auf dem Messestand erstmals ihr jüngstes „Kind“ zum Thema Ladungssicherung. Jeder aufmerksame Verkehrsteilnehmer wird beinahe täglich mit den Problemen mangelhafter oder gänzlich fehlender Landungssicherung konfrontiert. Häufige Folgen von Unkenntnis oder Leichtsinn bei der Ladungssicherung sind Beanstandungen bei Verkehrskontrollen, verlorene Ladungsteile, Sachschäden und im schlimmsten Fall verletzte Personen. Am Anfang stand deshalb der Gedanke, spielerisch die Botschaft zu vermitteln, dass derartige Ereignisse vermeidbar sind und nur die gesicherte Ladung ihr Ziel erreicht. Aus den vagen Vorstellungen, wie man sich mit dem Thema „Ladungssicherung“ praxisnah auseinandersetzen kann, resultierte schließlich ein Modell, das seine Feuerprobe auf dieser Messe zu bestehen hatte: Zwei Lkw-Modelle werden auf einer Kreisbahn mit unebenen Fahrbahnstellen geführt. Auf den Lkw muss die Ladung (Rohr, Platten auf A-Bock oder Container) richtig gesichert werden. Dies geschieht jeweils über ein Schalttableau je Lkw. Ein Moderator erklärt die Fahrbedingungen sowie grundsätzliche Voraussetzungen zur richtigen Ladungssicherung. Jeweils ein Messebesucher pro Fahrzeug hat dann die Qual der Wahl. Aus sechs vorgegebenen Ladungssicherungsvarianten muss er die richtige Entscheidung treffen. Dann wird der Parcours vom Moderator freigegeben. Bei richtiger Ladungssicherungsvariante bleibt die Ladung auf dem Fahrzeug. Wird eine falsche Variante gewählt, sorgen die Unebenheiten für das Verrutschen der Ladung bis hin zum Herunterfallen. Unterschiedliche Geschwindigkeitsvarianten verdeutlichen die Effekte noch nachhaltiger. Bereits am ersten Messetag war durch den überaus großen Andrang am Stand der Steinbruchs-BG klar, dass das jüngste „Kind“ erfolgreich geboren war. Über den gesamten Verlauf der Messe erwies sich die Kombination von Aufmerksamkeit erregendem Video mit Crash-Szenen als Folge mangelhafter Ladungssicherung und dominierendem Spielgeschehen als wahrer Besuchermagnet. Durch die Gestaltung war der Messestand Anziehungspunkt für neugierige Messebesucher sowie Treffpunkt und Platz zur Kontaktpflege für Mitglieder der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft und anderer Institutionen. Auf dem Freigelände der Bauma wurden parallel dazu die „Erlebniswelten“ der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft präsentiert. Die im Container untergebrachten Erlebniswelten „Hören“ und „Sicher gehen und stehen“ waren zu einem offenen Karree zusammengestellt worden. Diese Container haben sich bereits während der Expo 2000 als Exponat auf dem Gelände des „Steinzeichen Steinbergen“ der Schaumburger Steinbrüche einen Namen gemacht. Viele Besucher der Bauma 2001 nutzten die Gelegenheit, sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Mitarbeiter der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft gingen auch hier auf die vielen Fragen der Besucher ein. Dabei drehte es sich nicht nur um die beiden ausgestellten Messethemen, sondern es wurden auch allgemeine Fragen der Standbesucher ausführlich beantwortet. ![]() Interessiert verfolgen Besucher den Spielverlauf mit den ausgewählten Varianten der „Ladungssicherung“. Wie war die Meinung der Messebesucher zum Exponat „Ladungssicherung“? Zur Klärung dieser Frage wurden insgesamt 126 Standbesucher in Form eines Fragebogens zu ihrer Meinung befragt. Danach fanden rund 85 Prozent der Befragten, Modell und Präsentation seien verständlich und realistisch gewesen. Als fachliche Information nahmen 98 Prozent die klare Erkenntnis mit nach Hause, dass Ladung unbedingt zu sichern ist. Nahezu die Hälfte der befragten Gäste wies in diesem Zusammenhang explizit darauf hin, dass sie auch schwere Ladung nicht ohne Sicherung transportieren würden. Im Gegensatz dazu zeigten sich zwei Teilnehmer nicht überzeugt und würden eine schwere Ladung überhaupt nicht sichern. In der Umfrage wurde deutlich, dass sich diese Fehleinschätzung, wonach schwere Ladung wegen ihres Eigengewichts keine Ladungssicherung benötigt, in den Köpfen von etwa 30 Prozent der Spielbeteiligten immer noch festgesetzt hat. Hier besteht offensichtlich weiterer Aufklärungsbedarf. Für weitere Einsätze des Exponates wurden bei der Befragung hauptsächlich genannt:
Insgesamt bestätigte die positive Besucherresonanz auf der Bauma das interaktive Spielkonzept „Ladungssicherung“.
Die ersten Erfahrungen und die daraus resultierenden Verbesserungsvorschläge wurden bereits ausgewertet.
![]() Das Münchener Messegelände zur Zeit der bauma 2001 ![]() Erlebniswelten der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft auf dem Freigelände ![]() Inhaltsverzeichnis Ausgabe 3/01 | Zurück zu unserer Homepage | |||||||