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Spannende Präsentation: Die neuen Volvos

 








Insgesamt 64 Maschinen aller Größenklassen präsentierte Volvo während einer Presseveranstaltung im März in Konz bei Trier. Anlass für die praxisnahe Einsatzdemonstration, informative Workshops und reichlich Gelegenheit für eigene Testfahrten war die Europapremiere der neuen Volvo-Hydraulikbagger, der kompletten D-Serie der Volvo-Radlader sowie der erstmalige Auftritt der Kompaktbagger mit dem Produktnamen Volvo.

Innerhalb des Volvo-Konzerns, der im abgelaufenen Jahr 1999 ohne die Pkw-Sparte einen Umsatz von insgesamt 28,72 Milliarden DM erreichte, bildet der Baumaschinenbereich, also die Volvo Construction Equipment Group, mit Verkaufserlösen von 4,43 Milliarden DM weltweit das zweitwichtigste Standbein. Hierbei spielt der Umsatz in Europa mit 53 Prozent der Gesamterlöse eine wesentliche Rolle. Um auf die fortschreitende Europäisierung und Globalisierung vorbereitet zu sein, hat sich die Volvo Group mit einer neuen europäischen Regionalstruktur auf die veränderten Anforderungen eingerichtet. Eine neue Region Central Europe, verantwortlich für Deutschland und Tschechien sowie für die Handelspartner in den Beneluxstaaten, in der Schweiz und in Österreich einschließlich der Slowakei, Ungarns und des nordwestlichen Balkans hat nun die Aufgabe, den Marktauftritt zu koordinieren. Dies war der Hintergrund, dass die Präsentation in Konz, dem Mittelpunkt der neuen Region Central Europe, stattfand.

 

Neue Baggerbaureihe von Volvo

Insgesamt sechs neue Raupenbagger mit zukunftsweisender Technik sollen bei Volvo den Beginn eines neuen Jahrtausends markieren. Alle Raupenbagger der neuen Baureihe - EC140, EC210, EC240, EC290, EC360 und EC460 - verfügen über bewährte Volvo-Technik und eine Reihe nützlicher Neuerungen. Neben der weiter verbesserten Hydraulik, einer neuen Komfortkabine mit vielen Extras für den Fahrer und dem vorzüglichen Rundumblick sind hier auch die Bedienhebel in Joystick-Ausführung mit integrierten Funktionstasten sowie der Schnellwechsler zu erwähnen. Der Kleinste in dieser Raupenbaggerfamilie ist der EC140 mit einem Einsatzgewicht von 14 t, einer Hubkapazität von 3,46 t bei einer Reichweite von 6 m am Boden, einer Losbrechkraft von 99,5 kN und einer Reißkraft von 75,7 kN. Der Volvo EC210 bringt schon 21 t auf die Waage und hebt 7,16 t. Noch etwas leistungsfähiger ist der EC240 mit einer Hubleistung von 8,82 t, einer Losbrechkraft von 187,4 kN und einer Reißkraft von 170,7 kN. Das sind aber nur die Leichtgewichtler der neuen Baggerfamilie. Über den Volvo EC290 mit 11 t Hubkapazität kommen wir zu den gewichtigsten und stärksten Familienmitgliedern: dem EC360 und dem EC460 mit Hubleistungen von 15,2 t bzw. 18,4 t und Losbrechkräften von 248,3 kN bzw. 274,4 kN. Der EC360 entwickelt eine Reißkraft von 201,6 kN und der EC460 von 258,6 kN. Komfort und Fahrerleistung gewinnen durch die geräumige Kabine, die einen hervorragenden Überblick bietet. Den verstellbaren Sitz kann der Fahrer ganz auf seine individuelle Arbeitshaltung abstimmen. Hinter dem Fahrersitz befindet sich ein großzügig dimensionierter Stauraum für die Pausenmahlzeit und andere nützliche Dinge. Die Fahrersitze sind auch mit Luftfederung und Heizung erhältlich. Die übersichtliche Instrumentierung liegt genau im Blickfeld des Fahrers, der außerdem durch ein Eigendiagnosesystem stets über den Maschinenzustand auf dem Laufenden gehalten wird. Mit kurzhubigen Bedienhebeln in der Art von Joysticks, die zudem auf verstellbaren Konsolen sitzen, steuert der Fahrer die Bewegungsfunktionen der Ausrüstung komfortabel und präzise. Dabei unterstützt ihn die ACS-Steuerelektronik (ACS: Advanced Control System) durch eine jeweils einsatzgerechte Abstimmung der Maschinenleistung, die er über den Betriebsartenwähler einfach vorgeben kann.

Dem Fahrer stehen fünf Leistungsstufen mit insgesamt neun Einstellmöglichkeiten für die Motordrehzahl zur Verfügung. So kann er je nach Einsatzsituation die maximale Motorleistung oder Kraftstoffökonomie, den maximalen Anlagendruck z. B. für Hebearbeiten oder auch verschiedene Leerlaufstellungen wählen. Mit der Kraftverstärkungsfunktion Power Boost lässt sich die Hydraulikkraft für Ausleger und Stiel zeitweilig erhöhen.

Die Hydraulikbagger lassen sich mit zahlreichen Ausleger- und Stielkombinationen ausstatten. Für den Massenaushub steht ein Ausleger in Heavy-Duty-Ausführung zur Verfügung, der mit einem Stiel in passender Ausführung nebst größerem Löffelzylinder kombiniert werden kann. Für Einsätze auf beengtem Raum eignen sich die Verstellausleger, während z. B. für Wasserbauarbeiten Ausrüstungen mit besonders großer Reichweite angeboten werden. Alle Modelle sind mit zuverlässigen und langlebigen Niederemissions-Turbodieselmotoren ausgestattet, die sich durch ihre großen Kraftreserven und vor allem ihr hohes Drehmoment im niedertourigen Bereich auszeichnen.

Die Modelle EC210N, EC290N und EC360N in der Ausführung mit langem und schmalem Unterwagen lassen sich besonders gut transportieren und entsprechen voll und ganz den europäischen Vorschriften zum Transport auf öffentlichen Straßen.



EC140 (Foto: Volvo Construction Equipment Europe GmbH)
EC140 (Foto: Volvo Construction Equipment Europe GmbH)
  EC 460 (Foto: Volvo Construction Equipment Europe GmbH)
EC 460 (Foto: Volvo Construction Equipment Europe GmbH)
L330 D (Foto: Volvo Construction Equipment Europe GmbH)
L330 D (Foto: Volvo Construction Equipment Europe GmbH)


 

Die neuen Radlader der D-Serie

Volvo Construction Equipment setzt mit der Einführung der D-Serie neue Maßstäbe für die Leistung von Radladern. Mit Einsatzgewichten von 8,2 t bis 52 t verkörpern die acht Modelle der neuen Baureihe vom L50D bis zum L330D eine ganze Reihe von Neuerungen zur Verbesserung der Produktivität und Umweltverträglichkeit und - nicht zuletzt - zur Senkung der Betriebskosten. Zuerst fällt die umgestaltete Heckpartie ins Auge. Die abgerundeten Formen der Motorhaube und des Kontergewichts geben der Maschine nicht nur ein ansprechendes Aussehen, sondern verbessern auch den Überblick.

Volvo Care Cab II - noch besserer Fahrerkomfort

Fahrerkomfort und Sicherheit sind zwei Punkte, um die man sich bei Volvo schon immer besonders intensiv gekümmert hat. Die neue Überdruck-Komfortkabine Care Cab II, natürlich nach ROPS/FOPS zugelassen, beeindruckt mit einem völlig überarbeiteten Design des Innenraums und einer Reihe ergonomisch sinnvoller Innovationen. Das größere Heckfenster bietet gute Sicht nach hinten. Dem Fahrer wird der Einstieg in die Kabine mit neu gestalteten Trittstufen erleichtert. Fahrersitz und Bedienkonsole für die Hydraulik kann er genau auf die für ihn bequemste Arbeitshaltung einstellen. Außer den vorgesteuerten Bedienhebeln findet er auf derselben Konsole auch den Vorwärts/Rückwärts-Kippschalter und die Kick-down-Taste.Zehn Luftauslässe führen gefilterte Frischluft und Umluft in das Fahrerhaus. Durch zusätzliche Filterung der umgewälzten Kabinenluft werden die Arbeitsbedingungen des Fahrers bei der neuen Kabinengeneration weiter verbessert. Als Sonderausrüstung wird die CDC-Komfort-Lenk- und Fahrschaltung angeboten. Bequem in der linken Armlehne angeordnet, hilft das CDC-System bei monotonen und wiederholten Ladespielen, weil es dem Fahrer das ermüdende Drehen des Lenkrads erspart.

Hohe Leistung und geräuscharmer Betrieb

Als Antriebsaggregate für die Radlader der D-Serie dienen Hochleistungs-Nieder-emissionsmotoren mit separater Ladeluftkühlung nach dem Twin-Pump-System von Volvo (L70D - L330D). Die Motoren entwickeln ein hohes Drehmoment bereits im niedertourigen Bereich, sind reaktionsschnell und erfüllen alle Anforderungen an einen schadstoffarmen Betrieb. Mit langen Wartungsabständen, z. B. 500 Betriebsstunden für den Wechsel von Motoröl und Motorölfilter, gewinnt man zusätzliche Zeit für den produktiven Einsatz.Nunmehr serienmäßig beim L50D und L150D bis L330D sind thermostatgeregelte Kühllüfter mit Hydrostatantrieb sowie die separate, schallisolierte Anordnung von Motor und Kühler, die zur weiteren Senkung des Außenschallpegels beiträgt. Der Hydrostatantrieb der Lüfter führt auch zu besserer Nutzung der zur Verfügung stehenden Motorleistung und senkt den Kraftstoffverbrauch, da die Leistungsentnahme nicht durch "nicht-produktive" Komponenten verringert wird. L50D, L220D und L330D entsprechen bereits in Grundausführung den Anforderungen der EU 2006 im Hinblick auf Lärmemissionen. Die Modelle L70D bis L180D entsprechen diesen Anforderungen ebenfalls, wenn sie mit dem EU-Schalldämmsatz ausgestattet werden. Mit insgesamt vier Vorwärts- und Rückwärtsgängen beim L70D bis L330D sorgt das bewährte Vorgelegegetriebe von Volvo dafür, dass die Radlader auch in schwierigen Situationen immer gut zu manövrieren sind. Die exklusiv für die Volvo-Baumaschinen entwickelte Schaltautomatik APS II optimiert die Schaltzeitpunkte in Abhängigkeit von Motordrehzahl und Fahrgeschwindigkeit. Dem Fahrer steht zur einsatzgerechten Abstimmung des Maschinenbetriebs ein Wahlschalter mit vier Leistungsstufen zur Verfügung, der bequem erreichbar am Armaturenbrett angeordnet ist.

Effiziente Hydraulikanlagen

Die bemerkenswerteste Neuerung ist wohl das Hydrauliksystem beim L330D. Dieser Volvo-Radlader der Oberklasse hat eine völlig neue Load-Sensing-Hydraulikanlage mit drei Axialkolben-Verstellpumpen erhalten, die einfachere Wartung und eine Senkung der Betriebskosten bewirken. Auch L50D, L70D und L220D haben Load-Sensing-Hydraulikanlagen, die besonders energieschonend arbeiten und daher eine größere Leistungsentnahme vom Motor zur Steigerung der Eindringfähigkeit beim Laden mit der Schaufel gestatten. Die Vorteile sind kürzere Taktzeiten, höhere Produktivität und niedrigerer Kraftstoffverbrauch. Zur serienmäßigen Ausstattung beim L50D bis L 220D gehört das patentierte TP-Hubgerüst, das ein nahezu gleichbleibend hohes Reißmoment im gesamten Hubbereich, verbunden mit einer hervorragenden Parallelführung, liefert. Um die Arbeit mit dem Anbaugerät noch effizienter zu gestalten, wurde das TP-Hubgerüst beim L50D bis L120D mit einem neuen Querträger versehen, um den "Durchblick" zu verbessern. Zur Serienausstattung der D-Serie gehören schwerere Kontergewichte. Stabilität und Zielsicherheit beim Manövrieren gewinnen dadurch. Für L50D bis L220D stehen optionale Kontergewichte für den Holzumschlag zur Verfügung und für den L330D ein neues Kontergewicht für den Umschlag von Felsblöcken.Contronic II - die neue Bordelektronik mit Überwachungssystem - kontrolliert fortlaufend alle wichtigen Maschinenfunktionen einschließlich APS II, CDC und BSS und informiert den Fahrer unverzüglich, sollte eine Betriebsstörung vorliegen oder zu erwarten sein.Angeordnet in der Mitte des durchgehenden Armaturenbretts und mit integriertem Drehzahlmesser, zeigt das Contronic-II-Display umfangreiche Betriebsdaten in Klartext und in der gewünschten Sprache an. Die neue Tastatur macht das System noch fahrerfreundlicher, da sie den Direktzugriff auf alle Hauptmenüs ermöglicht.





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