Tagesmüdigkeit: Rund 10.000 Arbeitsunfälle wären vermeidbarRund 20 Prozent der Bundesbürger leiden unter SchlafstörungenMindestens 10.000 Arbeits- und Wegeunfälle im Jahr könnten verhindert werden, wenn Symptome wie Tagesmüdigkeit und Einschlafzwang mehr Beachtung fänden. Diese Ansicht vertreten Professor Gerhard Schultze-Werninghaus und Privat-Dozent Dr. Kurt Rasche von den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil-Klinikum der Ruhr-Universität Bochum.Nach ihren Recherchen leiden 20 Prozent der Bevölkerung unter Schlafstörungen mit der Folge vermehrter Tagesmüdigkeit. Häufigste Störung ist das Schlafapnoe-Syndrom. Etwa zwei Prozent der Frauen und vier Prozent der Männer sind davon betroffen. Dabei kommt es zu Atemstillständen mit Aufweckreaktionen. Der Schlaf verliert seine Erholungsfunktion. Neben Herz-Kreislaufstörungen sind Tagesmüdigkeit und plötzlicher Einschlafzwang die Folge. Dr. Rasche: "Bei solchen Patienten ist das Unfallrisiko vervierfacht, insbesondere beim Autofahren."Aber auch bei monotonen Tätigkeiten am Arbeitsplatz steigt das Unfallrisiko bedrohlich. "Wenn wir nur ein Prozent der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle dem Schlafapnoe-Syndrom zurechnen, können die Berufsgenossenschaften und die gewerbliche Wirtschaft bei entsprechender Behandlung jährlich mehrere Millionen Mark an Unfallfolgekosten einsparen, ganz abgesehen vom Leid der Betroffenen", meinen die Bochumer Schlafmediziner. Die moderne Schlafmedizin kann solche Schlafstörungen frühzeitig erkennen und sehr effektiv therapieren. Deshalb sollte derjenige, der sich ständig müde und unkonzentriert fühlt und gegen wiederholte Einschlafattacken kämpfen muss, sich mit diesen Symptomen an seinen Betriebsarzt wenden oder seinen Hausarzt aufsuchen. Der überweist den Betroffenen dann bei ausreichendem Verdacht an einen Neurologen oder Lungenfacharzt. Dieser kann ambulant mit Screeninggeräten die vorliegende Schlafstörung erkennen und einschätzen. Wenn der Facharzt es für nötig hält, schickt er den Patienten dann in ein Schlaflabor, in dem die endgültige Therapie festgelegt wird.
Info-Adresse Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), HEPHATA-Klinik, Schimmelpfennigstraße 2, 34613 Schwalmstadt-Treysa Tel.: 0 66 91/27 33; E-Mail: dgsm.mayer@t-online.de ![]() Inhaltsverzeichnis Ausgabe 3/00 | Zurück zu unserer Homepage |