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Neues für die Steinbearbeitung

Neues für die Steinbearbeitung  

Naturwerkstein steht bei Architekten und Bauherren mehr denn je hoch im Kurs. Die zur Bearbeitung kommenden Rohstoffe sind ebenso vielfältig wie die Wünsche der Kunden im Hinblick auf Formgebung und Oberflächenbeschaffenheit. Dies stellt an Maschinen- und Werkzeuge immer neue Herausforderungen. Die Hersteller tragen diesen Ansprüchen Rechnung.

Wir berichten über die bemerkenswertesten Neuheiten.

 



Mehrfunktions-Bearbeitungsmaschine Synthesi

Das italienische Unternehmen Ghines, Rimini, ist ein bekannter Hersteller für Steinbearbeitungsmaschinen. Von Ghines wurde jetzt eine neue Mehrfunktionssteinbearbeitungsmaschine mit dem Namen Synthesi vorgestellt. Diese Maschine ermöglicht das Fertigen von Innen- und Außenkanten, schrägen Abtropfflächen, Waschtischen, Rahmen, Rundtischen sowie das Marmor- und Granitschleifen mit diversen Profilen und Stärken. Die Arbeitsfläche der Synthesi ist über einen Bereich von 200 mm höhenverstellbar. Mit Hilfe eines leistungsfähigen Durchflussverteilers ermöglicht die hydraulisch angetriebene Höhenverstellung eine gleichmäßige und stufenlose Nivellierung im Zuge der Vertikalbewegung. Eine geschweißte Ganzmetallkonstruktion vermindert die Entstehung von Schwingungen. Zur Erhöhung der Präzision während des Bearbeitungsvorganges sind die Laufschienen aus Inox-Stahl gefertigt und mit regulierbaren Prismenführungsrollen versehen. Mit einem als Zubehör erhältlichen Drehtisch können Rundtische mit einem maximalen Durchmesser von 1.200 mm gefertigt werden. Die Energie für die Drehtischbewegung liefert eine im Inneren des Bearbeitungszentrums eigens dafür vorgesehene Hydraulikanlage. Mit deren Hilfe kann die Drehgeschwindigkeit reguliert und die Drehrichtung variiert werden. Die Werkstücke werden auf der Arbeitsfläche bzw. dem Drehtisch mittels einer Vakuumanlage fixiert. Der Antrieb der Bearbeitungswerkzeuge erfolgt über einen Spindelkopf mit der Bezeichnung Sector. Dieser wird ebenfalls durch eine unabhängige Hydraulikanlage versorgt. Damit können Werkzeuggeschwindigkeiten von 0 bis 10.000 Upm variabel eingestellt werden. Die Werkzeugbewegungen können entweder über eine klappbare Schablone abgegriffen oder stufenlos über eine Mikrometereinstellung eingeleitet werden.

Foto: Ghines

Die Leistungsfähigkeit und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Steinbearbeitungsmaschine Synthesi sind jetzt auch auf einer von Ghines herausgegebenen CD-ROM dargestellt. Darüber hinaus enthält die CD-ROM Informationen über die Produktpalette dieses Unternehmens. Sie kann direkt von Ghines bezogen werden.

 



Neues Werkzeug zur Oberflächenbearbeitung

(Foto: Krebs & Riedel) Die Krebs + Riedel Diamantwerkzeugfabrik GmbH & Co. KG, Bad KarIshafen, hat jetzt ein neues Diamantwerkzeug für die Oberflächenbearbeitung von Natur- und Kunststein im Nass- und Trockenschliff entwickelt, die unter EP 0 758 573 gebrauchsmustergeschützt und zum Patent angemeldet wurde. Kennzeichnend ist, dass auf dem um seine Mittelachse rotierbar angeordneten Grundkörper die Schleifkörper am Umfang lösbar angeordnet sind. Diese Körper bestehen aus einem keilförmig ausgeführten Träger, auf dem das Diamantsegment aufgelötet ist. Je nach Anwendungsfall wird beim Schleifen von Natur- und Kunststein eine synthetische Diamantkörnung verwendet.

Das von Krebs + Riedel neuentwickelte Werkzeug weist unter Verwendung des Keil-Systems folgende Vorteile auf:

  1. Die hohen Energiekosten beim Löten der Segmente, die Nacharbeit der Lötflächen bei den schweren Segment-Tragkörpern und die Unfallgefahr im innerbetrieblichen Produktionsablauf werden sehr stark reduziert bzw. ganz ausgeschaltet. Die Wirtschaftlichkeit der Produktion wird eindeutig erhöht.

  2. Nach dem erstmaligen Einbau des Werkzeuggrundkörpers verbleibt dieser in der Maschine. Damit entfallen die enorm hohen Werkzeugtransportkosten.

  3. Die Segmente können mit diamantfreiem Fuß produziert werden, weil der notwendige Segmentüberstand durch die neuartige Segment-Tragkörperkonstruktion ausreichend vorhanden ist. Damit wird ein Arbeitsgang bei der Segmentherstellung eingespart.

  4. Zum ersten Mal wird bei so einer Werkzeugart/Dimension, speziell beim Trockenschliff-Verfahren, das Lasern der Segmente ermöglicht.

  5. Schließlich ist die Befestigung der Diamant-Schleifkörper unfallsicher ausgeführt.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich in der praktischen Anwendung, weil die Segmente fast vollständig abgearbeitet werden können, ohne den schweren Werkzeugträger in Mitleidenschaft zu ziehen.
  1. Da bei einer rechteckigen Segmentform am Werkzeugumfang auch eine gleichmäßig verteilte spezifische Segmentoberfläche vorhanden ist, kann ein gleichmäßiger Verschleiß gewährleistet werden. Das Werkzeug weist über die gesamte Laufzeit konstante Leistung nach.
  2. Durch die im Einsatz gleichbleibende Segmentform sind höhere Zustelltiefen und damit auch höhere Zerspannungsleistungen möglich.Dies bedeutet, dass die schweren Werkzeugträger für längere Zeit in der Maschine montiert bleiben und nur bei Reinigungsbedarf ausgebaut werden müssen.Die Segmente mit einem Gewicht von jeweils circa 50 g können mit einer Schraube M10 sehr leicht von der Seite am Tragkörper befestigt werden. Die präzise Positionierung der Schleifelemente wird durch die seitlichen Schlitzführungen sowie eine keilförmig ausgeführte Auflagefläche nahezu toleranzfrei gewährleistet. Da die Segmente und der Tragkörper in montiertem Zustand eine geschlossene Einheit bilden, sind alle vier Auflageflächen vor Spritzwasser und Schleifschlämmen geschützt. Somit ist ein Segmentwechsel ohne aufwendige Montagevorarbeiten möglich.Nach Angaben des Herstellers haben die Werkzeuge ihre Praxistauglichkeit unter schwierigsten Bearbeitungsbedingungen unter Beweis gestellt.

 



Neuentwickeltes Stammblatt für die Steinbearbeitung

Stammblatt Die Firma Arntz, Remscheid, ist einer der führenden Hersteller für Stammblätter von Diamantkreissägen. Diese finden ein weites Anwendungsspektrum in der Naturstein- und Bau-Industrie. Von Arntz wurde jetzt ein neues Stammblatt mit der Bezeichnung Arntz-Techno entwickelt. Bei der Konzeption stand im Vordergrund, ein einschichtig aufgebautes, Geräusch- und Schwingungsgedämpftes Stammblatt herzustellen. Darüber hinaus sollte dieses beim Schneiden von Stein in allen gängigen Durchmesserbereichen eine stoßabsorbierende Wirkung aufweisen. Nach Angaben von Arntz werden diese Anforderungen durch das neue Stammblatt erfüllt. So ergeben sich bei Einsatz dieses Stammblattes je nach Gesteinsart und Schnittgeschwindigkeit Geräuschreduzierungen von bis zu 10 db(A). Die Geräuschreduzierung wird durch speziell angeordnete Laserschlitze erreicht. Diese sind mit einer dauerelastischen Dämpfungssubstanz gefüllt. Auftretende Schwingungen werden so bereits nahe dem Entstehungsort in Festkörperreibung umgewandelt und absorbiert. Eine speicherartige Anordnung der äußeren Laserschlitze verleiht dem Stammblatt eine erhöhte radiale Flexibilität. Dadurch werden stoßartige Belastungen, die während des Schnittes durch äußere Einflüsse oder Inhomogenität in der Werkstatt auftreten, aufgefangen und im Stammblatt ebenfalls absorbiert. Dieser Effekt führt zu einer gleichmäßigen und schonenden Abnutzung der Diamantsegmente. Für das Arntz-Techno-Stammblatt wurden international Patente angemeldet. Es ist lieferbar in den Abmessungen von ø 340 mm bis ø 3.482 mm.





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