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[Die Industrie der Steine + Erden]






20 Jahre unfallfrei auf der Raupe

Die Brühne-Gruppe hat zum Firmenjubiläum zwei CAT-D9-Raupen von 1957 restauriert

Über ein Jahrzehnt schlummerten zwei Raupen des Typs Caterpillar D9 auf dem Betriebsgelände der Firma Brühne in Wetter-Volmarstein. Diese zu ihrer Zeit weltweit größten Raupen hat Brühne 1957 als erste nach Deutschland importiert. Als deutlich wurde, welche Rarität da im Dornröschenschlaf lag, beschloss Firmenleiter Heinrich Brühne, zum 100. Firmenjubiläum die Maschinen wieder flott zu machen. Der bei Brühne angestellte Schlosser Jürgen Hübner hat in aufwendiger Kleinarbeit eine D9-Raupe mit Originalteilen aus dem amerikanischen CAT-Zentral-Ersatzteillager wieder "in Schuss" gebracht. Einer freut sich ganz besonders darüber: Für Reinhard Schmidt, der über 40 Jahre bei Brühne tätig war, stellte das 50 Tonnen schwere Gefährt mehr als 20 Jahre lang den täglichen Arbeitsplatz dar: "Wir beiden haben nicht einen Unfall gehabt," berichtet er ein bisschen stolz. Nach den Feierlichkeiten zum Firmenjubiläum im Herbst letzten Jahres hat Brühne die restaurierte Raupe der Gesellschaft zur Förderung und Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgung (SASE) in Iserlohn übergeben.Doch nicht nur die beiden "Baumaschinen-Oldtimer" lenken das Interesse auf die Brühne-Gruppe mit Hauptsitz in Dortmund: An ihrem Beispiel lässt sich nachvollziehen, wie sich ein unternehmerisches Konzept im Laufe der Zeit erfolgreich verändert. Aus einem Ein-Mann-Transportbetrieb entwickelte sich eine Unternehmensgruppe, die immer noch transportiert, sich aber mittlerweile auch mit Baustoffen, Entsorgung und Umwelttechnik beschäftigt. Der 100 Jahre alte Betrieb bereitet heute jährlich mehr als 1,5 Millionen Tonnen mineralische Stoffe auf, transportiert und vermarktet sie eigenständig.

Begonnen hat alles ganz unspektakulär:
Karl Brühne gründete im Jahr 1899 ein Fuhrunternehmen; Betriebsgrundlage und einziges Startkapital: ein Pferd und das Vertrauen in den industriellen Aufschwung. Brühne lieferte Kohle, die in der örtlichen Zeche abgebaut wurde, in die nähere Umgebung. Unter der Leitung von Heinrich Brühne, der 1925 die Firma übernahm, entstand ein Unternehmen, das zur ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft beitrug, bevor es diesen Begriff überhaupt gab: Brühne verwertete Abfallprodukte aus dem Bergbau und von Schlackenhalden, zum Beispiel für den Straßenbau. Um die steigende Nachfrage nach Kalkstein zu befriedigen, eröffnete der Unternehmer Mitte der 50er Jahre einen Steinbruch im sauerländischen Warstein. Seit 1969 leitet nun Heinrich Brühne jun. das Unternehmen.


Großer Bedarf an schwerem Gerät

Neben einer Vielzahl von Lkw verfügt Brühne über eine große Flotte Caterpillar-Baumaschinen. Den Steinbruch Warstein betreibt Brühne u. a. mit zwei Muldenkippern CAT 775D und zwei Radladern des Modells 966G. Getreu dem hohen Stellenwert der Familientradition im Unternehmen haben alle Baumaschinen einen Namen: Da baggern zum Beispiel "Harald" und "Brünhilde", alle sorgfältig mit Namensschild versehen. Seit kurzem erstrahlt nun auch die zweite alte D9 in neuem Glanz. Sie weist am Standort Volmarstein auf die Pionierleistungen Heinrich Brühnes hin.

Heidrun Becker, StBG


Pensionär Reinhard Schmidt (links) freut sich über die von Jürgen Hübner restaurierte D9-Raupe (Foto Brühne) Geballte moderne Maschinenkraft im Steinbruch: Heinrich Brühne (links) mit Peter Henning von Zeppelin (Foto: Brühne)





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