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Öldiagnosen halten Maschinenherzen jung

Die überwiegende Zahl aller Schäden an Baumaschinen kündigt sich rechtzeitig an - infolgedessen müsste es überraschende Ausfälle eigentlich gar nicht mehr geben. Klar und deutlich ist durch den erhöhten Abrieb von Verschleißpartikeln im Öl ersichtlich, wo Baumaschinen und Motoren kranken. Regelmäßige Öldiagnosen schenken daher Gewissheit über den Zustand von Motor, Hydraulikanlage, Getriebe, Achsen und Endantrieben. Außerdem können auf diese Weise die Ölwechsel-intervalle optimiert werden.

Derartige Öldiagnosen betreffen wesentlich mehr als nur die unmittelbar mit dem Öl in Berührung kommenden Maschinen-, Hydraulik- und Motorkomponenten. So deuten beispielsweise hohe Siliziumwerte im Öl auf einen beschädigten Luftfilter oder eine Undichtigkeit im Ansaugsystem hin. Würde das Problem nicht bemerkt, könnte dies einen Totalschaden des Motors zur Folge haben. Erhöhte Kupferwerte in Verbindung mit Natrium und Barium weisen auf einen Übertritt von Kühlflüssigkeit ins Motoröl hin.
Auch der Zustand des Öls kann sich verändern, denn diverse Schadstoffe wie Ruß, Wasser, Glykol, Sauerstoff, Kraftstoff oder auch übermäßige Hitze beeinträchtigen die Viskosität und das Schmutztragevermögen der Öle. Oft können durch die Diagnose teure Folgeschäden verhindert werden.
Periodische Öldiagnosen haben bei Caterpillar-Baumaschinen und -Motoren eine lange Tradition. Schon vor mehr als 25 Jahren richtete der deutsche Caterpillar-Partner Zeppelin Baumaschinen in Garching ein Labor zur Analyse von Gebrauchtölen ein. Während Mitte der 80er Jahre nur einige hundert Proben jährlich eintrafen, wurden 1998 über 44.000 Gebrauchtölproben analysiert und interpretiert.
Zur Früherkennung sich anbahnender Schäden dienen Partikelmessgeräte und ein Spektrometer mit Polychromator und Steuerrechner. Auch die Frage, ob das Motor-, Getriebe- oder Hydrauliköl noch weiter verwendet werden kann oder gewechselt werden muss, wird bei der Zeppelin-Öldiagnose mittels Infrarotspektrometersystem klar beantwortet. Häufig ist es dadurch möglich, die vorgeschriebenen Ölwechselintervalle zu verlängern.
Im Normalfall erfolgt der Versand des Laborberichtes am Folgetag nach der Anlieferung der Ölprobe. Genauso wichtig wie die Analyse sind dabei die Auswertung und Interpretation der gemessenen Werte. Dazu nutzt Zeppelin Baumaschinen ein spezielles Programm, das über eine Datenbank auf alle vorherigen Proben und auf sogenannte Weartables (Verschleißtabellen) zugreift. Diese Weartables werden von Caterpillar ermittelt, wobei allein 1997 die Erfahrungen von weltweit über fünf Millionen Ölproben einflossen. Bei regelmäßiger Öldiagnose werden nahende Schäden frühzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet. So können bei sich abzeichnenden Verschleißschäden Servicetermine einsatzabhängig und damit effektiver und kostensparender in den Betriebsablauf eingeplant werden. Die meisten plötzlichen verschleißbedingten Ausfälle gehören der Vergangenheit an.





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