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[Die Industrie der Steine + Erden]






Dipl.-Ing. Siegfried Knobloch verstorben

Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft trauert um den früheren Leiter ihres Technischen Aufsichtsdienstes, Herrn Dipl-Ing. Siegfried Knobloch, der am 21. April 2000 im 75. Lebensjahr unerwartet verstorben ist


Der Verstorbene stand 35 Jahre, von 1955 bis 1989, im Dienst unserer Berufsgenossenschaft und leitete über 22 Jahre den Technischen Aufsichtsdienst. Durch sein umfassendes Wissen sowie sein ausgeprägtes soziales Engagement genoss er großes Ansehen und Vertrauen, auch über die Steine und Erden-Industrie hinaus.

Nach Jugendjahren in Niederschlesien, der bereits im Alter von 17 Jahren bestandenen Reifeprüfung, Wehrdienst, Gefangenschaft und zeitbedingten Tätigkeiten im Eisenbahnbau sowie einem Kohlebergwerk studierte Siegfried Knobloch ab 1947 an der Technischen Hochschule München Bauingenieurwesen; er schloss sein Studium am 10. November 1951 mit der Diplom-Hauptprüfung ab. Es folgte eine dreijährige Tätigkeit in der Bauindustrie, so dass Siegfried Knobloch, als er zu Beginn des Jahres 1955 in den Dienst der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft trat, seine fundierten theoretischen Kenntnisse bereits durch praktische Erfahrungen angereichert hatte.

Nach bestandener Prüfung zum Technischen Aufsichtsbeamten wurde ihm ein Aufsichtsbezirk im Bereich der Sektion II übertragen, in dem er zehn Jahre lang zum Besten der Versicherten und der in der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zusammengeschlossenen Unternehmer als fachkundiger und geschätzter Berater tätig war. Mit Wirkung vom 1. November 1967, also bereits nach zwölf Jahren erfolgreichen Wirkens für die Unfallverhütung "vor Ort", wählte der Vorstand Siegfried Knobloch zum Leiter des Technischen Aufsichtsdienstes.

Diese Tätigkeit war für Siegfried Knobloch nicht nur Beruf, sie war eine Berufung, die er mit aller Konsequenz ausfüllte. Hier hatte er die Möglichkeit, seine innovativen Konzepte umzusetzen und wachsen zu sehen. Konzepte und Ideen, die er stets, wie kaum ein anderer, mit strategischem Weitblick verfolgte und realisierte. Für die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft begann damit eine neue Zeit - die Ära Knobloch - die von Kooperation und Dienstleistung geprägt war und ist.

In der Folgezeit war Siegfried Knobloch in zahlreichen Ausschüssen überaus erfolgreich tätig. Hier sei besonders seine Funktion als ständiger Vertreter des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses für Technische Aufsichtsbeamte sowie sein Wirken als stellvertretendes Mitglied des Grundsatzausschusses für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin erwähnt. Diese Berufungen dürfen mit Fug und Recht sowohl als Ausdruck einer besonderen Wertschätzung der Person von Siegfried Knobloch als auch seines engagierten Eintretens für die Belange der Arbeitssicherheit verstanden werden. Aber auch während seiner über 22-jährigen Mitarbeit im Arbeitskreis "Unfallverhütung" hat Siegfried Knobloch durch hervorragendes Fachwissen und großes persönliches Engagement dazu beigetragen, die vielfältigen Probleme der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes zu lösen.

Seine Arbeit im Sachverständigenausschuss des Bundeswirtschaftsministers bei der Neuordnung des Sprengwesens verdeutlicht seine Rolle als Experte auf diesem Gebiet. Auch das benachbarte Ausland würdigte das Engagement von Siegfried Knobloch. So erhielt er im Jahr 1980 das goldene Verdienstkreuz des Ordens "Dynamit pro pace", mit dem der Verband der Sprengbefugten Österreichs verdiente Persönlichkeiten auszeichnet.

Dabei war es stets sein Ziel, die Sicherheit an den Arbeitsplätzen in der Steine und Erden-Industrie zu verbessern, um das Leben der Menschen noch sicherer und gesünder und damit lebenswerter zu gestalten. Kooperationen über die Grenzen Deutschlands hinaus, ein geeintes Europa, wirkliche grenz-überschreitende Zusammenarbeit - das waren Themen für ihn, lange bevor die Politik sich dem ausgiebig widmete.

Eine besondere Auszeichnung erfuhr Siegfried Knobloch am 19. März 1984, als ihm das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland überreicht wurde. Damit fanden ein langjähriges engagiertes Wirken in der gesetzlichen Unfallversicherung auf den Gebieten der Unfall- und Berufskrankenheitenverhütung einerseits sowie über den berufsgenossenschaftspezifischen Bereich hinausgehende, für das allgemeine Wohl bedeutsame Aktivitäten, verdiente öffentliche Anerkennung.

Siegfried Knobloch hat durch seine Person und seine Persönlichkeit die Gemeinschaft, aber auch jeden einzelnen - der das Privileg hatte, ihn zu kennen - positiv beeinflusst, war er sich doch bewusst, dass Wissen nur dann etwas nutzt, wenn möglichst viele andere daran teilhaben können. Generationen Technischer Aufsichtsbeamter in der gesetzlichen Unfallversicherung haben von dieser Einstellung profitiert. Die führende Rolle, die er im Rahmen der Ausbildung dieser jungen Leute einnahm, gab ihm die Möglichkeit, schon sehr früh seine immensen Fachkenntnisse weiterzugeben. Genauigkeit, außerordentlich korrekte Ausarbeitung und eine streng definierte Vorstellung davon, wie das Ergebnis einer Arbeit aussehen sollte, charakterisierten seine Einstellung.

Bewegt und voller Hochachtung nimmt die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft von dem Verstorbenen Abschied - wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.





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