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[Die Industrie der Steine + Erden]






SKWs wirtschaftlich einsetzen

Kontakt: Zeppelin Baumaschinen GmbH, Zeppelinstraße 1, 585748 Garching
M. Holzhey, Tel. 0 89/3 20 00-0




Problem

Um moderne Lade- und Transportsysteme in den Gewinnungsbetrieben der Naturstein-Industrie wirtschaftlich einsetzen zu können, müssen diese optimal aufeinander abgestimmt werden. So sollte die Schaufelnutzlast multipliziert mit einem "ganzen Vielfachen" genau die Nutzlast des Schwerlastkraftwagens (SKW) ergeben. Lädt man den SKW im letzten Ladespiel nur mit halber Schaufel Nutzlast, wird das Arbeitsspiel unwirtschaftlich. Die Lade- und Transportsysteme so einzusetzen, ist jedoch in der Praxis nicht einfach. So kommt es häufig zum Über- oder Unterschreiten der Nennnutzlast. Die daraus entstehenden Nachteile wirken sich zum Teil deutlich auf den Fahrerkomfort und die Betriebssicherheit aus. Wird dann auch noch der innerbetriebliche Wegebau vernachlässigt, schaukeln sich die Probleme gegenseitig auf. Ein schlechter Fahrkomfort sowie eine ungenügende Betriebssicherheit belasten selbstverständlich den Fahrer. Aber dieser ist der Schlüssel zu einer optimalen Fahrzeugleistung, und nur er hat einen entscheidenden Einfluss auf den Verschleiß des Arbeitsgerätes. Dabei gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Fahrerkomfort, Betriebssicherheit und niedrigen Transportkosten.



Praxislösung

Ein immer wiederkehrendes Problem beim Einsatz der SKW`s ist die Sorge der Betreiber, dass die mögliche Nutzlast nicht erreicht wird. Deshalb werden in der Praxis häufig zusätzliche Bordwanderhöhungen installiert, die dann im täglichen Betrieb zu einer Fahrzeugüberlastung führen können. Mit einer am Fahrzeug installierten Nutzlastwiegeeinrichtung hat der Fahrer jederzeit die Möglichkeit, die Nutzlast zu kontrollieren. Durch eine außen am Fahrzeug installierte Ampelanlage kann der Laderfahrer erkennen, wie die Schaufel gefüllt sein muss, damit mit einer ganzen Anzahl an Ladespielen der SKW optimal ausgeladen werden kann. Da das Wiegesystem über Drucksensoren mit Informationen versorgt wird, kann man jetzt auch auf der Transportstrecke wichtige Fahrzeugbelastungsparameter erfassen. In einer Auswertung wird dann dargestellt, wie hoch die Betriebsdrücke in Abhängigkeit der gefahrenen Geschwindigkeit und der Wegstrecke sind. Ein Geschwindigkeits/Weg-Diagramm verdeutlicht, zu welchen Geschwindigkeitsänderungen der Fahrer gezwungen war. Jede Geschwindigkeitsänderung führt zu hohen Kosten im Kraftstoffverbrauch und Verschleiß und stellt eine Fahrerbelastung dar. In einer weiteren Analyse wird die Fahrzeugbelastung in einem Weg/Druck-Diagramm ermittelt (vgl. Abbildung).

Weg/Druck-Diagramm

Große Druckschwankungen weisen hier auf eine schlechte Wegstrecke hin. Die Fahrt wird unkomfortabel. Folge: Der Fahrer fährt automatisch langsamer, wodurch die Tonnenleistung sinkt und die Transportkosten steigen. Auch kann genau analysiert werden, an welcher Stelle der SKW bzw. der Fahrer besonders stark und damit falsch belastet wird. Gezielte Wegebaumaßnahmen können nun eingeleitet werden. Auch der Einfluss von Kurven auf die Fahrzeugbelastung kann untersucht werden. Hier werden die sich aus einer ungünstigen Kurvengeometrie ergebenden Rahmenverwindungen über die Drucksensoren erfasst und aufgezeichnet. Eine entsprechende Optimierung der Kurven ist dann möglich.



Erfahrung

Das Caterpillar SKW-System erfasst wichtige Betriebsdaten und ermöglicht so, über das normale Maß hinausgehende Belastungen des Fahrers sowie des Fahrzeuges objektiv zu ermitteln. Damit stellt dieses System einen wichtigen Beitrag für ein wirkungsvolles Produktionsmanagement dar. Denn durch eine Analyse der "Soll-" und "Ist"-Werte kann Einfluss auf die maximale Effektivität (Kosten pro Tonne), die maximale Leistung (Tonne pro Stunde) bei größtmöglicher Sicherheit genommen werden.Nach Herstellerangaben wird dieses System in einem großen Tagebaubetrieb im Osten Deutschlands mit Erfolg eingesetzt.







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