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Gefahrstoffe aktuell



Änderungen der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)

TRGS 200 "Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen" (Ausgabe: März 1999)

Die TRGS 200 wurde an den aktuellen Stand der GefStoffV angepasst. Eine grundlegende Überarbeitung wurde zurückgestellt, bis die Vierte Verordnung zur Änderung der Gefahrstoff-Verordnung in Kraft getreten ist. Darüber hinaus ist vorgesehen, die TRGS 200 in das Kompendium "Einstufung und Kennzeichnung" einzugliedern.



TRGS 222 "Verzeichnis der Gefahrstoffe - Gefahrstoffverzeichnis"

Diese TRGS wird aufgehoben, da ihre Inhalte seit 1996 in der TRGS 440 "Ermitteln und Beurteilen von Gefährdungen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz: Vorgehensweise (Ermittlungspflichten)" enthalten sind.



TRGS 420 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz: Verfahrens- und Stoffspezifische Kriterien (VSK) für die betriebliche Arbeitsbereichsüberwachung (Ausgabe: September 1999)

Diese TRGS wurde vollständig neu gefasst. Sie gibt praxisgerechte Hinweise, wie der Überwachungspflicht nach 18 GefStoffV nachgekommen werden kann. VSK beschreiben Arbeitsverfahren, bei denen gemäß TRGS 402

  • die Erhebung der Befunde: "Dauerhaft sichere Einhaltung des Grenzwertes", "Einhaltung des Grenzwertes" oder "Überschreitung des Grenzwertes" in der Arbeitsbereichsanalyse durch andere Methoden als Expositionsmessung erfolgt oder
  • erforderliche Kontrollmessungen vereinfacht durchgeführt werden können
  • oder Expositionsänderungen auf andere Weise als durch Kontrollmessungen erkannt werden können
  • oder ein Verzicht auf Kontrollmessungen möglich ist.

Die TRGS 420 richtet sich zum einen an den Arbeitgeber, der VSK für die betriebliche Arbeitsbereichsüberwachung einsetzen will sowie an diejenigen, die selbst VSK aufstellen wollen. VSK können sowohl vom AGS als auch von anderen Institutionen, wie z. B. den Ländern, BGen, Verbänden oder auch von Betrieben aufgestellt werden. In den Anhängen der TRGS sind die bereits für verschiedene Arbeitsbereiche formulierten VSK zusammengestellt. Erstmals sind hier sogenannte BG/BIA-Empfehlungen aufgelistet.



TRGS 440 "Ermitteln und Beurteilen von Gefährdungen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz: Vorgehensweise (Ermittlungspflichten)"(Änderung: März 1999)

Das Risikofaktorenmodell (Anlage II) dieser TRGS wird zurückgezogen, weil sich bei der Anwendung in der Praxis Probleme gezeigt hatten. Entsprechende Hinweise im Vorwort und in der TRGS selbst werden entsprechend angepasst. Der zuständige Arbeitskreis im Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) berät derzeit über ein modifiziertes Risikomodell.



TRGS 551 "Teer und andere Pyrolyseprodukte aus organischem Material" (Ausgabe Juli 1999)

Die TRGS wurde redaktionell an den aktuellen Stand der Gefahrstoffverordnung angepasst, einige Verwendungsverbote und Schutzmaßnahmen in bestimmten Bereichen wurden neu hinzugefügt. Hierbei ist besonders auf den neuen Abschnitt 5.2.11 "Schneidbrennen und Trennschneiden von Eisenkonstruktionen, die mit Steinkohlenteerpechhaltigen Korrosionsschutzmitteln beschichtet wurden" hinzuweisen.Der Bereich des Recyclings teerhaltigen Straßenbaumaterials wird in den Abschnitten 5.1 "Allgemeine technische Maßnahmen" und 5.2.4 "Straßenbau" behandelt. Dort wird neben grundsätzlich beim Umgang mit teerhaltigem Material zu ergreifenden Maßnahmen auf spezielle Maßnahmen beim Umgang mit teerhaltigem Straßenaufbruch hingewiesen. Es wird unter anderem gefordert, auf eine Reduktion der Staubentwicklung durch Berieselung der Flächen bzw. des Aufbruchmaterials mit Wasser zu achten. Weiterhin sollten die verwendeten Baumaschinen geschlossene Bedienungsstände, die mit ausreichend gereinigter Luft versorgt werden, besitzen.



TRGS 553 "Holzstaub" (Ausgabe: März 1999)

Die TRGS wurde vollständig überarbeitet und auf die wesentlichen Inhalte gekürzt. Nähere Einzelheiten beim Umgang mit Holzstaub können dem "Musterleitfaden zur Umsetzung der Gefahrstoffverordnung und der TRGS 553 "Holzstaub" zum Schutz vor den Gefahren durch Holzstaub" (LV 3) sowie dem Merkblatt "Holzstaub" (BGI 739, alt: ZH 1/739) entnommen werden. Hinweise auf einige grundlegende Schutzmaßnahmen konnten gestrichen werden, weil diese jetzt in der TRGS 500 "Schutzmaßnahmen: Mindeststandards" geregelt sind.



TRGS 554 "Dieselmotoremissionen (DME)" (Ausgabe: März 1999)

Der Geltungsbereich dieser TRGS wurde auf den Kohlebergbau ausgeweitet und eine Überwachungsmöglichkeit für Arbeitsplätze im untertägigen Kohlebergbau in Anlehnung an die Überwachung des TRK-Wertes für den Nichtkohlebergbau unter Tage geschaffen. Die Kohlenmonoxid-Messung wurde aus dem Wartungskonzept für Dieselmotoren gestrichen und der Abschnitt 5 zur DME-Belastungssituation in Arbeitsbereichen durch Einbeziehung weiterer Arbeitsbereiche fortgeschrieben. Darüber hinaus wurde die Weiterentwicklung des Standes der Technik sowie die TRGS 500 berücksichtigt, wodurch einige Ausführungen gestrichen werden konnten.



TRGS 613 "Ersatzstoffe, Ersatzverfahren und Verwendungsbeschränkungen für chromathaltige Zemente und chromathaltige zementhaltige Zubereitungen" (Ausgabe: Juli 1999)

Diese TRGS enthält nunmehr in Abschnitt 1 "Anwendungsbereich" einen Hinweis auf eine neue Branchenvereinbarung hinsichtlich der Vermarktung von chromatarmem Sackzement. In Nr. 2 "Begriffbestimmungen" wurde ein Hinweis auf die Unterscheidung zwischen chromatarmen und chromatreduzierten Zementen auf Grund der Kennzeichnung aufgenommen, Nr. 6 "Verwendungsbeschränkungen" enthält zusätzliche Arbeitsschutzmaßnahmen für einen sicheren Umgang mit Zement und zementhaltigen Zubereitungen. So wird in einigen Bereichen grundsätzlich der Einsatz von chromatarmen oder chromatreduzierten zementhaltigen Zubereitungen gefordert. Ferner wird bei der Möglichkeit von Hautkontakt mit Zement jeder Art die Verwendung von Handschuhen gefordert, wobei nitrilgetränkte Handschuhe empfohlen und Lederhandschuhe als ungeeignet bezeichnet werden. In Nr. 7 "Zumutbarkeit" wurden Aussagen zur Zumutbarkeit des Einsatzes chromatarmer Zemente und entsprechender Zubereitungen aufgenommen.



TRGS 900 "Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz - Luftgrenzwerte" (Stand: September 1999)

Neben der Änderung des Luftgrenzwertes für anorganische Faserstäube, krebserzeugend Kategorie K1, K2 und K3 (außer Asbest) und der zugehörigen Fußnote (13) werden die Grenzwerte für n-Butylacrylat, Diethylamin, 1, 4-Dioxan, Ethylamin, Fluorwasserstoff, 2-Propanol, Tetrahydrofuran und Triethylamin abgesenkt, für Methylacetat geändert und für Polyethylenglykol 600 (PEG 600) ergänzt, bei 19 Stoffen aus der Grenzwerteliste werden in der Spalte "Bemerkungen" Änderungen und Ergänzungen vorgenommen. In Nr. 3 "Liste der Luftgrenzwerte und Kurzzeitwerte, Verwendete Abkürzungen, Symbole, Ziffern und Erläuterungen" wird Erläuterung (9) (Dieselmotor-Emissionen) entsprechend dem aktuellen Stand der TRGS 554 "Dieselmotoremissionen (DME)" angepasst und es werden die neuen Erläuterungen Nr. 33 bis 37 angefügt.



TRGS 903 "Biologische Arbeitsplatztoleranzwerte - BAT-Werte" (Stand: August 1999)

In dieser TRGS wird ein neuer BAT-Wert für Diphenylmethan-4, 4-Diisocyanat mit einer neuen Fußnote 5 aufgenommen, bei Styrol wird ein zusätzlicher Probenahmezeitpunkt für die Langzeitexposition aufgenommen, bei den drei Chlorkohlenwasserstoffen Tetrachlorethen, Tetrachlormethan und 1, 1, 1-Trichlorethan wird die Alveolarluft als Parameter gestrichen, da diese sich in der Praxis als wenig zuverlässig erwiesen hat.



TRGS 905 "Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe" (Stand: August 1999)

In dieser TRGS wird Nr. 1 "Hinweise auf Vorschriften der GefStoffV" ergänzt, in Nr. 2.3 "Anorganische Faserstäube (außer Asbest)" wird Absatz 4 (Ausführungen zur Biobeständigkeit von Faserstäuben) neu gefasst. In der Stoffliste werden 29 Einträge geändert oder ergänzt, die für die Industrie der Steine und Erden keine wesentliche Bedeutung haben.

 



Änderungen der Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA)

TRBA 210 "Abfallsortieranlagen: Schutzmaßnahmen" (Ausgabe: Juni 1999)

Diese Technische Regel gilt für nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Abfallsortieranlagen und beschreibt Schutzmaßnahmen zur Reduzierung der Gesundheitsgefährdung der Beschäftigten.

TRBA 500 "Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen" (Ausgabe: Juni 1999)

Diese Technische Regel beschreibt allgemeine Hygieneanforderungen, die bei allen Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen anzuwenden sind. Sie stellt einen Mindestschutz der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen sicher, die für gezielte Tätigkeiten der Risikogruppe 1 bzw. vergleichbare nicht gezielte Tätigkeiten ausreichend sind. Allgemeine Hygienemaßnahmen ermöglichen eine Verringerung von Keimvorkommen, -besiedelung und -verbreitung in Arbeitsstoffen. Die Maßnahmen der TRBA stellen Schutzmaßnahmen der Schutzstufe 1 dar, wie sie gemäß 10 Abs. 4 in Verbindung mit den Anhängen II und III der Biostoffverordnung eingehalten werden müssen. Deshalb kommt dieser TRBA eine besondere Rolle zu.



Weitere Neuerungen

Messstellenverzeichnis der gemäß 18 Abs. 2 GefStoffV akkreditierten Messstellen vom 16. August 1999

Das neue Messstellenverzeichnis enthält nunmehr 59 anerkannte Messstellen für die Durchführung von Gefahrstoffmessungen und kann im Internet unter www.dar.bam.de/ast/start.html oder per Faxabruf unter 05 61/20 00-5 22 abgefragt werden.

Dipl.-Ing. Kurt Kolmsee, StBG, Tel. 05 11/72 57-703, Fax /790,
Dr. Hansmartin Reimann, StBG, Tel. 05 11/72 57-757, Fax /790





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