www.steine-und-erden.net > 2000 > Ausgabe 3/00 > Gewichtsoptimierte Fahrzeuge für den Fahrmischereinsatz

[Die Industrie der Steine + Erden]






Gewichtsoptimierte Fahrzeuge für den Fahrmischereinsatz

(Foto: Putzmeister)  

Mehr als die Hälfte des in Deutschland verarbeiteten Zementes wird von Transportbetonwerken abgenommen. Der Frischbeton wird mit Fahrmischern zur Baustelle transportiert und im Zusammenspiel mit Betonpumpen oder Autobetonpumpen mit Verteilermast zu den Einbaustellen gefördert. Für eine wirtschaftliche Abwicklung der einzelnen Arbeitsvorgänge ist es unverzichtbar, das Mischen, das Transportieren, das Fördern und das Einbauen des Betons möglichst reibungslos abwickeln zu können. An Fahrmischer und Betonpumpen werden daher hohe Anforderungen im Hinblick auf Zuverlässigkeit, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit gestellt.

 



Liebherr beteiligt sich an der Entwicklung

(Foto: Liebherr) In enger Zusammenarbeit mit den beiden großen deutschen Nutzfahrzeugherstellern war Liebherr an der Entwicklung einer neuen leichten Chassis-Klasse für den Einsatz als Fahrmischer beteiligt. Das Hauptziel der Entwicklung lag in der Schaffung von Nutzlastreserven nach Maßgabe der StVZO unter gleichzeitiger Erhaltung der Stabilität und Robustheit des Fahrgestells. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist ein gewichtsoptimiertes Fahrzeugchassis für Fahrmischer, das die Anforderungen des Marktes im Bereich der dreiachsigen Fahrmischer erfüllt.Im Rahmen dieser Kooperation konnte Liebherr die Material-Streckgrenze des Verbindungsrahmens um circa 30 Prozent erhöhen. Dadurch erfolgte eine Anpassung an die von den Herstellern der Fahrgestelle verwendeten Stahlqualitäten. Die dynamischen Belastungen werden so gleichmäßig auf das Fahrgestell und den Fahrmischeraufbau verteilt. Dies erhöht nach Angaben des Herstellers die Lebensdauer und die Betriebssicherheit der Fahrmischer. Liebherr hat in diesem Zusammenhang auch die Übergabeteile der Fahrmischer neu gestaltet. Zunächst wurde die Form des Auslauftrichters überarbeitet. Dadurch erhielt der Trichter rund 30 Prozent mehr Raumreserve und ein schnelleres Entladen wird möglich. Außerdem wurde die Wölbung des Trichters weiter nach außen gezogen. Dies verbessert nicht nur das Fassungsvolumen, sondern auch die Zugänglichkeit beim Reinigen. Ein am Auslauf der Trommel angebrachter zweiter Tropfring verhindert das Abtropfen von Beton und Zementleim beim Entladen.

 



Karrena setzt auf Spezialstähle

(Foto: Karrena) Das jüngste Mitglied der Karrena Fahrmischer-Familie, der 7/4/L steht durch Nutzlastoptimierung ganz im Zeichen erhöhter Wirtschaftlichkeit. Durch den Einsatz der von Thyssen-Schulte neuentwickelten hochfesten Spezialstähle sowie Aluminium ist das Gewicht des Fahrmischeraufbaues soweit reduziert worden, dass in Verbindung mit dem neuen Betonmischer-Fahrgestell Atego 2628 B der Daimler Chrysler AG ein Nutzvolumen von 6,5 m3 Beton der Güte B 55 KR bei voller Fahrzeug- und Fahrmischerausstattung erzielt wird, ohne das zulässige Gesamtgewicht von 26 t zu überschreiten. Als Vorteile dieser neuen Baukonzeption sind zu nennen: Die Betriebskosten des Fahrmischers liegen aufgrund der günstigen Verbrauchswerte dieser Baureihe deutlich niedriger. Für den Betreiber ergeben sich ferner erheblich geringere Anschaffungskosten für das Trägerfahrzeug. Das Dreiachsfahrgestell ermöglicht eine bessere Beweglichkeit besonders auf engen Baustellen bzw. in Innenstädten und Ballungsgebieten. Aufgrund des Einsatzes von hochfesten Spezialstählen wird von Karrena die gleiche Lebensdauer wie bei den bisherigen Fahrmischern garantiert. Dies schlägt sich natürlich auch in den akzeptierten Gewährleistungsfristen nieder. Die technischen Daten des Fahrmischertyps 7/4/L sind:

Geometrischer Nenninhalt: 12.400 Liter
Wasservolumen: 7.820 Liter
Normfüllung nach DIN 459 / Teil 1: 7.420 Liter
Füllgrad bei 7 m3: 56%

Die neue Fahrmischergeneration wird seit Mitte letzten Jahres als Serienfahrzeug ausgeliefert und hat nach Angaben des Herstellers bereits in einer Vielzahl von Einsätzen seine Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt.

 

 



Sanierausstattung für Serien-Betonpumpen

(Foto: Putzmeister) Für Märkte, in denen spezielle Sanier-Mobile nicht genug ausgelastet sind, bietet Putzmeister Sanier-Module für Serien-Autobetonpumpen an. Der Einsatz dieser Module bietet sich insbesondere in Kombination mit den Typen BSF 24.16 H und BSF 28.16.H an. Beide sind mit einer langhubigen Kernpumpe ausgestattet (Förderleistung bis 160 m3/h) und auch für den Einsatz bei großen, stationär verlegten Rohrleitungs-Längen geeignet. Ein hydraulisch absenkbarer Container erleichtert dabei dem Maschinisten die Arbeit.Neu und bei beiden Modellen identisch sind die aufgesetzten Container zur Aufnahme von 14 Förderrohren (DN 125) à drei Meter und zwölf Schläuche (DN 65) à vier Meter sowie Stauraum für Kupplungen und umfangreiches Zubehör. Um dem Bedienungspersonal beim Aus- und Einladen das Hantieren mit den relativ schweren Förderleitungs-Rohren zu vereinfachen, hat Putzmeister die rohrführenden Sanier-Container mit einer hydraulischen Schwenk-Einrichtung ausgestattet. Dadurch entfällt für das Personal beim Herausziehen und späteren Aufladen der 125er Rohre das umständliche Arbeiten über Kopf. Stattdessen lassen sich die Förderrohre in Brusthöhe bequem aus ihren Führungen ziehen und nach dem Pumpeinsatz ohne großen Kraft- und Zeitaufwand wieder verstauen. Mit beiden Maschinen haben Betonpumpendienste jetzt nicht nur Zugang zum interessanten Sanier-Markt. Sie können ihre Maschinen nun auch dort einsetzen, wo aufgrund der Baustellenbedingungen größere Entfernungen mit Schlauch- oder Rohrleitungen überbrückt werden müssen.

 



Fahrmischerhersteller "L & T" bietet breite Produktpalette

(Fahrmischer LT 90 HE mit Teleskopförderband (Foto: L&T) Vor geraumer Zeit hat der italienische Fahrmischerhersteller L & T eine Fahrmischerlinie entwickelt, die mit einer Trommelisolierung versehen ist. Die Isolierung mit der Produktbezeichnung LTCCD ermöglicht nicht nur das Halten einer konstanten Betontemperatur, sondern auch eine Kontrolle der Wasserverdampfung. Eine Eigenschaft, die bei extremen Temperaturen oder beim Transport von Spezialbeton absolut notwendig ist. Neben einer breiten Angebotspalette von Fahrmischern in den Größen zwischen 3 und 14 M3 lieferbar sowohl in Standardausführung als auch in Leichtbauweise bietet L & T eine komplette Baureihe von am Fahrzeug montierten Förderbändern an. Damit können Transportlängen von 12, 15 und 16 Metern erreicht werden. Die zusätzliche Teleskopierbarkeit der Bandkonstruktion ermöglicht einen flexiblen Einsatz auf der Baustelle. Durch das Lift-on-/Lift-off-Schnellwechselsystem ist die Montage bzw. Demontage der Betonförderbänder unkompliziert.Seit Beginn der 90er Jahre werden von L & T auch Mischerverteilermaste und Mischerpumpen gebaut. Diese Systeme mit der Bezeichnung "BOOMIX" können sowohl auf Fahrzeugen mit sieben als auch neun Kubikmetern aufgebaut werden. Diese sind mit Betonpumpen ausgestattet, die Wahlweise eine Förderleistung von 45 oder 60 m3/h aufweisen. Die maximale senkrechte Reichweite der Verteilermaste erreicht, je nach Modell, 22, 24 und 29 Meter. Nach Angaben von L & T wird bei Konstruktion und Bau besonderer Wert auf die Betriebssicherheit gelegt. L & T-Fahrmischer entsprechen nicht nur den CE-Vorschriften, sondern sind von einer unabhängigen Prüfstelle geprüft und tragen das GS-Zeichen. So sind alle Fahrmischer mit einem mechanischen Trommelrückhaltesystem ausgestattet, wodurch Arbeiten im Inneren der Trommel sicher durchgeführt werden können. Klapprinnen und Verlängerungsrinnen sind aus Polystone gefertigt. Aufgrund des niedrigen Baugewichtes wird so eine Verletzungsgefahr an den Quetschstellen verringert.

 



Schwing EASy zertifizierte Sicherheit bei einseitiger Abstützung!

(Foto: Schwing) Beengte Baustellensituationen führen bei der Aufstellung von abstützbedürftigen Baumaschinen immer wieder zu Problemen. Für die Schwing Autobetonpumpen KVM 34 X und S 42 SX war dies schon immer etwas einfacher, denn sowohl die X- als auch die SX-Abstützung lassen sich gerade herausfahren, sogar direkt in schmale Lücken hinein. Dies ist ein erheblicher Vorteil gegenüber Klappstützen, die beim Ausklappen einen entsprechend großen Schwenkradius als Freifläche benötigen.Um die Einsatzmischzeiten dieser Geräte nachweisbar zu verbessern, hat Schwing "EASy" entwickelt. Das einseitige Abstützsystem macht es jetzt möglich, die Maschine bei Bedarf nur auf der Seite abzustützen, in die der Verteilermast gefahren wird.

(Foto: Schwing) Dabei lässt sich der Verteilermast entsprechend der gewählten einseitigen Abstützung ausschließlich innerhalb des zulässigen Arbeitsbereiches führen, kritische Arbeitsbereiche werden mit "EASy" automatisch ausgeschlossen! Für den Pumpenbetreiber führt dieses System zu noch mehr Einsatzmöglichkeiten sowie Zeitvorteilen, denn nun lassen sich auch Baustellen "bedienen", wo man platzbedingt eventuell hätte passen müssen. Dem Maschinisten und allen im Aktionsradius auf der Bastelle Tätigen bietet "EASy" noch mehr Arbeitssicherheit! Bei Pumpeinsätzen am Rand von Verkehrswegen können größere Absperrungen oder gar Umleitungen sowie damit zusammenhängender Aufwand in vielen Fällen vermieden werden. In der Praxis bedeutet das, dass die Stützarme auf der "schmalen" Seite in ihrer Transportstellung verbleiben, wobei lediglich die Stützbeine abgesenkt und die Maschine ins Waagerechte gebracht werden muss also kein gefahrenträchtiges Umstecken von Bolzen und Hebeln! Unkompliziert ist auch die Bedienung für den Maschinisten, denn ein übersichtliches Leuchtschaubild zeigt stets die Mastposition innerhalb des zulässigen Schwenkbereiches an ein Übersteuern ist unmöglich.Bei der Autobetonpumpe KVM 34 X ermöglicht "EASy" eine Minimierung der Stützbreite um circa zwei Meter, und das bei einem Schwenkbereich von 155 Grad, bei der S 42 SX sogar um circa 2,9 m bei einem Schwenkbereich von 138 Grad. Durch die Schwing-540-Schwenktechnik kann das Mastpaket direkt aus der Transportstellung in den gewählten Arbeitsbereich geschwenkt werden! Redundante Sicherheitseinrichtungen sorgen für eine sichere Bedienung auch bei Ausfall der Erst-Sicherheitskette. Schwing "EASy" entspricht in seiner Sicherheit der Kategorie 3 der EN 954-1 und wurde vom berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitssicherheit (BIA) abgenommen und zertifiziert.



Neue Kupplung vermeidet Klemmgefahr

(Foto: Putzmeister) Mit der neuen Kupplungsgeneration SIK 125-5,511 ergänzt Putzmeister sein Angebot an sicheren Förderleitungs-Komponenten.Die neuen Ecoline-Kupplungen wurden vor allem in Hinblick auf leichtes Schließen und Öffnen von Rohrleitungen entwickelt. Durch die besondere Form des Schließhebels liegt die Kupplung nicht nur sehr griffsicher in der Hand, sondern wurde gegenüber billigen Kupplungs-Imitaten so gestaltet, dass Finger gar nicht erst eingeklemmt werden können. Die Kupplungen sind in grundierter Ausführung erhältlich und werden zu einem besonders attraktiven Preis angeboten. Der neuentwickelte, zum Patent angemeldete Schließmechanismus mit nur einer Lasche ermöglicht die kostengünstige Produktion und macht gleichzeitig den Schließmechanismus stabiler. Neben der Ecoline führt Putzmeister weiterhin die klassische Keyline-Kupplung in verzinkter Ausführung sowie die mit 2,3 kg besonders leichte Alu-Kupplung aus der Proline-Reihe im Programm. Die Proline-Kupplungen sind durch ihr geringes Gewicht (weniger als die Hälfte einer geschmiedeten Kupplung) für jeden Pumpenfahrer eine Erleichterung beim Verlegen von Rohrleitungen. Alle drei Kupplungssysteme sind zugelassen für Drücke bis 85 bar.

 



Weltrekord: 15.980 m3 Beton in weniger als 23 Stunden gepumpt

(Foto: Schwing) Bei der Massenbetonierung einer Fahrbahnplatte am Metropolitan Flughafen in Detroit wurde ein neuer Weltrekord aufgestellt: In etwas weniger als 23 Stunden wurden in einem einzigen Einsatz 15.980 m3 Beton eingebracht. Bei diesem Großeinsatz wurde eine Fundamentplatte gegossen, die gleichzeitig Fahrbahnplatte eines in offener Bauweise erstellten Straßentunnels ist. Der ca. 300 Meter lange und 50 Meter breite Tunnel ist der letzte von drei Zu- und Abfahrtswegen zu einem neuen, noch im Bau befindlichen Flughafenterminal. Alle drei Straßentunnel verlaufen unterhalb der Lande- oder Rollfeldbahnen.Die Betonierung der Bodenplatte wurde mittags des ersten Tages begonnen und kurz vor elf Uhr des folgenden Vormittages abgeschlossen. Zur Bewältigung der Betonieraufgabe wurde eine Flotte von zwölf Schwing Autobetonpumpen eingesetzt: drei KVM 32, eine KVM 36, vier KVM 42, eine S 45 SX sowie zwei S 47 SX und eine KVM 52. Alle Geräte haben Förderleistungen von 150 m3/h und sind ausnahmslos auf Mack-Fahrgestelle aufgebaut.Da die Flughafengesellschaft lediglich eine Rollbahn für die Dauer der Betonierung außer Betrieb setzen konnte, wurde es erforderlich, alle zwölf Betonpumpen auf einer Seite des Einschnittes aufzustellen. Der Böschungswinkel von 2:1 und die Einschnitt-Tiefe von circa neun Meter bedeuteten, dass alle Geräte rund 20 Meter von der Vorderkante der zu betonierenden Platte zurück aufgestellt werden mussten. Damit förderte jede Pumpe mehr als 70 Meter weit über dem Einschnitt. Die komplizierte Aufstellung der Pumpen stellt sich fast als Kinderspiel heraus im Vergleich zu den Komplikationen der Betonanlieferung zu der Baustelle. In rund vier Kilometern Entfernung wurden auf dem Flughafengelände drei Transportbetonwerke errichtet. Hinzu kamen drei weitere Anlagen in sechs bzw. 20 km Entfernung. Für die Betonanlieferung wurden insgesamt 125 Fahrmischer eingesetzt. Für die Nachtphase sah man nur noch 105 Fahrzeuge vor, um "Fahrerermüdung und Sicherheitsrisiken" vorzubeugen. Zu den Stoßzeiten erreichten die fünf Mischanlagen Leistungen von über 760 m3 die Stunde.





Inhaltsverzeichnis Ausgabe 3/00 | Zurück zu unserer Homepage