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Explosion und Brände an flüssiggasbetriebenen Fahrzeugen/Flurförderzeugen

Vor kurzem ereignete sich eine schwere Explosion an einem flüssiggasbetriebenen Gabelstapler, bei der zwei Mitarbeiter tödlich verunglückten.Um Unfällen dieser Art entgegenzuwirken, forderte der zuständige berufsgenossenschaftliche Fachausschuss die Hersteller auf, die erforderlichen Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Diese Maßnahmen wurden von den Herstellern nicht bzw. nur sehr unzureichend umgesetzt. Weiteres Explosions-, Brand- bzw. Unfallgeschehen in mindestens sieben Fällen war die Folge.Soweit es bei den vorgefundenen Brandschäden an den Treibgasanlagen noch feststellbar war, waren stets Verdampfer-Druckregler Fabrikat IMPCO, Typ "J" installiert. Infolge der Unfallserie und auf Grund weiterer Erkenntnisse aus verschiedenen Recherchen des Fachausschusses Nahrungs- und Genussmittel, Sachgebiet "Verwendung von Flüssiggas" wurden von den zuständigen Arbeitsschutzämtern gutachterliche Untersuchungen des Verdampfer-Druckreglers veranlasst.Zusammenfassend wird in der zuerst vorgelegten gutachterlichen Stellungnahme Folgendes festgestellt (Auszug):

"Der Verdampfer-Druckregler Fabrikat IMPCO, Typ "J" ist nicht gegen thermische Expansion von Flüssiggas abgesichert, so dass das Schließplättchen des ersten Ventils beschädigt werden kann. Ist das Schließplättchen beschädigt, schließt es nicht mehr und Gas strömt bei weiterem Betrieb des Fahrzeuges ungeregelt und undosiert in den Regler bzw. unter Umständen in den Motorraum. In diesem Fall besteht die Gefahr einer Zündung, da es sich dann nicht mehr um kleine Gasmengen handelt, sondern Gas undosiert nachgeliefert wird, so lange der Choke- bzw. Kaltstartknopf gehalten und der Motor angelassen wird."

In der gutachterlichen Stellungnahme wird daher angeregt, alle Verdampfer--Druckregler, Typ "J" gegen den Typ "K" (Nachfolgemodell mit geänderter Ventilausführung) auszutauschen.In einem weiteren Gutachten, das u. a. auf Veranlassung des o. g. Fachausschusses erstellt wurde, wird jedoch festgestellt, dass auch die geänderten Verdampfer-Druckregler der Typen "K" und"Cobra" einen entscheidenden sicherheitstechnischen Mangel aufweisen. Diese Verdampfer-Druckregler werden bei thermischer Expansion des Flüssiggases in der ersten Kammer nach außen undicht. Laut Gutachten sind daher auch bei diesen Verdampfer-Druckregler-Typen Nachrüstmaßnahmen erforderlich.Die Firma IMPCO wurde aufgefordert, entsprechend nachgerüstete Verdampfer-Druckregler zur erneuten Sachverständigenbegutachtung vorzustellen, damit diese ersatzweise eingesetzt werden können. Hiervon unabhängig wurden die bei Verdampfer-Druckreglern und Treibgasanlagen erforderlichen Präventionsmaßnahmen von einem Ad-hoc-AK "Flüssiggasbetriebene Fahrzeuge/Flurförderzeuge" auf der Grundlage der vorliegenden Sachverständigengutachten herausgearbeitet. In diesem Ad-hoc-AK sind die zuständigen Arbeitsschutzämter sowie die Fachausschussarbeitskreise für die Sachgebiete "Flurförderzeuge" und "Verwendung von Flüssiggas" vertreten.Nach einhelliger Auffassung des Ad-hoc-Arbeitskreises sind je nach Typ des Verdampfer-Druckreglers "J", "K" oder "Cobra" unterschiedliche Austausch- und/oder Nachrüstmaßnahmen unverzüglich erforderlich (und nicht erst entsprechend der Auffassung der Hersteller bei der nächsten Wartung oder Prüfung der Treibgasanlage).

Besonders zu betonen ist auch, dass neben den Gabelstaplern die gesamte Vielfalt der flüssiggasbetriebenen innerbetrieblichen Fahrzeuge/Flurförderzeuge betroffen ist, da deren Treibgasanlagen weitgehend baugleich sind.Die betroffenen Mitgliedsunternehmen werden gebeten, sich unverzüglich mit dem Hersteller in Verbindung zu setzen!





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