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[Die Industrie der Steine + Erden]






Der Beitrag sinkt

Willi Lange

Briefe der Berufsgenossenschaft an ihre Mitgliedsunternehmen werden vor allem dann aufmerksam und kritisch gelesen, wenn es sich dabei um Beitragsbescheide handelt. Vor wenigen Wochen hat unsere Mitglieder- und Beitragsabteilung wieder solche Bescheide versandt, die eine Abrechnung über den von dem jeweiligen Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr 1999 zu zahlenden BG-Beitrag enthalten. Darüber hinaus geben diese Bescheide Auskunft über die von den Mitgliedern zu leistenden Beiträge zum Lastenausgleich, mit welchem die gewerblichen Berufsgenossenschaften übermäßige Belastungen an Renten oder Entschädigungen untereinander auszugleichen haben, aber auch über den Beitrag für das Insolvenzgeld, welches der Bundesanstalt für Arbeit von der Deutschen Wirtschaft mit Hilfe der Unfallversicherungsträger zu erstatten ist. Erfreulicherweise ist diesmal bei sämtlichen drei Umlageposten eine Senkung des Beitrags erfolgt. Während dieser Rückgang bei den Fremdumlagen "Lastenausgleich" sowie "lnsolvenzgeld" bereits vor einigen Jahren eingesetzt hatte und sich jetzt weiter fortgesetzt hat, konnte nunmehr auch der Beitragsfuß für den BG-Beitrag gesenkt werden. Nähere Informationen dazu finden Sie im Artikel Umlage 99. Ich halte diese Beitragssenkung gerade jetzt für ein wichtiges Signal. Die Beiträge der Unternehmen für die gesetzliche Unfallversicherung stehen ja seit einigen Monaten vermehrt im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Mehrere gesetzliche Unfallversicherer sehen wegen struktureller Veränderungen in der Bauwirtschaft erhebliche finanzielle Probleme auf sich zukommen, die sich mit den Stichworten "Schwarzarbeit", "Lohndumping" und "ausländische Billiganbieter" umschreiben lassen. Solchen Einflüssen sind - wenngleich in abgeschwächter Form - auch die unserer Berufsgenossenschaft zugehörigen Unternehmen ausgesetzt, und der in Deutschland stattfindende Wandel von einer Produktions- in eine Dienstleistungsgesellschaft wirkt sich zwangläufig auch auf die Zahl der Beschäftigten im Steine und Erden-Bereich aus. Dies hatte zur Folge, dass die beitragsbestimmenden Entgeltsummen auch im letzten Jahr wiederum einen Rückgang erfahren haben.Selbst die schärfsten Kritiker der Berufsgenossenschaften räumen aber mittlerweile ein, dass kein privater Versicherer ein vergleichbares Leistungsspektrum kostengünstiger anbieten kann, zumal sich die gesetzliche Unfallversicherung nicht nur auf die bloße Schadensregulierung beschränkt, sondern neben einer qualifizierten Prävention auch die Kosten für Heilbehandlung und Rehabilitation übernimmt.Die Möglichkeit unserer Berufsgenossenschaft, ihr umfassendes Leistungsspektrum trotz rückläufiger Lohnsummen weiterhin zu stabilen oder sogar sinkenden Beiträgen anbieten zu können, besteht aber nur dann, wenn gleichzeitig eine entsprechende Senkung der Ausgaben erfolgt. Dieses Ziel ist im letzten Geschäftsjahr erreicht und damit auch die Behauptung wieder einmal unter Beweis gestellt worden: Je erfolgreicher Unfallverhütung betrieben und Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz vermieden werden, desto günstiger der Beitrag.

Ihr
Willi Lange





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