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Die Berufsgenossenschaften und der EURO




Die Berufsgenossenschaften und der EURO

Seit dem 1. Januar 1999 gibt es in elf Ländern der Europäischen Union eine einheitliche Währung. Der Euro löst die nationalen Währungen ab. Euro-Scheine und -Münzen wird es erst Anfang des Jahres 2002 geben. Bis dahin bleibt die D-Mark gesetzliches Zahlungsmittel. Bargeldlos kann aber bereits seit dem 1. Januar 1999 in der neuen Währung gezahlt werden. Seitdem steht auch der Umrechnungskurs zwischen D-Mark und Euro fest. Er liegt bei 1,95583 DM zu einem Euro.

Für die Berufsgenossenschaften, die Unternehmen, die Versicherten und die Rentenbezieher ergeben sich aus der Währungsumstellung eine Reihe von Fragen, die häufigsten werden in dieser Broschüre beantwortet. Für weitere Auskünfte stehen Ihnen die Berufsgenossenschaften jederzeit zur Verfügung.

Allgemeines

Frage:
Ist die Ablösung der D-Mark durch den Euro eine Währungsumstellung oder eine Währungsreform?

Antwort:
Der Wechsel von der D-Mark zum Euro ist eine Währungsumstellung. Alle DM-Beträge werden mit dem am 31. Dezember 1998 ermittelten Umrechnungskurs von 1,95583 DM zu 1 Euro in Euro-Beträge umgerechnet. Mit diesem Kurs werden auch alle Preise, Gehälter, Mieten etc. in der neuen Währung ermittelt. Das heißt: Die Zahlen ändern sich, der Wert bleibt gleich. Die Einführung des Euro ist also keine Währungsreform.

Frage:
Wie wird die neue Währung dargestellt ?

Antwort:
Die Berufsgenossenschaften arbeiten in allen Vordrucken, Bescheiden und Formularen mit dem amtlichen Währungskennzeichen "EUR". In Texten wird das Wort "Euro" verwendet.
Euro-Symbol

Frage:
Unterliegt der Umrechnungskurs täglichen Schwankungen?

Antwort:
Nein. Es gibt vielmehr feste Umrechnungskurse aller Teilnehmerwährungen zum Euro. Diese Kurse wurden am 31. Dezember 1998 festgestellt und werden sich nicht mehr ändern. Für die D-Mark liegt der Kurs bei 1,95583 DM zu 1 EUR.

Frage:
Wie wird die Umrechnung durchgeführt?

Antwort:
Der Euro teilt sich - wie die DM - in 100 Untereinheiten. An die Stelle des Pfennigs tritt der Cent. Umrechnungen von DM in Euro und von Euro in DM sind mit dem festgelegten Umrechnungskurs vorzunehmen, der eine Stelle vor und fünf Stellen nach dem Komma hat (1,95583 DM = 1 EUR). Bei Umrechnungen von Euro-Beträgen in DM ist der Euro-Betrag mit dem Umrechnungskurs zu multiplizieren, und bei Umrechnungen von DM-Beträgen in Euro ist der DM-Betrag durch den Umrechnungskurs zu dividieren. Der errechnete Betrag wird auf zwei Stellen nach dem Komma kaufmännisch gerundet, d.h. die zweite Stelle nach dem Komma ist aufzurunden, wenn in der dritten Stelle nach dem Komma eine der Zahlen fünf bis neun erscheint; ansonsten wird abgerundet.


Die Berufsgenossenschaften und der EURO

Frage:
Welche Länder haben den Euro eingeführt?

Antwort:
Neben Deutschland beteiligen sich Belgien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien an der neuen Währung. Die übrigen Länder der Europäischen Union, (Dänemark, England, Griechenland und Schweden) nehmen in der ersten Stufe (noch) nicht teil.

Regelungen für Unternehmer

Dem obersten Leitsatz entsprechend, daß in der Übergangszeit - vom 1. Januar 1999 bis zum 31. Dezember 2001 - die Umstellung auf den Euro weder erzwungen noch behindert werden darf, können die Unternehmen auch ihre Lohnbuchhaltungen ab Anfang 1999 auf Euro umstellen. Hierfür ist allerdings betriebsintern zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu vereinbaren, daß das Arbeitsentgelt in Euro zu zahlen ist.

Frage:

Können Unternehmer ihrer Berufsgenossenschaft die Arbeitsentgelte bereits ab dem 1. Januar 1999 in Euro melden?

Antwort:
Selbstverständlich; denn die Berufsgenossenschaften sind ab dem 1. Januar 1999 eurofähig. Für Zeiträume ab Anfang 1999 kann das beitragspflichtige Arbeitsentgelt in Euro gemeldet werden, wenn die Lohn- und Gehaltsabrechnungen in Euro geführt werden.

Die Lohnnachweise für 1998, die den Betrieben bereits zugeleitet worden sind, müssen allerdings noch in DM ausgefüllt werden.

Die Beitragsbescheide für 1998, die den Betrieben in aller Regel im ersten Halbjahr 1999 zugesandt werden, weisen dementsprechend DM-Beträge aus. Natürlich hat der Betrieb die Wahl, die Beitragsforderung in DM oder in Euro zu bezahlen. Dies gilt auch für die Beitragsvorschüsse für 1999.

Frage:
Können die Unternehmer auch ihre Lohnunterlagen schon ab 1. Januar 1999 in Euro führen?

Antwort:
Ja. Die Berufsgenossenschaften werden dies bei ihren Prüfungen akzeptieren.

Frage:
Können die Unternehmen ihre Beiträge schon ab 1. Januar 1999 in Euro an die Berufsgenossenschaften überweisen?

Antwort:
Ja. Beiträge dürfen bereits für Zeiträume ab dem 1. Januar 1999 in Euro angewiesen werden; die Umrechnung auf DM besorgen die Banken.

Frage:
Wie erfahren Unternehmer die Euro-Beträge der Grenzwerte für das beitragspflichtige Arbeitsentgelt (Mindest- und Höchstjahresarbeitsverdienst)?

Antwort:
Die Berufsgenossenschaften werden die mit dem amtlichen Umrechnungskurs (1,95583 DM = 1 EUR) ermittelten Euro-Werte rechtzeitig mitteilen.


Die Berufsgenossenschaften und der EURO

Renten und andere Leistungen an Versicherte

Auch für Privatpersonen gilt, daß sie mit Beginn der Übergangszeit ab 1. Januar 1999 ihre Konten auf den Euro umstellen lassen können. Hierfür ist lediglich eine Erklärung gegenüber dem betroffenen Kreditinstitut erforderlich. Die Banken werden jede in DM aufgegebene Zahlung in Euro umrechnen. Soll diese Zahlung auf einem in Euro zu führenden Konto gutgeschrieben werden, wird der Euro-Betrag eingestellt. Die Banken haben grundsätzlich zugesichert, den Ursprungsbetrag z. B. auf Kontoauszügen ebenfalls anzugeben. Dies erleichtert dem Leistungsempfänger den Vergleich von Zahlungseingang und Bescheid.

Frage:
Wann stellen die Berufsgenossenschaften ihre Zahlungen auf Euro um?

Antwort:
Die Berufsgenossenschaften werden ihre Leistungen noch bis zum 31. Dezember 2001 in DM vornehmen. Erst die ab 1. Januar 2002 zu zahlenden Leistungen werden in Euro überwiesen.

Frage:
Wie werden die Rentenbeträge in der Übergangszeit vom 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 2001 in Bescheiden und Mitteilungen dargestellt?

Antwort:
In der Übergangszeit werden die Renten und anderen Geldleistungen der Berufsgenossenschaften in DM berechnet und die zu zahlenden Beträge in allen Bescheiden, Auskünften und Mitteilungen in DM ausgewiesen. Damit sich die Leistungsempfänger frühzeitig mit der neuen Währung vertraut machen können, werden die Berufsgenossenschaften spätestens ab 1. Juli 1999 in allen Bescheiden, Auskünften und Anpassungsmitteilungen neben dem Zahlbetrag in DM zusätzlich den Endbetrag in Euro ausweisen. So können Leistungsempfänger sehen, wie hoch die Zahlung bei einer Überweisung in Euro wäre.

Frage:
Wie werden die Geldleistungen, insbesondere Renten, in der Übergangszeit überwiesen?

Antwort:
Die Geldleistungen der Berufsgenossenschaften (Renten, Verletztengeld, Übergangsgeld etc.) werden in der Übergangszeit ausschließlich in DM angewiesen. Hat ein Leistungsempfänger sein Bankkonto bereits auf Euro umgestellt, erfolgt die Umrechnung und Gutschrift in Euro durch die Bank.

Frage:
Wie werden die Empfänger von Geldleistungen unterrichtet?

Antwort:
Die Berufsgenossenschaften werden in den Anpassungsmitteilungen für Renten, also erstmals zum 1. Juli 1999, die Rentenbeträge sowohl in DM als auch in Euro ausweisen.

Frage:
Ich führe mein Konto in Euro. Kann meine Rente auf ein Euro-Konto überwiesen werden?

Antwort:
Wenn Sie Ihr Bankkonto in Euro führen lassen, schreibt die Bank Ihnen alle eingehenden Zahlungen - also auch die bis Ende 2001 in D-Mark angewiesenen BG-Leistungen - in der neuen Währung gut. Umgerechnet werden die Überweisungen mit dem Ende 1998 festgelegten amtlichen Umrechnungskurs. Zu Ihrer Information stellt die Bank im Kontoauszug zusätzlich dar, welcher DM-Betrag überwiesen wurde.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Berufsgenossenschaft. Aktuelle Informationen zum Euro finden Sie auch im Internet unter www.hvbg.de.





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