Menschen – Maschinen – Sensationen…

Helmut Ehnes

… das garantiert die weltgrößte Baumaschinenmesse, die Bauma in München, allemal. Menschen in mehrfacher Hinsicht: weil vermutlich wieder mit einem Besucherrekord zu rechnen sein wird und weil sich der Trend fortsetzt, dass die Maschinen für die Menschen da sind und nicht umgekehrt. Sicherheit, Ergonomie und Assistenzsysteme sind inzwischen Investitionstreiber, auf die nicht nur die gebeutelte Bergbaumaschinenbranche setzt. Maschinen: Hier ist wieder einmal alles geboten, was das Herz der Bau- und Bergleute begehrt. Und Sensationen sind sicher auch geboten in Bezug auf Ausstellungsfläche, Wartelisten, Rekorde und Innovationen.

Und es wird natürlich über die Wirtschaftslage geredet – und zwar vor, während und nach der Bauma. Das war schon immer so. Ein Rückblick: 2004 hellte sich die Stimmungslage der Aussteller langsam auf, weil sich durch die Osterweiterung Europas und aus dem Russlandgeschäft enorme Zukunftschancen ergaben. Neu war der geschlossene Auftritt der Bergbaumaschinen-Industrie in der Bauma Mining.

2007 gab es zehn Prozent Zuwachs bei der Ausstellungsfläche und gute konjunkturelle Stimmung, weil die Durststrecke im Inland überwunden war. Übrigens gab es im Vorfeld der Messe eine hochkarätig besetzte internationale Konferenz zum Thema Sicherheit und Gesundheit in der Rohstoffindustrie: die 4. Atlantic Alliance Conference.

Der Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten: 2010 schritt die Branche durch ein tiefes Tal. Vom Höhenrausch stürzte man in die Weltwirtschaftskrise wie noch nie zuvor in der 150-jährigen Geschichte der Baumaschinenindustrie: Russland schrumpfte, USA schrumpfte und in Europa stand die Baukrise in vielen Ländern vor der Tür. Und drei Jahre später, im Jahr 2013, war davon die Rede, dass die Zeiten ungewisser seien denn je. Schuldenkrise – ihre Auswirkungen auf die Bauwirtschaft in Europa – Krise im Nahen Osten – kommt China wieder in Fahrt? Das waren die vorherrschenden Themen.

Und 2016? Man könnte meinen, „same procedure as every Bauma“. Die Welt befindet sich eben in einem permanenten Auf und Ab – heute mehr denn je. Wellenbewegungen gab es immer – allerdings steigen scheinbar Frequenz und Amplitude. Dabei zeigt ein Blick auf unseren Globus: Der Bedarf an sicher und umweltgerecht produzierten Rohstoffen und an Infrastruktur ist gewaltig. Was lehrt uns das? Nachhaltigkeit, Weitsicht und langer Atem sind angesagt. Und Chancen, wie sie beispielsweise aus der Digitalisierung der Arbeitswelt erwachsen, müssen Bauwirtschaft und Bergbau gleichermaßen erkennen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Die Baumaschinenindustrie ist heute aber leistungsfähiger denn je. Nach einigen Jahrzehnten Bauma-Erfahrung ist mir jedenfalls nicht bange und ich baue auf die Innovationskraft der Branche. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen informative, erfolgreiche Bauma-Tage unter hoffentlich strahlendem weiß-blauem Himmel. Und besuchen Sie auch die BG RCI in Halle C4, Stand 326!

Herzlichst Ihr
Helmut Ehnes