Industrienachrichten

Putzmeister Autobetonpumpe kühlt in Fukushima

Am beschädigten Reaktor im japanischen Fukushima wird derzeit eine in Aichtal bei Stuttgart produzierte Putzmeister Autobetonpumpe M58-5 mit 58 Meter Reichhöhe und einem fünfarmigen Verteilermast zur Unterstützung beim Kühlen der havarierten Abkühlbecken eingesetzt. Der Vorteil hierbei ist, dass über die zerstörten Gebäude hinweg auf große Distanz zielgenau das Kühlwasser eingebracht werden kann. Die Pumpe hat eine Förderleistung von 160 Kubikmeter die Stunde bei 85 bar Druck und wird vom Dieselmotor des Lkw angetrieben. Somit ist sie unabhängig von der externen Energieversorgung, die ja eines der großen Probleme nach dem Erdbeben war und ist. Die Maschine wird über eine Fernsteuerung bedient, der Verteilerarm kann mittels dieser Fernsteuerung flexibel bewegt werden.

Die in Fukushima eingesetzte Putzmeister M 58-5 war für einen Kunden in Südostasien bestimmt und wurde nach Japan umgeleitet, um schnell am Kraftwerk zu sein. Putzmeister hat sich schon früh mit dem Einsatz seiner Produkte in Krisenfällen beschäftigt. So wurde bereits 1986 ein Feuerlösch-Kit zur Nachrüstung an Autobetonpumpen angeboten. Seitdem bewiesen die Putzmeister Betonpumpen immer wieder ihre Tauglichkeit, auch außerhalb ihrer eigentlichen Bestimmung in Kriseneinsätzen. 1986 half Putzmeister nach dem tragischen Unglück bei Tschernobyl mit, den Reaktorblock 4 des Tschernobyl-Kraftwerkes mit Beton und Stahl zu sichern. Es wurden insgesamt elf Putzmeister Autobetonpumpen sowie stationäre Pumpen eingesetzt.

Die Putzmeister M58-5 kühlt am Block 4 mit Wasser. (Quelle: Tepco)
Die Putzmeister M58-5 kühlt am Block 4 mit Wasser. (Quelle: Tepco)

Lufttransport

Vor wenigen Tagen hat sich die japanische Betreiberfirma entschieden, weitere vier Putzmeister Maschinen an den beschädigten Reaktorblöcken in Fukushima einzusetzen: Zwei Maschinen mit 62 m Höhe mit 6 Armen (M 62-6) und zwei Maschinen mit 70 Meter Höhe (M 70-5). Alle Maschinen stammen aus Deutschland.

Die beiden 70 Meter-Pumpen werden von Baustellen aus den USA abgezogen. Die erste Maschine wurde am 31. März mit einem Antonov Großraumflugzeug von Stuttgart nach Japan geflogen, die weiteren Maschinen folgen in den nächsten Tagen. Zunächst werden sie wohl Wasser pumpen, später evtl. für Betonagen zum Einsatz kommen.

Autobetonpumpe im Flugzeug
Die Antonov „schluckt“ die  M 62-6 zum Transport nach Japan.
 
Weitere Informationen

Putzmeister Concrete Pumps GmbH

www.pmw.de