Symposium Gefahrstoffe 2009 – Schlema VI

Zum 6. Mal hat die Bergbau-Berufsgenossenschaft zusammen mit der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die erfolgreiche Serie von Gefahrstoff-Symposien unter dem gemeinsamen Namen Schlema fortgesetzt. Vom 26. bis 28. Januar 2009 wurde in fünf Sektionen intensiv über die Thematik der Gefahrstoffe am Arbeitsplatz diskutiert. Rund 170 Teilnehmer hatten den Weg nach Dresden gefunden.

Das Programm gliederte sich in die großen Themenblöcke:

Das Symposium hat den ausdrücklichen Anspruch, Praktiker und Theoretiker, Techniker und Arbeitsmediziner, betriebliche Fachleute und Fachleute der Überwachungsbehörden bzw. Berufsgenossenschaften zusammenzuführen und eine intensive Diskussion zu den betroffenen Themen zu ermöglichen.

Eine Reihe von Themen zogen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Da war zum einen die Rede von der neuen Rolle von Grenzwerten in der Luft am Arbeitsplatz. Am ersten Tag wurde dieses Thema mit einem umfassenden Überblick über die derzeitige Diskussion zu risikobasierten Grenzwerten eingeführt.

Ein anderes Hauptthema, das für Schlema VI bestimmend war,  war das Inkrafttreten der neuen Verordnung Arbeitsmedizinische Vorsorge (ArbmedVV). Am zweiten Tag, im Block Arbeitsmedizin, wurde intensiv über die neue Verordnung, über die Möglichkeiten und Chancen ihrer Umsetzung und über die neue Rolle der gesetzlichen Unfallversicherung im Zusammenhang mit den Gremien diskutiert, die im Nachgang zu der neuen Verordnung entstehen werden.

Auch aktuelle Themen der Prävention im Hinblick auf Gefahrstoffe am Arbeitsplatz wurden umfangreich aufgenommen. So ist nach wie vor der mineralische Staub und seine bedeutendste Komponente, die kristalline Kieselsäure, Gegenstand dieser Überlegungen. Als am zweiten Tag über den Stand der entsprechenden technischen Regeln referiert wurde, ergab sich aus mehreren Vorträgen, dass auch Forschungstätigkeiten im Zusammenhang mit Quarz gestartet wurden. Sowohl die ehemalige Berufsgenossenschaft Glas-Keramik- (jetzt Verwaltungs-BG) als auch Bergbau-BG und Steinbruchs-BG fördern aktuelle Projekte. Von Bergbau- und Steinbruchs-BG werden derzeit zwei Einzelbetriebe im Rahmen epidemiologischer Studien erforscht.

Daneben hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung selbst im Zusammenhang mit dem IARC, Lyon, das Projekt Synergy aufgelegt, bei dem das Zusammenwirken verschiedener karzinogener Stoffe am Arbeitsplatz untersucht werden soll. Dieses Projekt wird im Wesentlichen vom BGFA – Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung – betreut. Auch die freie kristalline Kieselsäure ist als Komponente einbezogen.

Während über diese „alte“ Gefahrstoffkomponente am Arbeitsplatz eine Vielzahl von Messungen und Erkenntnissen vorliegt, war das für die ultrafeinen Partikel bislang nicht der Fall. Über die Bestandteile des Aerosols am Arbeitsplatz berichtete eindrucksvoll ein Vortrag über neue Ergebnisse zu gesundheitlichen Risiken, die durch sie hervorgerufen werden. Es scheinen in der Tat auch für den Bereich der Nanopartikel inzwischen genügend „harte Daten“ vorzuliegen, aus denen hervorgeht, dass eine Gesundheitsgefährdung durchaus gegeben sein kann.

Neben den eigentlichen Vorträgen bestanden noch mehrere zusätzliche Aktivitäten, die von den Teilnehmern ebenfalls lebhaft angenommen wurden. Eine kleine Posterausstellung wurde zu intensiven Diskussionen in den Pausen genutzt. Das Beiprogramm bot eine Exkursion zum Deutschen Uhrenmuseum nach Glashütte im Erzgebirge, wo Bergbau und der Bau von Präzisionsuhren sich in enger räumlicher Nachbarschaft entwickelt haben.

Nachdem mit Schlema VI nun eine „zweite Runde“ dieser erfolgreichen Veranstaltung in den neuen Bundesländern begonnen hat, darf man auf Schlema VII gespannt sein, das nach den Regeln der Veranstalter wahrscheinlich in Thüringen stattfinden wird. Unter Beibehaltung des dreijährigen Veranstaltungszyklus wird die Fusion von BBG und StBG mit ihren neuen Partnern zur Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) vollzogen sein. Das wird sich in einer Erweiterung des Teilnehmerfeldes bemerkbar machen. Dem erweiterten Kreis bietet die Schlema-Kongressreihe auch in Zukunft eine attraktive Plattform zur intensiven Diskussion der Gefahrstoffproblematik.

Dr. Dirk Dahmann, BBG

Die Vorträge sind auf der Internetseite des Instituts für Gefahrstoff-Forschung verfügbar

Veranstaltung
Schlema VI – Plattform für die Diskussion der Gefahrstoffproblematik