Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz – Investitionen in die Zukunft!

Ein offener Brief des MIRO-Ausschusses „Arbeitssicherheit“ zum „Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz“ am 28. April

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„Mit Einführung des Arbeitsschutzgesetzes im Jahre 1996 und der sich anschließenden Deregulierungsphase im Arbeitsschutz haben sich die gesetzlichen Grundlagen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes in Deutschland maßgebend gewandelt. Die Rücknahme von Vorschriften befreit Sie als Unternehmer jedoch nicht von der Verantwortung, und so bringt der gesetzliche Wandel nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich. Zahlreiche Vorschriften sowie konkrete Vorgaben im Arbeitsschutz sind durch ein allgemeines Schutzziel ersetzt worden: „Beschäftigte dürfen bei der Arbeit in ihrer Gesundheit nicht gefährdet werden“. Mit den Änderungen in den Verordnungen ist die Ausführungsverantwortung mehr und mehr auf Sie als Unternehmer oder Arbeitgeber übergegangen. Das heißt, Sie entscheiden, wie dieses Schutzziel zu erreichen ist. Dabei ist es nicht mehr möglich, sich auf einschlägige Vorschriften zurückzuziehen.

Arbeitssicherheit ist mehr als nur das Verhüten von Unfällen. Sie charakterisiert letztlich den Zustand des gesamten Arbeitssystems und ist gleichzeitig eine Leistung, die durch das Bemühen aller und in jeder Phase der Wertschöpfungskette erbracht werden muss. Ein hohes Maß an Arbeitssicherheit begünstigt damit nicht nur die Gesunderhaltung der Mitarbeiter, sondern auch die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens.

Die umfangreichen Bemühungen im Arbeitsschutz haben unbestritten in den letzten Jahren  zu einer deutlichen Verbesserung der Situation beigetragen. Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass es vielen Betrieben und Betriebsteilen der Gesteinsindustrie gelungen ist, das Unfallgeschehen zu minimieren. Diese Bemühungen sind auch zukünftig in allen Betrieben der Gesteinsindustrie dringend erforderlich. Es gilt, diese positive Entwicklung in der gesamten Industrie voranzutreiben.

Nur gesunde und motivierte Mitarbeiter bringen gute Leistungen und sorgen damit für die Qualität der Produkte, was letztlich die Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens bestimmt. Umgekehrt hat für die Gesundheit von Beschäftigten die Arbeit neben anderen Lebens- und Handlungsbereichen eine besonders große Bedeutung. Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeit wird unbestrittenermaßen in der Zukunft zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor für die Unternehmen.

Auch wenn es schwierig bleibt, den Unternehmensgewinn durch Arbeitsschutzmaßnahmen zu kalkulieren oder gar im Einzelfall vorherzusagen, muss es nach wie vor das Ziel sein, Verbesserungen zu erreichen. Nur wenn Sie als Unternehmer den Arbeitsschutz als einen Bestandteil Ihrer Gesamtaufgabe verstehen, kommen wir diesem Ziel gemeinsam näher.

Wir wollen Sie auf diesem erfolgversprechenden Weg begleiten und unterstützen. Um zu unterstreichen, dass Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz kein „Buch mit sieben Siegeln“ ist, möchten wir Ihnen für Ihre tägliche Arbeit  „sieben goldene Regeln“ für eine sichere und wirtschaftliche Produktion an die Hand geben:

Diese „goldenen Regeln“ sollen Ihnen helfen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in Ihre Unternehmensphilosophie zu integrieren.“

MIRO-Ausschuss „Arbeitssicherheit“

Der „Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit“

ist eine jährlich am 28. April durchgeführte Kampagne der ILO, um die Bedeutung einer Kultur der präventiven Sicherheit und des Gesundheitsschutzes hervorzuheben. Im vergangenen Jahr haben sich mehr als 100 Länder der Erde mit verschiedenen Aktionen beteiligt. Diese reichten von Appellen führender Staatsvertreter sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen bis hin zu Arbeitsschutzausstellungen und Podiumsdiskussionen. Informationen sind unter www.ilo.org/safework/safeday erhältlich.

Plakat

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO)

ist eine Sonderorganisation der Vereinigten Nationen. Sie wurde im Jahre 1919 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Genf. Die ILO verfügt über eine dreigliedrige Struktur, die im UN-System einzigartig ist. 132 Mitgliedsstaaten sind durch Repräsentanten – sowohl von Regierungen als auch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern – in den Organen der ILO vertreten.