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Neues Wahrzeichen der Insel

Nun steht sie auf der Bohr- und Förderinsel des Mittelplate-Konsortiums RWE Dea AG / Wintershall AG: Die neue Bohranlage T-150.

n Die insgesamt rund 38 Millionen Euro teure Anlage zählt zu den größten und modernsten Bohranlagen Europas und ist durch ihre spezielle Ausstattung auf eine umweltschonende Arbeit im sensiblen Wattenmeer ausgerichtet. Seit Anfang 2006 sorgt die High-Tech-Anlage dafür, dass der Bohrmeißel künftig bis zu 10.000 Meter weit unter den bislang nicht zugänglichen ölführenden Sandsteinschichten in 2.000 bis 3.000 Meter Tiefe vordringen kann.





Anlage mit hoher Leistung

„Schon 1999 stellte sich nach Auswertung geologischer Daten heraus, dass die damalige Bohranlage T-345 auf Mittelplate für zukünftige bohrtechnische Aufgaben nicht ausreicht“, erklärt Projektleiter Ulrich Frank vom Operator RWE Dea. Die alte Anlage konnte Bohrungen in einem Radius bis zu 2.300 Meter um die Insel Mittelplate abteufen.

„Zukünftige Bohrungen können einen Radius von bis zu 6.000 Metern um den Ansatzpunkt erreichen", so Frank. Eine Studie zeigte, dass eine neue Bohranlage in Bezug auf Technik, Kosten und Sicherheit viele Vorteile bietet gegenüber einer Aufrüstung der alten Bohranlage. Anfang 2004 wurde daraufhin der Neubau einer modernen, leistungsfähigen Bohranlage genehmigt.

„Die Anforderungen dieser neuen Bohranlage mit der Bezeichnung T-150 - das heißt, die erste Bohranlage der RWE Dea mit 500 Tonnen Hakenlast basierten auf den Erfahrungen der von Dieksand aus abgeteuften Extended Reach Bohrungen", erklärt Frank.

Für stark geneigte Bohrungen bis zu einer Länge von 10.000 Metern sind drei leistungsfähige Spülpumpen mit je 2.200 PS Eingangsleistung erforderlich. Der notwendige Antrieb für das Bohrgestänge, der sogenannte Top Drive, ist in der Lage, ein Drehmoment von 85.000 Newtonmeter aufzubringen.





Beitrag zur Arbeitssicherheit

Zusätzlich installierte Hilfsgeräte wie etwa ein hydraulisch betriebener Arbeitskorb und ein Roboterarm auf der Arbeitsbühne leisten einen erheblichen Beitrag zur Arbeitssicherheit und tragen zur Entlastung der körperlich schweren Arbeit der Bohrmannschaft bei.

Alle installierten Geräte und Maschinen werden über ein Computerprogramm kontrolliert. „In der Planung haben wir bereits berücksichtigt, dass eine einfache Aufrüstung der Bohranlage für eventuelle zukünftige Aufgaben möglich ist; außerdem erwartete Gesetzesänderungen – die übrigens schon eingetreten sind",

erläutert Projektleiter Ulrich Frank.

Ein Flüssigkeitssammelsystem in Verbindung mit einer Wasseraufbereitung reduziert die Entsorgungskosten und trägt zum Umweltschutz bei. Das System kann eine Fest-Flüssigtrennung sowie Entölung durchführen. Die von der Bentec GmbH in Bad Bentheim gebaute T-150 ist daher die erste Bohranlage in Europa, die alle neuen EU-Normen, wie etwa ATEX, erfüllt.

Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft wünscht dem Mitgliedsunternehmen mit der neuen High-Tech-Bohranlage für die Zukunft sichere und unfallfreie Arbeit.

 

Dipl.-Geol. Heiko Nuß, StBG



die Bohranlage T-150 während der Aufbauphase auf der Bohr- und Förderinsel Mittelplate
Durch spezielle Ausstattung auf eine umweltschonende Arbeit
im Wattenmeer ausgerichtet: die Bohranlage T-150 während der
Aufbauphase auf der Bohr- und Förderinsel Mittelplate





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