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Steuerrechtliche Behandlung der Beiträge für eine freiwillige Versicherung

Unternehmer und ihre im Unternehmen mitarbeitenden Ehegatten sowie Personen, die in Kapital- oder Personengesellschaften regelmäßig wie Unternehmer selbstständig tätig sind, können sich bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft freiwillig gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichern.

n Die Vorteile eines umfassenden Versicherungsschutzes zu vernünftigen Konditionen über den Abschluss einer freiwilligen Versicherung nutzen aktuell rund 750 Unternehmer in der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft. Die Versicherungssumme kann derzeit nach eigener Einschätzung der individuellen Verhältnisse zum Versicherungsbedarf zwischen einer Mindestversicherungssumme in Höhe der sogenannten sozialversicherungsrechtlichen Bezugsgröße (29.400,00 Euro / West und 24.780,00 Euro / Ost) sowie der Höchstversicherungssumme in Höhe von 66.000,00 Euro frei gewählt werden. In Verbindung mit dem jeweiligen Beitragsfuß sowie den Gefahrklassen, zu denen das Unternehmen veranlagt ist, ergibt sich die Höhe des zu entrichtenden Beitrags.

Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch, dass für den Personenkreis der freiwillig Versicherten jeweils jährlich nach Ablauf des Versicherungsjahres ein gesondertes Beitragsausgleichsverfahren durchgeführt wird. Soweit keine oder nur geringe Kosten durch Versicherungsfälle das einzelne Versicherungsverhältnis belastet haben, wurde in den zurückliegenden Jahren ein Beitragsnachlass von bis zu 25 % des Versicherungsbeitrags erstattet.

Steuerliche Vorteile im Zusammenhang mit einer freiwilligen Versicherung ergeben sich nach einer Abstimmung der obersten Finanzbehörden der Länder im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen durch unterschiedliche Abzugs- / bzw. Anrechnungsmöglichkeiten wie folgt:

  • Die Beiträge, die ein nach § 6 SGB VII freiwillig versicherter Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer Personengesellschaft an die gesetzliche Unfallversicherung entrichtet, sind als Betriebsausgaben abzugsfähig. Leistungen aus einer solchen Versicherung gehören zu den Betriebseinnahmen, sind aber auf Grund des § 3 Nr. 1 a EStG steuerfrei. Das Abzugsverbot bei steuerfreien Einnahmen nach § 3 c Abs. 1 EStG greift in diesen Fällen nicht.
  • Dies gilt entsprechend für die als unternehmerähnliche Personen eingestuften Geschäftsführer und Vorstände juristischer Personen. Diese sind steuerlich in der Regel als Arbeitnehmer anzusehen. Die von diesen Personen entrichteten Beiträge an die gesetzliche Unfallversicherung stellen abzugsfähige Werbungskosten dar. Entsprechend wird die Übernahme der Beiträge durch den Arbeitgeber von den Finanzbehörden als Arbeitslohn angesehen; bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern wird insoweit regelmäßig eine verdeckte Gewinnausschüttung angenommen, soweit die Übernahme der Beiträge nicht entsprechend im Anstellungsvertrag geregelt ist.
  • Ehegatten, die im Unternehmen ohne arbeitsvertragliche Vereinbarung tätig sind, gelten steuerrechtlich in der Regel nicht als Arbeitnehmer. Deren Beiträge sind steuerlich als Sonderausgaben abzugsfähig. Etwaige Leistungen aus der freiwilligen Versicherung sind steuerfrei.

Dr. Andreas Ostertag, StBG



Unser Tipp

Bitte prüfen Sie, wenn Sie zu der Personengruppe gehören, für die eine freiwillige Versicherung in Betracht kommt, ob für Sie ein ausreichender Versicherungsschutz bei Eintritt eines Arbeitsunfalls oder dem Vorliegen einer Berufskrankheit besteht.

Durch den Abschluss einer freiwilligen Versicherung bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft sind Sie im Berufsleben zu günstigen Konditionen abgesichert. Ausführliche Informationen und ein individuelles Angebot erhalten Sie durch die Mitarbeiter der Mitgliedschafts- und Beitragsabteilung, die Sie gerne beraten.





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