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Notfallübung im Steinbruch

n Im Zusammenhang mit § 10 des Arbeitsschutzgesetzes wurde im Steinbruch der dornburgerzement GmbH & Co KG eine Notfallübung durchgeführt. Zielsetzung war, das schnelle und organisierte Handeln von Rettungskranen des DRK und der Freiwilligen Feuerwehren im Interesse der Ersten Hilfe für Verletzte und zur Begrenzung von Sach- und Umweltschäden zu bewerten.

Kernpunkt der Übung war folgendes Schadensszenario: Ein Steinschlag in der Wand beschädigt die Hydraulikanlage des Baggers RH 40. Das unter hohem Druck austretende Hydrauliköl entzündet sich an der heißen Abgasanlage. Der Baggerfahrer versucht, den sich ausbreitenden Brand mit dem auf dem Bagger vorhandenen Feuerlöscher zu bekämpfen. Der Oberwagen des Baggers ist mit austretendem Öl benetzt. Der Baggerfahrer rutscht aus, stürzt, schlägt dabei mit dem Kopf gegen die Aufbauten und verliert das Bewusstsein. Es kommt in Folge zu Brandverletzungen des Baggerfahrers.

Ein Mitarbeiter des Steinbruches hat das Ereignis inzwischen bemerkt und will Erste Hilfe leisten. Beim Aufsteigen auf den Bagger rutscht er von der ölverschmierten Leiter ab und verletzt sich dabei einen Fuß so stark, dass er den Gefahrenbereich nicht mehr verlassen kann. Mit dem mitgeführten Funkgerät informiert er einen weiteren Kollegen, der sich im Container aufhält. Dieser alarmiert entsprechend dem vorhandenen Aushang die Rettungsleitstelle Jena, die daraufhin die Einsatzkräfte des DRK und die FFW alarmiert.

Parallel dazu informiert der Mitarbeiter im Steinbruch das betriebliche Führungspersonal (Leitstand des Unternehmens). Von dort erfolgt die Information an den Werksleiter (Verantwortliche Person nach § 58 BBergG). Kräfte des DRK und der Freiwilligen Feuerwehren kommen zum Einsatz.

Der zuständige Technische Aufsichtsbeamte der StBG, Werner Müller, war der Einladung gefolgt und begleitete die Notfallübung.





Auswertung der Notfallübung

Grundtenor: Positive Erfahrungen durch alle Beteiligten in der Rettungskette; eine Praxis-Übung in dem gestellten Szenario (mit Maske zur Darstellung der Verletzungen) bringt bessere Erkenntnisse als das fiktive Planspiel, auch bezüglich der erforderlichen Koordinierung der Einsatzkräfte durch einen Einsatzleiter.

  • Von Alarmierung bis zur Bergung der Verletzten verging zu viel Zeit (ca. 40 min).
  • Die Kräfte und Mittel der Feuerwehren waren mit darauf gerichtet, Umweltschäden durch ausgetretenes Öl zu vermeiden.
  • Im Nachgang zur Notfallübung unterbreitete ein Mitarbeiter einen Verbesserungsvorschlag zur Anbringung einer einfachen Abdeckung in dem Bereich der Öl-Hochdruckleitung, damit die Möglichkeit für eine Schadenssituation, wie in der Notfallübung dargelegt, zumindest stark eingeschränkt wird.

Dipl.-lng. (FH) O.Weimar, Freiberufl. Sicherheitsingenieur



Die Notfallsituation im Steinbruch
Die Notfallsituation im Steinbruch


Rettungsübung
Rettungsübung





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