www.steine-und-erden.net > 2005 > Ausgabe 2/05 > Erste Bilanz für 2004: Arbeitsunfälle weiter stark rückläufig!

[Die Industrie der Steine + Erden]






Erste Bilanz für 2004: Arbeitsunfälle weiter stark rückläufig!

Die aktuellen Zahlen der Unfälle und Berufskrankheiten für 2004 liegen inzwischen vor. Das Bild ist erfreulich: Das Sicherheitsniveau konnte nochmals verbessert werden.



Deutlicher Rückgang bei Arbeitsunfällen

Die Gesamtzahl der Arbeitsunfälle hat sich von 15.128 im Jahr 2003 auf 13.812 in 2004 reduziert. Dies entspricht einem Rückgang von 8,7 Prozent. Darin enthalten sind 6.585 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Diese Unfälle, die zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen geführt haben, sind damit gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen.
Die Zahl der schweren Unfälle, die erstmals zur Zahlung einer Rente führen, liegt unverändert bei 251.
Besonders hervorzuheben ist der Rückgang der tödlichen Arbeitsunfälle: Waren in 2003 noch 23 tragische Ereignisse dieser Art zu verzeichnen, lag die Zahl in 2004 bei 10 – ein Rückgang um fast 60 Prozent!


Anzeigetafel für unfallfreien Zeitraum




Gefährlichster Ort: die Straße

Die Betrachtung der Unfälle auf dem Weg zur Arbeit und zurück ergibt ein differenziertes Bild: die Gesamtzahl ist von 864 in 2003 auf 752 in 2004 zurückgegangen - und damit um 13 Prozent gesunken. Der Anteil an Unfällen mit einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen ist um mehr als 16 Prozent gefallen – 489 in 2004 gegenüber 583 in 2003. Dass die durchschnittliche Unfallschwere in dieser Kategorie jedoch zugenommen hat, verdeutlichen unter anderem die neuen Renten: wurden in 2003 38 neue Renten nach sogenannten Wegeunfällen gezahlt, waren dies 47 Fälle in 2004 – ein Plus von 24 Prozent. Noch deutlicher wird dies bei den tödlich endenden Unfällen auf dem Arbeitsweg: die 2003 registrierte Zahl hat sich in 2004 auf neun Fälle verdreifacht!
Eine erste Betrachtung zeigt, dass die größte Zahl der Unfälle auf dem Weg zum Arbeitsplatz passiert und junge Menschen überdurchschnittlich häufig betroffen sind.



Berufskrankheiten

Die Anzahl der Verdachtsmeldungen auf eine Berufskrankheit hat sich von 451 in 2003 auf 481 erhöht (+ 6,7 Prozent); die Fälle, die aufgrund ihrer Ausprägung erstmals zur Zahlung einer Rente führten, liegt in 2004 bei 89 – unverändert gegenüber dem Vorjahr.



Ein erstes Fazit

Der weitere Rückgang der Arbeitsunfälle zeigt, dass die StBG, die Unternehmen und die Mitarbeiter in den Betrieben auf dem richtigen Weg sind.
Unfälle auf dem Arbeitsweg werden in Zukunft erhöhte Aufmerksamkeit erfordern. Nutzen Sie die bestehenden Angebote der StBG wie Verkehrssicherheitstrainings oder das jährlich stattfindende Faktor7-Festival. Planen Sie für alle Wegstrecken ausreichend Zeit ein, denn häufig führen Hektik und verminderte Konzentration im Straßenverkehr zu kritischen Situationen. Beziehen Sie das Thema Verkehrssicherheit in betriebliche Unterweisungen ein.
Die Zahlen zu den Berufskrankheiten spiegeln in vielen Fällen langjährige und zeitlich weit zurückliegende Einwirkungen wider. Dennoch sollte der Vorbeugung von Berufskrankheiten ein hoher Stellenwert beigemessen werden – denn Silikoseerkrankungen und Lärmschwerhörigkeit bedeuten nicht nur eine erhebliche Minderung der Lebensqualität für die Betroffenen, sondern wirken sich durch in der Regel lebenslange Renten auch nachhaltig auf den Beitrag zur BG aus!
In der nächste Ausgabe der "Industrie der Steine + Erden" werden wir das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen des abgelaufenen Jahres differenziert betrachten und nach Vorliegen der aktuellen Beschäftigtenzahlen auch hinsichtlich des relativen Risikos bewerten.

Ein erfolgreiches Engagement für die Arbeitssicherheit lohnt sich ab jetzt mehrfach: neben verminderten Ausfallzeiten durch Arbeitsunfälle und einem günstigeren Beitrag zur BG können Sie bei Erreichen eines Mindestzeitraums ohne meldepflichtigen Arbeitsunfall, der sich in Abhängigkeit zu Ihrer Unternehmensgröße bemisst, zusätzlich eine Prämie erhalten.
Bitte beachten Sie auch die Informationen zum Prämiensystem der StBG im Artikel "Rasanter Start: Das neue Prämiensystem der StBG läuft auf Hochtouren!" und unter www.stbg.de/praemie/



Unfallentwicklung bei der Steinbruchs-Berufsgenosenschaft
  1995 2003 2004 Veränd.
2003/2004
in %
Veränd.
1995/2004
in %
Arbeitsunfälle          
meldepflichtige Arbeitsunfälle

17.735

7081

6585

-7,00

-62,87

nicht-meldepflichtige Arbeitsunfälle

10.696

8047

7227

-10,19

-32,43

Arbeitsunfälle insgesamt

28.431

15.128

13.812

-8,70

-51,42

davon tödliche Arbeitsunfälle

29

23

10

-56,52

-65,52

neue Arbeitsunfall-Renten

525

251

251

0

-52,19

           
Wegeunfälle          
meldepflichtige Wegeunfälle

1.173

583

489

-16,12

-58,31

nicht-meldepflichtige Wegeunfälle

400

281

263

-6,41

-34,25

Wegeunfälle insgesamt

1.573

864

752

-12,96

-52,19

davon tödliche Wegeunfälle

9

3

9

200

0

neue Wegeunfallrenten

64

38

47

23,68

-26,56

           
Berufskrankheiten          
Anzeigen auf BK-Verdacht

1.118

451

481

6,65

-56,98

neue BK-Renten

122

89

89

0

-27,05





Inhaltsverzeichnis Ausgabe 2/05 | Zurück zu unserer Homepage